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Schlei-Bote

27. März 2017 | 12:58 Uhr

Arnisser TSV : Tennissparte auf Wanderschaft

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Nach der Sanierung der Sporthalle im Hüholz muss der Arnisser TSV auf die Gemeinschaftsschule ausweichen – und hat noch keine Spielzeit.

Beim Arnisser Turn- und Sportverein (ATSV) befürchtet man, dass die Tennissparte in der neuen Saison keine Hallenplätze mehr erhält. Grund hierfür: Nach der Sanierung etlicher Sportböden in den Sporthallen des Nahbereichschulverbandes und der Stadt gibt es nur noch die große Sporthalle in der Gemeinschaftsschule (Mehrzweckhalle), die den Tennisspielerinnen des ATSV zur Verfügung steht. Und noch hat der Verein keine Zeiten. Die stellvertretende Vereinsvorsitzende Frieda Proeck sagt: „Wir haben Angst, dass wir unter den Tisch fallen.“

Gerade mal 50 Mitglieder hat der Arnisser TSV derzeit. Diese Mitglieder kommen nicht allein aus Arnis, sondern auch aus Grödersby, Rabenkirchen-Faulück, Rabel und Kappeln. Zu dem Verein, den es seit 1920 gibt, gehört seit nunmehr 25 Jahren auch eine kleine Tennissparte von sieben Frauen. „Wir nehmen nicht am Punktspielbetrieb teil, sondern spielen Tennis nur aus Spaß an dieser Sportart“, sagt die Vereinsvorsitzende Helga Sander.

Einen festen Tennisplatz hatte die Sparte nie. Bis etwa 1995 nutzte der ATSV im Sommer einen Tennis-Außenplatz im Hüholz. Nach der Neugestaltung des Sportplatzes fiel der Tennisplatz weg. Einige Jahre spielten die Frauen in der Sporthalle der Grund- und Hauptschule Hüholz, bis dort der Boden erneuert wurde. Auch dort war nach der Sanierung des Hallenbodens kein Tennisfeld vorgesehen, und so zog der Verein in die Sporthalle des Gymnasiums um.

Als nun auch dort in diesem Frühjahr die Sanierung der Halle angekündigt wurde, wandte sich die Vereinsvorsitzende an die Stadtverwaltung. Dort wurde ihr zugesichert, dass sie eine Einladung zu der Anhörung erhalten würde. Die Anhörung erfolgte schließlich im Beisein des TSV Kappeln, doch ohne den ATSV. Ergebnis: Auch dort wurde auf einen Tennisplatz verzichtet. Verwaltungsmitarbeiter Thomas Johannsen von der Abteilung Jugend, Kultur, Sport und Schulen räumt ein: „Bei der Einladung ist der ATSV durchs Sieb gefallen, obwohl dem Verein die Einladung dazu versprochen wurde.“

Johannsen betont aber auch, dass eine Teilnahme des ATSV nichts am Ergebnis geändert hätte. „Das Tennisfeld hätten sie nicht bekommen.“ Die Sporthalle des Gymnasiums werde regelmäßig sehr stark vom SV Kopperby zur Ausrichtung eines der größten deutschen Badminton-Turniere benötigt. So seien nun Linien für Badmintonfelder eingezeichnet. Weitere Linien für ein Tennisplatz seien dann verwirrend.

„Wir haben den ATSV aber auf der Agenda und wir arbeiten an einer Lösung“, versichert Johannsen und das habe man auch dem Verein bei einer Anfrage mitgeteilt. Doch sei die Organisation für die Hallenbelegung nicht einfach. „Jeder will Hallenzeiten, wenn es danach ginge, könnten wir drei neue Hallen bauen“, so der Verwaltungsmitarbeiter.

Hinzu kommt ein vereinsinternes Problem: Die Tennistrainerin des ATSV hat nur am Mittwochabend Zeit. Doch die bisherige ATSV-Trainingszeit, nämlich mittwochs von 20 bis 22 Uhr, ist in der großen Halle der Gemeinschaftsschule vom Kappelner Tennis-Club (KTC) belegt. Der Verein hat zwar eine eigene Anlage, aber keinen Hallenplatz. „Ich habe dem ATSV angeboten, dann mit dem KTC zusammen zuspielen, doch das wollte man nicht“, so Johannsen.

KTC-Vorsitzender Paul Streibl ist grundsätzlich bereit zu tauschen, wenn es vergleichbare Zeiten gebe und es seinen Mitgliedern passen würde. „Ich glaube nur, dass es nicht genügend Kapazitäten in der Halle gibt“, sagt Streibl. „Wir haben schon versucht, die Zeiten für unsere Jugend, die alle 14 Tage in der Halle trainiert, auszuweiten, doch ohne Erfolg“, so der KTC-Vorsitzende. Derzeit belegen die KTC-Senioren die gewünschte Zeit am Mittwoch.

Helga Sander hofft, dass es bis zum Schulbeginn eine Lösung gibt. „Die Umlandgemeinden zahlen beim Schulverband doch auch ihre Beiträge ein. Warum sollte ein Umlandverein dann nicht auch eine Halle des Schulverbandes nutzen können?“, fragt die Vorsitzende des Arnisser TSV. Und ihre Stellvertreterin Frieda Proeck meint, dass die Unterstützung der Umlandvereine wichtig sei. „Ansonsten fallen diese kleinen Vereine, die für den Zusammenhalt in den kleinen Gemeinden so wichtig sind, auseinander.“

 

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erstellt am 25.Aug.2016 | 07:15 Uhr

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