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Schlei-Bote

10. Dezember 2016 | 08:00 Uhr

Sportverein in Kappeln : TSV muss tief in die Taschen greifen

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Der TSV Kappeln plant eine Kreditaufnahme bis zu 150.000 Euro für neue Sanitäranlagen. Derweil steigen die Mitgliederzahlen auf ein Zehn-Jahres-Hoch.

Der TSV Kappeln wird für den geplanten Neubau seines Sanitärgebäudes einen Kredit in vermutlich sechsstelliger Höhe aufnehmen müssen. Zumindest ließ sich der Vereinsvorstand diese Möglichkeit von seinen Mitgliedern anlässlich der Hauptversammlung am vergangenen Freitagabend mehrheitlich absegnen. Dass dieser Schritt notwendig ist, um das Ziel längst erforderlicher neuer Umkleiden und Duschen umsetzen zu können, überrascht kaum. Weil der TSV allerdings weiß, was es bedeutet, Verbindlichkeiten in dieser Höhe auch wieder abbauen zu müssen – schließlich ist er erst seit drei Jahren schuldenfrei –, mochte Vorsitzende Dagmar Ungethüm-Ancker sich selber und ihre Mitglieder nicht aus der Verpflichtung entlassen, weiter mit viel Kreativität das Vereinsleben am Laufen zu halten. Hinzu kam, dass der Verein den ersten Bauabschnitt – dazu zählten etwa die Erneuerung der Heizungsanlage, die Erweiterung der Küche, neue Zugänge – unter anderem mit Hilfe von Sponsoren und eigenen Einnahmen aus Extra-Veranstaltungen bereits erfolgreich realisiert hat. „Und auch mit Kredit“, sagte Ungethüm-Ancker, „werden weiter alle unsere Einnahmen für unser großes Projekt gespart“. Und dann wiederholte sie den Satz, den sie bereits im vergangenen Jahr als Mantra ausgegeben hatte: „Ich möchte nicht, dass durch den Neubau keine Investitionen mehr in den Sport möglich sind“, sagte die Vorsitzende.

Das sportliche Angebot des Vereins soll so weitergeführt werden wie bisher, im Idealfall sogar ausgebaut. Das nämlich gelang schon im vergangenen Jahr, auch in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule, durch Kursangebote, für die keine TSV-Mitgliedschaft erforderlich ist. Mit Blick auf 2015 erinnerte Ungethüm-Ancker außerdem an zahlreiche Großveranstaltungen wie den Kinderfasching, den Senioren-Aktiv-Tag, das Kleine-Kleckse-Lager und die „SMS-Show“. Zudem konnte die C-Jugend dank finanzieller Unterstützung der Stadt in Merate an einem internationalen Fußballturnier teilnehmen. Das zurückliegende Jahr nannte die Vorsitzende „sehr ereignisreich“, da der Verein aufgrund der Hallensperrung in Ellenberg enger zusammenrücken habe müssen – aber: „Alle Trainingsangebote konnten dennoch absolviert werden“, sagte Ungethüm-Ancker nicht ohne Stolz. Außerdem habe der TSV inzwischen einige Flüchtlinge in seinen Reihen. „Wir haben keine eigene Gruppe für sie eröffnet“, sagte die Vorsitzende, „weil Integration am besten über eine bereits vorhandene Gruppe funktioniert“.

Als bestens kann wohl auch die Mitgliederentwicklung des Vereins gelten, die zum Jahresbeginn bei 1528 lag – 40 mehr als zum gleichen Zeitpunkt 2015. Die aktuelle Zahl ist mit 1577 sogar noch höher, Frauke Detlefsen, verantwortlich für die TSV-Geschäftsstelle, sprach von einem Zehn-Jahres-Hoch. 25 Flüchtlingskinder treiben derzeit beim TSV Sport, für sie können abgelegte Sportschuhe oder -kleidung im Vereinsheim abgegeben werden.

Gut funktioniert beim TSV auch die Kassenführung, die Björn Meyborg offenlegte. Demnach hat der Verein das vergangene Jahr mit einem Überschuss von knapp 8800 Euro abgeschlossen – und das, obwohl er 32.000 Euro in den ersten Bauabschnitt seines Neubaus investierte. Auch für das laufende Jahr rechnete Meyborg mit einem Plus, was Dagmar Ungethüm-Ancker dazu veranlasste, mit Blick auf den Neubau „positiv gestimmt“ zu sein. Was die dafür geplante Kreditaufnahme in Höhe von bis zu 150.000 Euro betraf, hoffte die Vorsitzende, diese Summe nicht in Gänze ausschöpfen zu müssen. Der Tilgungsplan soll so aufgestellt werden, dass der Verein monatlich maximal 650 Euro inklusive Zinsen zu zahlen hat. „Wir sind der festen Überzeugung, dass dieser Schritt für den Verein gut ist“, sagte die Vorsitzende und erhielt Unterstützung von Mitglied Hartmut Wudewitz, der sagte: „Zur Qualität eines Vereins gehören auch seine sanitären Anlagen.“ Bei vier Enthaltungen gaben die Vereinsmitglieder ihrem Vorstand grünes Licht für die Kreditaufnahme.

Zu Beginn hatte Bürgermeister Heiko Traulsen dem TSV für seine Integrationsarbeit gedankt und der im Laufe der Versammlung wiedergewählten Vorsitzenden mit einem Strauß Blumen gratuliert.

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erstellt am 18.Apr.2016 | 07:30 Uhr

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