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Schlei-Bote

09. Dezember 2016 | 01:09 Uhr

Rabenholz : Umzug mit zwölf Pferden aus dem Münsterland nach Angeln

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Yvonne Weber kam mit ganzem Gestüt nach Rabenholz. Pädagogisches und Therapeutisches Reiten sind Schwerpunkte des Hofs „Mon Cheval“.

Einen ungewöhnlichen Umzug hat die 23-jährige Yvonne Weber erfolgreich hinter sich gebracht: Mit ihrem Gestüt „Mon Cheval“ (deutsch: mein Pferd) verließ die gelernte Pferdewirtin ihren Heimatort Wettringen in Nordrhein-Westfalen und siedelte sich in Rabenholz an. Inzwischen hat sich die auch für pädagogisches Reiten lizenzierte Trainerin mit ihren zwölf Pferden auf einem ehemaligen Bauernhof in der Stenderuper Straße eingelebt und etliche Umbauvorhaben realisiert. Dass Yvonne Weber den Standortwechsel vom Münsterland nach Ostangeln vollzogen hat, hängt vor allem mit ihrem Einsatz für gehandicapte Kinder und Jugendliche zusammen. Beispielsweise sei die reine salzhaltige Luft in Ostseenähe eine Wohltat für Asthmatiker, sagt sie.

Ihre Mutter Simone Weber, wohnhaft in Wettringen, ist die offizielle Inhaberin des Mon-Cheval-Gestüts, doch Yvonne fungiert seit Jahresfrist als eigenverantwortliche Leiterin dieses Reiter- und Ferienhofs in Rabenholz. Bislang hat sie einen fest angestellten Mitarbeiter und einige junge Helferinnen zur Seite, die sich in ihrer Freizeit um die Tiere kümmern. Eine von ihnen ist Jenna Neu. Sie bekundet: „Ich fühle mich auf dem Hof mega wohl, denn es ist hier nicht so spießig und angespannt.“

Auf dem Gelände machen sich auch Praktikanten im Bereich Kinder- und Jugendhilfe nützlich. Das Projekt „Mon Cheval“ beinhaltet eine gezielte Hilfestellung für Lernschwache und Menschen mit seelischen Handicaps. Bei aktuellem Bedarf werden pädagogische und medizinische Fachkräfte hinzugezogen. Yvonne Weber betont: „Das Lernen im Umgang mit dem Pferd bedeutet für die Kinder eine von der Schule völlig unbelastete Lernsituation.“ Die immer wieder wechselnden natürlichen Reaktionen des Pferdes auf unterschiedlichste Situationen erforderten von den jungen Menschen entsprechende Reaktionen und neue Lösungsstrategien. Das eigene Verhalten und dessen Wirkung auf die Umwelt werde bei der Stall- und Pferdepflege ebenso wie beim Reiten deutlicher wahrgenommen und die eigenen Schwächen und Stärken besser erkannt.

Zum Gehöft, das die Familie Weber – mit späterer Kaufoption – zunächst gepachtet hat, zählen ein neuer Offen-Stall für die Pferde, eine Sattelkammer im ehemaligen Melkstand, eine vier Hektar große Weide und eine 1,5 Hektar große Koppel, auf der Heu für die Tiere gewonnen wird.

Neben dem pädagogischen und therapeutischen Reiten kommt auch der Sportgedanke bei „Mon Cheval“ nicht zu kurz. Gruppen- und Einzelunterricht, Ausritte und Kutschfahrten gehören ebenso zum Programm wie das Voltigieren und Longieren. Und wer hier mit und ohne Pferd seinen Urlaub verbringen will, kann sich wahlweise in einem der drei Zwei-Bett-Zimmer oder in einem Fünf-Bett-Zimmer einquartieren. Die ländliche Umgebung, die Nähe zu den Tieren und die freundliche Atmosphäre auf dem Hof dürften ihr übriges dazu tun, dass sich die Feriengästen gut erholen.

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erstellt am 21.Aug.2016 | 08:15 Uhr

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