zur Navigation springen

Schlei-Bote

10. Dezember 2016 | 13:51 Uhr

Kappeln : SSW will dreigeschossiges Parkdeck

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

155 zusätzliche Stellplätze sollen auf dem Scheunenfeld entstehen. Noch keine Klarheit über die Kosten. Bürgermeister: „Baulich machbar“.

Mit der Bewirtschaftung des Großparkplatzes zwischen Rathaus und Fußgängerzone stellte die Stadt im Jahr 2013 auch den Bau eines innerstädtischen Parkdecks in Aussicht. Dazu ist es nicht gekommen. Das will der SSW nun ändern. Die Fraktion hat den Antrag gestellt, „ein dreigeschossiges Parkdeck auf dem Scheunenfeld zu erstellen“.

„Wir brauchen einen größeren innenstadtnahen Parkplatz“, fordert SSW-Fraktionsvorsitzender Christian Andresen. „Wir haben doch derzeit einen Parkplatz-Suchverkehr in der Innenstadt, weil die Anwohner ständig Probleme haben, einen Abstellplatz für ihr Auto zu finden“, sagt Andresen. Der vorhandene kostenlose Parkplatz auf dem Scheunenfeld mit seinen 85 Stellplätzen sei zu klein für Anwohner, Mitarbeiter aus Wirtschaft und Verwaltung sowie für Schüler des Berufsbildungszentrums. Diese Personengruppen seien überwiegend Langzeitparker und dürften nicht vergessen werden. „Zum anderen wird mit dem Bau auch das Versprechen an die Bürger und die Wirtschaft eingelöst“, heißt es in dem SSW-Antrag.

Die vom SSW angestrebte Lösung soll ein dreigeschossiges Parkdeck sein. Das Scheunenfeld liege hoch genug für ein Tiefdeck, das über eine Rampe anzufahren sei. Darüber soll dann auf gleicher Höhe des bestehenden Parkplatzes eine weitere Parkebene entstehen. Hier soll eine Zufahrt über den Großparkplatz gebaut werden. Auch die Zufahrt zu den Seniorenwohnungen müsse sichergestellt sein, da diese ihre Stellplätze schon jetzt nur über das Scheunenfeld erreichen könnten. Den Abschluss bildet dann ein drittes von Stahlträgern gestütztes Parkdeck ohne Dach. Dieses Parkdeck soll ebenfalls über eine Rampe vom Großparkplatz erreicht werden.

„Die offene Bauweise ist uns wichtig. Dieses Parkdeck ist kein Parkhaus“, versichert der SSW-Fraktionsvorsitzende. Und weiter sagt er: „Wir wollen nicht, dass die Anwohner auf einen Betonklotz sehen.“ Mit diesem Parkdeck glaubt der Stadtvertreter die Zahl der Stellplätze auf 240 vergrößern zu können. Das wäre nahezu eine Verdreifachung gegenüber dem jetzigen Stand. Andresen beruft sich bei der Standortfrage auf ein Gutachten für Hannover, wonach innenstadtnahe Parkplätze bis 150, maximal bis 300 Meter vom Zentrum entfernt liegen dürfen. Das Scheunenfeld habe als Standort zudem den Vorteil, dass keine zusätzliche Fläche versiegelt werden müsste. Für diese Parkplätze sollen die Benutzer einen monatlichen oder jährlichen Betrag zahlen. Die Kosten für das gesamte Projekt sind laut Andresen je nach Ausstattung mit 3000 bis 5000 Euro pro Stellplatz zu veranschlagen. Diese Zahlen hätten ein Gespräch mit einem Parkdeck-Erbauer ergeben.

Von Kosten ist in dem Antrag indes nicht die Rede. Für den Vorsitzenden des Verkehrsausschusses, Michael-Sven Schattka (Grüne), muss daher der Antrag umformuliert werden. Zunächst müsse die Verwaltung aufgefordert werden, die Kosten für das Vorhaben zu prüfen, um zu sehen, ob es realisierbar sei. „Wir können ja nicht anfangen etwas zu bauen, ohne zu wissen, was es kostet. Das ist schon formal nicht möglich“, meint Schattka. Auch er sieht einen Engpass bei den Langzeitparkern in der Innenstadt. „Ich halte das Vorhaben für ein berechtigtes Anliegen“, so der Verkehrsausschussvorsitzende. Doch die Kostenfrage müsse geklärt werden. Dabei erinnerte Schattka an den Ausweichparkplatz in Ellenberg, bei dem die Kosten um das Siebenfache der ursprünglichen Summe stiegen. Zudem müsse man auch sehen, ob man damit die unmittelbaren Anwohner beglücke.

Stefan Lenz, Vorsitzender des Wirtschaftskreises pro Kappeln (WPK), hält zusätzliche innenstadtnahe Parkplätze für sinnvoll. „Ob es nun ein dreigeschossiges Parkdeck sein muss, sei mal dahin gestellt“, so Lenz. Denn das müsse auch zu der Stadtentwicklung passen. Der WPK-Vorsitzende fordert ein Verkehrsgutachten. „Die Gesamtsituation Parken muss durchdacht werden. Wie kriege ich den Verkehr zu einem Ort und wie wieder weg.“ Lenz warnte vor Schnellschüssen, wenn man den Verkehr lenken wolle. Schließlich gehe es darum, vom Touristen bis zum Einheimischen und vom Kurz- bis zum Langzeitparker alles abzudecken.

Laut Bürgermeister Heiko Traulsen ist der Platz für ein Parkdeck auf dem Scheunenfeld richtig, weil er stadtnah für die Berufstätigen liege. „Baulich ist das auch machbar“, so Traulsen. Doch die Kosten schätzt er auf „locker“ 7500 bis 10.000 Euro pro Stellplatz. So viel kostete der jüngste Parkplatz am Zob. Bei einem angenommenen Preis von 7500 Euro pro Stellplatz würde bei 240 Stellplätzen ein Betrag von 1,8 Millionen Euro fällig. Doch um den Vorschlag des SSW umzusetzen, werde es größere Erdbewegungen als beim Zob geben müssen und auch Stützmauern seien einzuziehen. Zudem verfüge die Stadt nicht über das ganze Grundstück und auch der Pastorenhof müsse eine Zuwegung erhalten. Langfristig müsse die Stadt aber mehr Parkplätze aufweisen. „Wir haben 850 städtische Parkplätze, allein im Ostseeresort Olpenitz entstehen 920 Wohneinheiten und die wollen sicherlich auch mal in die Stadt fahren“, so der Bürgermeister. 

zur Startseite

von
erstellt am 03.Sep.2016 | 14:30 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen