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Schlei-Bote

11. Dezember 2016 | 07:19 Uhr

Karby : Sparkassen-Filiale schließt

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Der 18. November ist der letzte Tag für den Standort. Es bleibt eine Selbstbedienungsstation.

Die Förde Sparkasse zieht sich weiter aus der Fläche zurück. Das ist das Ergebnis der jüngsten Filialschließungsrunde, die das öffentlich-rechtliche Geldinstitut gestern per Presseerklärung verkündet hat. Betroffen ist neben den Filialen in Eckernförde-Nord und Osdorf auch die Niederlassung in Karby. Der 18. November ist der letzte Tag für diesen Standort. Zwei Mitarbeiter werden versetzt, es bleibt eine SB-Station.

Klaus-Dieter Möse, Bürgermeister von Karby, ist ausgesprochen enttäuscht von der Reduzierung der örtlichen Förde Sparkasse auf den Automatenbetrieb. „Ich bin total geschockt, auch wenn ich damit gerechnet habe“, so Möse. Er befürchtet, dass auf lange Sicht auch die Automaten wegfallen werden. „Die nächste Filiale in Vogelsang-Grünholz ist mehr als acht Kilometer entfernt.“ Gegenüber dem Verwaltungsrat habe Möse eingewendet: „Sie sind doch verpflichtet, die Menschen mit Geld zu versorgen.“ Im Verwaltungsrat kümmere dies jedoch niemanden. „Wir werden einen öffentlichen Beschwerdebrief an den Verwaltungsrat schreiben. Ich glaube aber nicht, dass das etwas bringen wird.“ Mit Bedauern reagieren auch die meisten Karbyer auf die Entscheidung der Förde Sparkasse. Brigitte Wohlfahrt betreibt den „Ihre-Kette-Markt“ nur ein paar Schritte von der Sparkasse entfernt. „Für mein Geschäft ist das bitter. Ich gehe jeden Tag rüber und hole Kleingeld. Und Sparkassen-Kunden kommen häufig zu mir.“ Susanne Windscheid (55) ist nicht Kundin der Förde Sparkasse, aber dennoch enttäuscht: „Die Leute haben keinen Ansprechpartner mehr. Es wird alles immer anonymer. Gerade in einem Dorf wie Karby ist das schade, weil es hier viele ältere Leute gibt, die mit den Automaten nicht so gut umgehen können. Ähnlicher Meinung ist Bernhard Clausen (69): „Ich mache sowieso Online-Banking, aber es ist trotzdem traurig. Das Dorf blutet mehr und mehr aus.“ Auch er rechnet mit großen Problemen für ältere Bürger, „wenn sie gar keinen Ansprechpartner mehr haben, der ihnen hilft, und sie alles selber machen müssen“.

Der vierköpfige Sparkassenvorstand um den Vorsitzenden Götz Bormann und seinen Stellvertreter Ulrich Boike begründet die Einschnitte in das Filialnetz mit „Veränderungen des Kundenverhaltens und steigenden Anforderungen an die Beratungsqualität“. Die Nutzung digitaler und mobiler Kanäle nehme zu, während die Anforderungen an die persönliche Beratung in der Filiale wachse. Einen Service zu bieten, der gezielt auf die Bedürfnisse der Kunden aus beiden Welten – online und offline – eingehe, sei eine wesentliche Herausforderung, um auch künftig wettbewerbsfähig zu bleiben. „Nähe wird durch unsere Kunden zunehmend neu definiert und bedeutet heutzutage, dass der eigene Berater möglichst einfach über viele Kanäle erreichbar ist. Die Förde Sparkasse investiert daher in den Ausbau digitaler Kanäle, um nicht nur vor Ort, sondern auch im Netz einen schnellen Zugang zu Service- und Beratungsangeboten zu ermöglichen“, teilte die Sparkasse mit.

Man investiere in die Ausbildung der Mitarbeiter und schaffe Filialen, „die das Beratungsangebot erweitern und aufwerten.“ Die „Anpassungsmaßnahmen“ erforderten die Zusammenlegung oder Schließung von insgesamt acht Filialen. „Anpassung“ heißt in diesem Fall: Schließung oder Umwandlung in eine mitarbeiterfreie Selbstbedienungsstation.

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erstellt am 24.Sep.2016 | 17:45 Uhr

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