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Schlei-Bote

07. Dezember 2016 | 19:29 Uhr

Pläne für die Kappelner Mühle : Tourist-Info zieht es in den Stall

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Die Umsetzung der Pläne für die Mühle „Amanda“ kostet mindestens 2,6 Millionen Euro.

Museum, Café, Trauzimmer, Tourist-Information – das sind die vier Kernbestandteile, die künftig im Umfeld der Mühle „Amanda“ ihren eigenen Platz finden sollen. Zumindest wenn es nach den Plänen des Architekten Gregor Sunder-Plassmann geht (wir berichteten). Jetzt befasste sich die Politik im Bau- und auch im Hauptausschuss mit Sunder-Plassmanns Ideen und traf am Ende zwar noch keine Entscheidung, wurde allerdings erstmals mit Zahlen konfrontiert, die eine Entscheidung auch nicht unbedingt leichter machen.

Im Mittelpunkt der Überlegungen steht dabei das, was Gregor Sunder-Plassmann „historisches Ensemble“ nennt: Mühle, Sägewerk, Schweinestall, Müllerhaus, alles in unmittelbarer Nähe zueinander angeordnet und alles unter Denkmalschutz stehend. Praktisch unberührt von anstehenden Veränderungen bleibt das Sägewerk. Für die Mühle kündigte der Experte an, dass die Tourist-Info (TI) auf jeden Fall ausziehen und das Trauzimmer ins erste Obergeschoss verlegt werde. Die Folge: Die Einhausung der Treppe müsste aller Voraussicht nach nicht mehr feuerfest, sondern nur noch rauchdicht abschließen. Sunder-Plassmann sprach von einer „leichten Glasabtrennung“. Unterm Strich wird die Mühle „befreit von störenden Einbauten“, stattdessen ihre noch vorhandene Antriebstechnik freigelegt.

Für Stall und Müllerhaus stellte der Architekt danach seine zwei Varianten vor. In Kurzform: In der ersten Version ist die TI in einer Art gläsernem Einbau im vorderen Teil des ehemaligen Schweinestalls untergebracht, gleiches gilt für Büros der Wirtschaft und Touristik Kappeln GmbH. Im rückwärtigen Teil des Stalls soll das Stadtmuseum seinen Platz finden. Im Müllerhaus kann dann ein großzügiger Gastraum für ein Café entstehen, wobei Sunder-Plassmann klarstellte, nicht an eine Vollgastronomie, vielmehr an einen Anlaufpunkt für Museumsbesucher und Gelegenheit für den Sektempfang nach der Trauung in der Mühle gedacht zu haben. In Variante zwei tauschen TI und WTK mit dem Café die Plätze, das Museum bleibt an gleicher Stelle. „Ziehen Café und Museum in den Stall, könnte ein ganz guter Synergieeffekt entstehen“, sagte Sunder-Plassmann. Zudem bestehe die Chance, das Café durch andere Bestuhlung schnell in einen Vortragssaal zu verwandeln. Im Anbau des Müllerhauses finden sich in beiden Versionen sanitäre Anlagen für Besucher. Insgesamt kündigte Gregor Sunder-Plassmann eine umfassende Barrierefreiheit (mit Ausnahme der Mühle) an und lobte den zugrundeliegenden Gedanken, einen kulturellen Schwerpunkt in diesen Teil der Stadt zu legen. Und dann kam er zu den Zahlen. Nach Kalkulation des Architekten schlägt Variante eins mit 2,66 Millionen Euro (intensivster Kostenpunkt das Müllerhaus mit 1,185 Millionen Euro), Variante zwei mit 2,72 Millionen Euro (intensivster Kostenpunkt der Stall mit 1,52 Millionen Euro) zu Buche.

Max Triphaus, Geschäftsführer der WTK und der Ostseefjord-Schlei GmbH (OFS), die die TI betreibt, zeigte sich besonders angetan von einer der beiden Möglichkeiten der Umgestaltung. „Es hat Charme, wenn die Museumsbesucher zunächst durch die TI geführt werden“, sagte er über die erste Version. Und zur zweiten: „Im Müllerhaus bräuchten wir einen offenen Bereich.“ Den allerdings sicherte ihm Gregor Sunder-Plassmann während der Hauptausschusssitzung spontan zu. „Ein großer Durchbruch ist auch für die Denkmalpflege vorstellbar“, sagte der Architekt. Dennoch betonte Triphaus: „Für die TI würde ich den Stall eher präferieren.“ Grundsätzlich aber freute er sich über eine Aufwertung des Standortes und erhoffte sich davon auch eine Belebung „der gesamten städtebaulichen Achse“. Als kritisch betrachtete er lediglich die fünf vorhandenen Parkplätze, deren Zahl nicht aufgestockt werden soll. Triphaus: „Das wird in der Saison erfahrungsgemäß eng.“

Volker Ramge (CDU) befürwortete den grundsätzlichen Ansatz, das Mühlenumfeld zu verändern, ausdrücklich, machte sich aber gleichzeitig dafür stark, entsprechend dem CDU-Leitbild vorhandenen Betrieben Vorrang zu geben – in diesem Fall mit Blick auf den Betrieb des Cafés. „Wir sollten berücksichtigen, keine Konkurrenz zu örtlichen Betrieben zu schaffen“, sagte er – ein Gedanke, den Michael Arendt (LWG) unterstützte. Auch Corinna Graunke (CDU) lobte die Pläne im Ganzen und prognostizierte aufgrund der Standort-Aufwertung mehr Trauungen in der Mühle – „und das ist auch ein wirtschaftlicher Aspekt für uns“. Die entscheidende Frage für Matthias Mau (CDU) blieb indes: „Welche Mittel fließen dabei aus der Städtebauförderung?“ Noch in diesem Monat wollen sich die Stadtvertreter im besten Falle für eine der beiden Varianten entscheiden. Eine zufriedenstellende Antwort auf jene Frage wäre dafür eine gute Voraussetzung.

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erstellt am 16.Nov.2016 | 07:15 Uhr

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