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Schlei-Bote

10. Dezember 2016 | 12:01 Uhr

38. Kappelner Heringstage : Super-Wetter sorgt für Besucherrekord

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Der Veranstalter spricht von rund 50.000 Gästen während der vier tollen Tage. Heringskönigin Karin Traulsen verzichtet auf ihr Amt.

Die 38. Heringstage sind seit gestern vorüber, und Veranstaltungsleiter Jürgen van Schöll, Geschäftsführer der Wirtschaft und Touristik Kappeln GmbH, vermeldet einen neuen Besucherrekord. „Ich schätze schon, dass wir bei um die 50.000 liegen“, sagte er gestern und sprach davon, sein Ziel, die Heringstage als Familienfest darzustellen, „komplett erreicht“ zu haben. Einziger Wermutstropfen: Der am Donnerstag frisch gekürte Heringskönig Andy Graunke hat keine Königin mehr. Karin Traulsen ließ gestern mitteilen, das Amt „aus persönlichen Gründen“ nicht antreten zu wollen. Ein Umstand, den es in der Geschichte der Heringstage noch nie gegeben hat.

Das Wetter der vergangenen vier Tage war ein absoluter Glücksfall. Kein Regen, Sonnenschein ohne Unterbrechung und ein leichter Wind trieben die Besucher in Massen nach Kappeln. Und: Die Sonne schlug sich auch auf das Gemüt der Menschen nieder. „Das Wetter hat zur guten Atmosphäre beigetragen“, sagte Jürgen van Schöll. „Die Leute fühlten sich einfach wohl und waren glücklich.“ Und laut seiner Beobachtung traf das auf jede Altersgruppe zu. „Die Spielmeile wurde sehr gut angenommen, im Südhafen war die Jugend anzutreffen und in der „Haifisch-Bar“ die ältere Zielgruppe“, sagte van Schöll. „Ich glaube, wir konnten mit dieser Programmgestaltung gut punkten.“ Und ganz persönlich: „Für mich waren das die schönsten Heringstage.“

Allerdings gab es auch solche, für die das grandiose Wetter durchaus Nachteile hatte. Marlon Weiß, Inhaber des Fahrgeschäftes „Superhopser“, rechnete gestern mit einem Umsatzminus von mindestens 30 Prozent im Vergleich zu den Vorjahren. „Das Wetter ist einfach zu schön für uns“, sagte er. Zwar sei die Stadt regelmäßig gut gefüllt gewesen, aber für eine Runde mit dem „Superhopser“ war es schlicht zu warm. „Wir brauchen Pullover-Wetter“, gab Weiß schon einmal als Wunsch fürs nächste Jahr heraus. Auch Ronja Jaitner, Mitarbeiterin der Firma Fischfritz aus Recklinghausen, nannte das Wetter zwar einen „Traum“, für ihren Umsatz allerdings auch nicht förderlich. „Es ist merklich weniger als im Vorjahr“, sagte sie. Grundsätzlich seien die Heringstage für sie aber ein gutes Geschäft, hinzu komme das „angenehme Umfeld“. Für Gastronom Michael Hucke war indes mit Blick aufs Geschäft gerade der Freitag „ein richtig guter Abend“. Als großen Pluspunkt verbuchte er dabei die Möglichkeit, die Bar freitags und sonnabends bis 1 Uhr öffnen zu dürfen. „Das ist schön für Gäste und Gastronomen“, sagte Hucke. „Da hat Kappeln anderen Städten wirklich etwas voraus.“ Derweil konnten die Heringstage bei Besucherin Ingrid Lettau aus Kiel eher und trotz der hohen Gästezahl mit Beschaulichkeit punkten. „Es ist nicht so überfüllt wie bei der Kieler Woche“, sagte sie.

Die Besuchermassen haben auch bei der DRK-Bereitschaft keine großen Spuren hinterlassen. „Sehr ruhig“ seien die vier Tage aus DRK-Sicht verlaufen, sagte etwa Einsatzleiter Steffen Räth und sprach von 35 Hilfeleistungen, darunter etliche Frakturen nach Stürzen und Kreislaufprobleme. „Aber unser Eindruck ist, dass das Aggressionspotenzial insgesamt abgenommen hat“, sagte Räth und erkannte darin das erfolgreich umgesetzte Sicherheitskonzept von Stadt und DRK.

Erfolgreich war am Himmelfahrtstag auch Karin Traulsen, als sie sich mit ihrem guten Tipp bei der Heringswette die Königinnen-Würde holte. Wie gestern bekannt wurde, hatte sie aber bereits am Freitagabend dem Verschönerungsverein mitgeteilt, das Amt „aus persönlichen Gründen“ doch nicht übernehmen zu wollen, am Sonnabend gab sie die Königinnen-Kette zurück. Dieter Clausen, Vorsitzender des Verschönerungsverein, sagte gestern: „Es ist schade, aber natürlich respektieren wir diese Entscheidung. Wir wollen niemanden in eine Position bringen, die er nicht ausführen möchte.“ Gleichwohl sieht sich der Verein nun mit einer völlig neuen Situation konfrontiert, da ein freiwilliger Amtsverzicht bislang noch nie vorkam. Clausens Stellvertreter Werner Kinast erklärte: „Für uns ist es schwierig zu entscheiden, wie es nun weitergeht.“ Dass es weitergeht, ist indes klar. Noch in dieser Woche möchte der Verein eine Lösung präsentieren.

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erstellt am 09.Mai.2016 | 07:15 Uhr

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