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Schlei-Bote

04. Dezember 2016 | 11:23 Uhr

Kappeln : Politik will neuen Heringszaun

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Bauausschuss: Auch künftig soll Fischfang möglich sein. Lediglich die Grünen sprechen sich für reines Dekorations-Modell aus.

„Keine Frage, der Heringszaun gehört zu Kappeln.“ Mit dieser deutlichen Stellungnahme machte die Stadtvertreterin und CDU-Parteivorsitzende Corinna Graunke gleich zu Beginn der Bauausschusssitzung deutlich, wohin die Diskussion über einen Ersatzbau des Kappelner Heringszaunes führen wird.

Bauamt-Mitarbeiter Ulrich Bendlin stellte auf der Sitzung des Bau- und Planungsausschuss der Stadt Kappeln den Planungsstand zum Heringszaun vor. Der Pfahl und Schiffsbohrwurm hat auch bei Kappelns 600 Jahre altem Wahrzeichen sein zerstörerisches Werk getan und die als Grundgerüst dienenden Holzstämme so durchbohrt, dass sie brechen werden. Ein weiteres Problem ist die mangelnde Durchströmung des Heringszaunes. Im Rahmen einer Machbarkeitsstudie wurden Lösungen aufgezeigt.

Demnach muss der alte Zaun zurückgebaut und durch einen Neubau aus bohrmuschelresistentem Hartholz ersetzt werden. Im Unterwasserbereich soll ein Geogitter die Durchlässigkeit erhöhen. Dieses Gitter sorgte allerdings für breiten Diskussionsstoff, da die Löcher so groß sein können, dass die Heringe durchschlüpfen, oder so klein, dass sie gefangen werden.

Michael Schattka (Grüne) nahm diesen Hinweis auf und will den Zaun zu einen Deko-Zaun zurückentwickeln, so dass dort keine Heringe mehr gefangen werden können. Das sei seiner Meinung auch nicht notwendig, da sich der Heringsfang kaum noch lohne und sich aus Tierschutzgründen ein durchlässiger Zaun anbiete. Diese Aussage brachte Werner Kinast, den 2. Vorsitzenden des Verschönerungsvereins, auf den Plan. „Immer noch wird der Zaun von einem hauptamtlichen Fischer bewirtschaftet“, stellte er klar und warnte davor, einen reinen Dekorations-Zaun zu erstellen. Alles andere als ein funktionsfähiger Zaun würde die Heringswette unmöglich machen und damit auch die Heringstage in Frage stellen.

Bauausschussvorsitzender Volker Ramge (CDU) nahm hier gleich den Wind aus den Segeln und stellte klar, dass es keine Alternative zu einem funktionsfähigen Heringszaun gibt. Unterstützung erhielt er vom SPD-Fraktionsvorsitzenden Rainer Moll, der sich einen Heringszaun als Show-Objekt nicht vorstellen kann. Damit war das Thema geklärt, so dass nun an die Umsetzung eines funktionsfähigen Heringszaunes gegangen werden kann.

Ein solcher Neubau wird etwa 450.000 Euro kosten. Ulrich Bendlin hofft aber auf erhebliche Fördermittel aus dem Europäischen Fischereifonds und aus Mitteln des Investitionsprogramms Kulturelles Erbe. Bei beiden Förderprogrammen muss sich der Heringszaun allerdings mit vergleichbaren Projekten messen. Rainer Moll sieht als Vertreter der Aktiv Region gute Förderchancen. Kappelns Verschönerungsverein hat ebenfalls signalisiert, 16.000 Euro für die Erneuerung beizusteuern. Für die Stadt Kappeln verbliebe maximal eine Eigenbeteiligung von 100.000 Euro. Der Bauausschuss empfiehlt der Stadtvertretung, die entsprechenden Haushaltsmittel zur Verfügung zu stellen.

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