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Schlei-Bote

10. Dezember 2016 | 00:18 Uhr

Kappeln : Polizei nimmt Kappelholz ins Visier

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Ein Anwohner kritisiert die Unfallhäufigkeit und fordert Verbesserungen. Der Revierleiter will ein Geschwindigkeitsmessgerät aufbauen.

Kappeln | Frank Wagner hat lange gewartet. Viel zu lange, wenn man ihn fragen würde. Nachdem er sich im Sommer schriftlich an die Stadtverwaltung gewandt hatte, der Ausschuss für Umwelt und Verkehr aber erst wieder im November – und das auch nur unter erschwerten Bedingungen (wir berichteten) – zusammenfand, konnte der Kappelner nun sein Anliegen vorbringen. Wagner hatte im Bereich Kappelholz/Bundesstraße 201 eine „Häufung von Unfällen“ registriert und gleichzeitig eine Liste von Vorschlägen erstellt, wie diese offenbar gefährliche Stelle entschärft werden könnte. Kappelns Polizeichef Christian Lutter, der an diesem Abend auch anwesend war, ging auf Wagner einen ersten, vielleicht entscheidenden Schritt zu, um diesen Bereich zunächst genauer unter die Lupe zu nehmen.

Vor dem Ausschuss sprach Frank Wagner von „mindestens drei Unfällen“ in den vergangenen zehn Jahren und zwar überwiegend nachts und meistens aufgrund von überhöhter Geschwindigkeit. Die Folgen bestünden in „erheblichem Sachschaden“ und zumindest in der Gefährdung von Menschen. Nach Wagners Beobachtungen hat der Verkehr insgesamt stark zugenommen, er führt das unter anderem auf den Lieferverkehr von Biogasanlagen, Besucherverkehr zur „Alten Eule“ und Eltern, die ihre Kinder zum Gymnasium bringen oder dort abholen, zurück. Erlaubt sind an der Stelle 50 km/h, bei einem Ortstermin mit der Verwaltung habe man, so Wagner, jedoch festgestellt, „dass allgemein schneller gefahren wird“. Der Kappelner macht das auch an der Optik fest. „Wer nach Kappeln reinfährt, sieht eine breite Allee und erkennt keine Notwendigkeit, auf 50 km/h zu reduzieren“, sagte er. Sein Fazit: „Die gesamte Verkehrssituation muss neu betrachtet werden.“

Und Wagner hatte sich ebenfalls bereits Gedanken gemacht, welche Möglichkeiten solch eine Neubetrachtung nach sich ziehen könnte: Warnbaken beispielsweise, Verkehrsschilder mit dem Hinweis „Schulweg“ und einem damit verbundenen Tempolimit von 30 km/h während der Schulzeit, eine optische Verengung der Straße, eine elektronische Geschwindigkeitsanzeige, Verkehrsinseln.

Unterstützung erhielt er von Peter Boltz, gleichzeitig bürgerliches Ausschussmitglied der CDU und Elternvertreter am Gymnasium. Auch Boltz sprach davon, dass Fahrzeuge, die aus Süderbrarup kommen, an der kritischen Stelle „weit über 50 km/h fahren“. Und auch er forderte: „Es muss Maßnahmen geben, die dazu zwingen, das Tempo zu verringern.“ Und nachdem Philipp Schmitt (CDU) als Ausschussvorsitzender in Vertretung für Michael Schattka darauf hingewiesen hatte, dass er zwar die Situation nicht kleinreden wolle, aber darauf aufmerksam machen müsse, „dass die Stadt bedauerlicherweise für die B201 nicht zuständig ist“, nahm Christian Lutter Stellung. „Ein Unfallschwerpunkt im Sinne der rechtlichen Vorgaben ist dieser Bereich nicht“, sagte Kappelns Polizeirevierleiter. Unter diese Definition fallen demnach Orte, an denen sich mindestens drei Unfällen im Jahr ereignen. Und an Frank Wagner gerichtet: „Es ändert aber nichts daran, dass Sie dort eine konkrete Gefahr erkennen.“ Lutters Vorschlag: „Wir können dort an dieser Stelle durchaus mal Geschwindigkeiten messen.“ Die Messungen könne man auswerten, die Anlieger über das Ergebnis informieren und dann gegebenenfalls weiter agieren. Frank Wagner begrüßte diese Idee sehr. Sein Anliegen ist außerdem über die Stadtverwaltung an den Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr weitergereicht worden.

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erstellt am 01.Dez.2016 | 06:00 Uhr

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