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Schlei-Bote

10. Dezember 2016 | 21:35 Uhr

Freiwillige Feuerwehr Kappeln : Schluss mit dem Kleider-Wirrwarr

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Neue Spinde der Kappelner Ortswehr sollen Verwechslungen der Uniformen verhindern und die Zeit bis zur Einsatzbereitschaft verkürzen.

Die Kappelner Ortswehr hat neues Mobiliar bekommen. Ab sofort hat jeder Brandschützer seinen eigenen Schrank zum Umziehen. 18 Doppelspinde aus alten Bundeswehrbeständen hat die Wehr mit Hilfe von Sponsoren erhalten. Was sich wie eine Nebensächlichkeit anhört, ist für die Brandschützer unmittelbar vor ihren Einsätzen von hoher Bedeutung. „Wir haben uns mit dem Projekt schon drei Jahre beschäftigt“, betont der stellvertretende Kappelner Ortswehrführer Björn Frye bei der Übergabe.

Wenn es brennt, muss es fix gehen. Bei den Feuerwehrleuten muss daher jeder Griff sitzen. Doch viele Jahre war das im Gerätehaus der Ortswehr Kappeln gar nicht so einfach. Die Brandschützer aus der Gerichtsstraße hatten bislang nur sogenannte Helmhalterungen, eine Art Garderobenleiste der Feuerwehrleute, für ihre Einsatzkleidung. „Die Stiefel kamen auf ein am Boden liegendes Holzbrett, und alles andere hing an einem einzigen Haken“, erläutert Björn Frye. Pro Person gab es zudem nur etwa 20 Zentimeter Platz zum Umziehen. „Wenn ein 120-Kilo-Mann sich umzieht, dann wird es schnell eng“, so der 41-Jährige. Zumal die persönlichen Umkleidezonen sich immer um die Hälfte überlappten. „Da können entscheidende Sekunden verloren gehen“, weiß Frye. Im Eifer des Gefechts kam es dann auch schon mal vor, dass der eine Kamerad die Stiefel des Nachbarn anhatte und der Nachbar dafür dessen Hose.

Diese Zeiten sind vorbei. Jetzt zieren 18 rote Doppelspinde mit 36 Plätzen das Gerätehaus. „Nun herrscht hier Ordnung, es gibt klare Strukturen – auch für neue Kameraden. Das ist einfach Standard“, meint Frye. Zwischenzeitlich hatten die 30 Kappelner Brandschützer schon mit dem Gedanken gespielt, die Schränke aus Grobspan-Platten(OSB) selbst zu bauen, doch das Material wäre nicht brandfest gewesen. Für Feuerwehrleute undenkbar. Doch aus alten Bundeswehr-Liegenschaften gab es noch Spinde. Die waren zwar blau, doch diese rot zu lackieren, war günstiger als rote zu bestellen.

Dieses Kostenbewusstsein hat einen der Sponsoren, Thedje Ancker, besonders beeindruckt. „Andere bestellen gleich neue Schränke, doch die Kappelner Wehr hat sehr auf die Kosten geachtet und gebrauchte Spinde genommen“, so Ancker. Auch für den Transport stellten Kappelner Firmen einen Lkw und einen Anhänger zur Verfügung. Peter Wrede, dessen Firma für Yachtlackierung mit 1600 Euro, den größten Teil der Kosten von 3000 Euro übernommen hat, ist die Unterstützung der Feuerwehr wichtig. „An unseren Standorten hat es schon zwei Mal gebrannt. Wenn man mal gesehen hat, wie die Feuerwehrleute sich engagieren, kann man das nur unterstützen“, so Wrede.

Gruppenführer Simon Gieselmann freut sich über die Neuerung im Gerätehaus. „Das ist weitaus schöner als vorher.“ Gieselmann gefällt es besonders, dass die Spinde im oberen Teil auch ein persönliches Fach für Handys, Brillen und Schlüssel haben. „Die Sachen lagen früher auf dem Fußboden, da ist schon so manche Brille und das ein oder andere Handy kaputt gegangen.“ Dafür haben die Brandschützer nun ein anderes Problem. „Wir wissen noch nicht“, so Gieselmann, „was wir jetzt mit den Helmhalterungen machen“.  

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erstellt am 23.Aug.2016 | 07:00 Uhr

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