zur Navigation springen

Cremilk in Kappeln : Pläne mit „Respekt für die Nachbarschaft“

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Die Cremilk investiert in Lärmvermeidung, um den Standort Kappeln zu sichern und die umliegenden Anwohner zu schützen.

Die Cremilk hat einen entscheidenden Schritt in Richtung Erweiterung und Bestandssicherung getan. Stadtplaner Rainer Isensee von der AC Planergruppe aus Itzehoe stellte kürzlich vor dem Bauausschuss den Vorentwurf des B-Plans Nr. 80 und der 45- F-Plan-Änderung für den Bereich „Cremilk und Umgebung“ vor, der ein hehres Ziel verfolgt: das, so formulierte es Isensee, „verträgliche Miteinander“ von Wohnbebauung und Betrieb. Nicht ganz einfach gerade in diesem Areal, in dem vieles dicht an dicht geschieht und von verschiedenen Seiten Rücksicht gefordert ist. Offenbar aber scheint es dennoch zu funktionieren.

In großer Ausführlichkeit ging Rainer Isensee auf die einzelnen problematischen Faktoren, die in erster Linie mit Emissionen, die die Cremilk im regulären Betrieb aussendet, zusammenhingen, ein. „Der Schallschutz spielt eine große Rolle“, sagte Isensee. „Und das Gebot der gegenseitigen Rücksichtnahme.“ Grundsätzlich gelte aber dabei: Weil sich Wohnbebauung und Betrieb praktisch zeitgleich nebeneinander entwickelt haben, sind die Schutzbedürfnisse der Anwohner als etwas geringer einzustufen als es bei einer zeitlich nacheinander folgenden Entwicklung der Fall wäre. Trotzdem ist die Cremilk, vor allem bei ihren Bestandsgebäuden aufgefordert, eine sogenannte Lärmminderungstechnik einzusetzen. Im geplanten Erweiterungsbau auf dem früheren Kleingartengelände gelten bereits von vornherein reduzierte Emissionswerte.

Nach den Worten Isensees hält die Cremilk im Tagesbetrieb zwischen 6 und 22 Uhr sämtliche Richtwerte der erlaubten Lärmemission ein oder unterschreitet sie sogar. „Problematisch wird es nachts“, räumte der Stadtplaner ein, wenn die Richtwerte überschritten würden. Daher plane der Betrieb, „besonders störende Lärmquellen“ zu sanieren beziehungsweise sie auf andere Weise baulich so zu verändern, dass im Ergebnis auch die Nachtwerte eingehalten werden können.

Lars Braack (SPD) war der erste, der das Kappelner Unternehmen lobte. „Es ist toll, was die Cremilk alles unternimmt, um einerseits natürlich den eigenen Betrieb, aber auch das Wohl der Anwohner zu sichern“, sagte er. Cremilk-Geschäftsführer Jens Ramsl nutzte derweil die Gelegenheit, um der Politik vor Augen zu führen, dass der Weg zu eben jener nun getroffenen Vereinbarung ein „sehr langer“ gewesen sei. Und: „Gerade in Dinge wie Filtration und Lärmvermeidung haben wir viel Geld investiert“, sagte er. Und auch der nun verabredete Kompromiss fordere weitere große Schutzmaßnahmen. Aber: „Der Eigentümer favorisiert den Standort Kappeln und ist daher auch bereit zu investieren“, sagte Ramsl.

Mit dem erforderlichen B-Plan hoffe man, eine Basis geschaffen zu haben, auf der der Betrieb sicher in die Zukunft gehen könne. Ramsl: „Wir haben dies mit Respekt für die Nachbarschaft getan und wünschen uns, dass uns der gleiche Respekt entgegengebracht wird.“ Der B-Plan und die dazugehörige F-Plan-Änderung gehen nun ins reguläre Verfahren, das unter anderem eine Öffentlichkeitsbeteiligung vorsieht.

zur Startseite

von
erstellt am 08.Mär.2017 | 07:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen