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Schlei-Bote

08. Dezember 2016 | 09:02 Uhr

Kappeln : „Plan haben“ – Startschuss für Paten

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Auftaktveranstaltung im Rathaus: Vier Unterstützer für Jugendliche haben sich bereits gemeldet.

Jugendlichen eine Perspektive bieten, sie in verschiedenen Lebenslagen unterstützen und ihnen eine „Vertrauensperson“ sein – das ist das Ziel des Projekts „Plan haben“. Vielen Jugendliche fehlt ebendies – ein Plan. Die Lenkungsgruppe, die das Projekt ins Leben gerufen hat, will diese Lücke füllen und Jugendlichen dafür einen Paten zur Seite stellen.

Wer wissen wollte, wie diese Arbeit aussehen könnte, hatte Donnerstagabend bei der offiziellen Auftaktveranstaltung im Rathaus Gelegenheit, dies zu erfahren. Die Lenkungsgruppe um Harald Prahs (Schulsozialarbeit), Melanie Harrenberger (Frauenzimmer), Andrea Matebel (Sozial-Forum), Marion Kasimir (Jugendzentrum) und Carola Dennda (Gleichstellungsbeauftragte der Stadt des Amtes Kappeln-Land) hatte Mitte Oktober bereits ihr Projekt vorgestellt, vier Wochen später nun hat es mit dem offiziellen Startschuss, zu dem Vertreter von Verbänden und Schulen sowie aus der Politik geladen waren, weiter an Fahrt aufgenommen.

Vier Anfragen von Interessierten seien bei der Lenkungsgruppe schon eingangen, erzählte Marion Kasimir. Jetzt wollten sie die potenziellen Paten kennenlernen. „Wir werden Hausbesuche machen, um zu schauen, wer sich da gemeldet hat und ob es harmoniert“, erklärte Kasimir. Paten müssen mindestens 18 Jahre alt und bereit sein, sich mindestens ein Jahr auf die Jugendlichen einzulassen. Die Lenkungsgruppe stellt den Kontakt zwischen Paten und Jugendlichen her und hält ihnen den Rücken frei, indem sie sich um Organisation und Finanzierung der Patenschaft kümmert.

„Wir alle wissen doch – manchmal aus eigener Erfahrung – dass das Leben nicht immer von Geradlinigkeit, Selbstbewusstsein oder Erfolg gekennzeichnet ist“, sagte Bürgermeister Heiko Traulsen in seiner Rede zu Beginn. „In diesen Lebenssituationen kann die Unterstützung von Dritten dabei helfen, wieder auf den Weg zu kommen.“ „Plan haben“ könne dabei eine Ergänzung zu Jugendzentren, Jugendamt oder der eigenen Familie sein.

Um diese Arbeit in Kappeln leisten zu können, hat das Innenministerium dem Projekt bereits 3500 Euro bereitgestellt. Sie sollen für Werbung, Materialien für Patentreffen und die gestrige Auftaktveranstaltung vewendet werden, stellte Gleichstellungsbeauftragte Carola Dennda in Aussicht. Unterstützung bekommt sie zudem von der Lenkungsgruppe aus Schleswig, wo es „Plan haben“ bereits gibt und die mit Informationen und Erfahrungsberichten Starthilfe leistet.

Dass sich die Arbeit des Projekts lohnen und erfolgreich sein kann, zeigte die Geschichte von Nico Pirkstin. Vor sieben Jahren wurde er auf das Projekt „Plan haben“ in Schleswig aufmerksam und übernahm die Patenschaft für einen damals 13-jährigen Jungen, dessen Eltern geschieden waren. „Ich habe selbst vier Töchter und hatte mir etwas männliche Unterstützung in der Familie gewünscht.“ Anfangs seien sie zu zweit spazieren gegangen, dann wurde der Junge Schritt für Schritt Teil der Familie. „Er ist für uns Familienmitglied und sehr guter Freund zugleich“, beschrieb Pirkstin die Patenschaft. Sie hätten sich immer regelmäßig getroffen, viel gequatscht, und Pirkstin stand ihm beratend zur Seite, wenn es nötig war.

Emotionaler Höhepunkt der Patenschaft sei die Freisprechung des jungen Mannes zum Mechatroniker gewesen. „Da dankte mir die Mutter und sagte, dass er das ohne mich nie geschafft hätte. Das war sehr ergreifend“, erinnerte sich Pirkstin. Heute ist sein „fünftes Kind“ bei der Bundeswehr, der Kontakt aber sei nach wie vor sehr eng.

In Kappeln möchte die Lenkungsgruppe regelmäßige Patentreffen organisieren. Ein erstes soll am Donnerstag,
15. Dezember, ab 17.30 Uhr im Rathaus der Stadt stattfinden.

> Wer sich für das Projekt „Plan haben“ interessiert (Paten und Eltern), kann sich auf der Homepage www.plan-haben-kappeln.de oder bei der Gleichstellungsbeauftragten Carola Dennda, ✆ 0  46  42  / 1  83  27 informieren und sich für das Projekt melden.

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erstellt am 19.Nov.2016 | 08:00 Uhr

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