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Schlei-Bote

04. Dezember 2016 | 07:09 Uhr

Sterup : Pfadfinder wandeln auf neuen Wegen

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Steruper Scouts nehmen an großem Sommerlager in Dänemark teil. Und erstmals sind indische Jugendliche mit dabei.

Um den Scouts aus Indien und aus dem US-Bundesstaat New York zu zeigen, „wo wir leben“, verließen die Steruper Laurentius-Pfadfinder für einen Tag ihr Sommerlager in Sterninghus unweit der deutsch-dänischen Grenze und unternahmen eine Tour durch Angeln. Eigentlich hatten sie den Gästen die Landschaft aus der luftigen Höhe des Bismarckturms auf dem Scheersberg zeigen wollen – doch der ist gesperrt. Also wurde stattdessen der 52 Meter hohe Turm der Steruper Kirche erklommen. Auch von dort reichte der Blick bis hin zur Ostsee. Für alle ein schönes Erlebnis, wobei auch das Gotteshaus selbst in Augenschein genommen wurde.

Dass sogar neun junge Inder zu dem Sommerlager im benachbarten Dänemark gekommen waren, freute die Steruper Stammesleiterin Andrea Kascheike-Jessen ganz besonders. Die kirchliche Pfadfindergruppe besteht in Sterup seit 1998 und zählt rund 120 Mitglieder im Alter zwischen sieben und 40 Jahren. Einmal im Jahr ist für sie als Highlight ein Sommerlager angesagt und da bleibt man nicht unter sich. Neben den Laurentius-Scouts sind auch 25 „Polarstern“-Pfadfinder aus Harrislee, 36 aus Flintbek, 24 aus den USA und die besagten neun Inder dabei – insgesamt 155 an der Zahl.

Was die Amerikaner betrifft, so statten sie Harrislee und Sterup einen Gegenbesuch ab – die waren 2014 zu Gast in New York. Während sich 40 Teilnehmer des mittlerweile 18. Sommerlagers, das unter dem Motto „Draußen in Gemeinschaft“ steht, auf Angeln-Tour begaben, waren die übrigen Scouts zur Hamburger Hallig zum Wattwandern gereist. Ansonsten steht das Lager mit seinem Zeltdorf aus Jurten und Kothen im Zeichen der Selbstversorgung – das mitgereiste Steruper Küchenteam sorgt für das leibliche Wohl.

Bei alledem geht es sprachlich international zu. Es wird Englisch und Deutsch gesprochen. Etliche der Steruper sind zum wiederholten Mal dabei – weil es ihnen gefällt, so Andrea Kascheike-Jessen.

Was nun die indischen Gäste betrifft, berichtet der Stammesleiter der Harrisleer „Polarsterne“, Alexander Fick, wie es zu diesem Kontakt gekommen ist; seine Ausführungen ergänzt der indische Scout-Leader Dinesh Kumar Chand. Der 41-jährige Pastor ist mit einer Deutschen verheiratet und kommt aus Littiguda im Bundesstaat Orissa, der im Osten von Indien lieg. Er hielt sich für eineinhalb Jahre in Brokstedt zu einem interkulturellen Dialog auf. Dort machte er erste Bekanntschaft mit der Pfadfinderei und fand, dass das auch etwas „für uns ist“. Das war 2009.

Gedacht und getan: Der Pastor gründete zwei Jahre später in seiner Heimatgemeinde eine Pfadfindergruppe mit jetzt 200 Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Über den Ring evangelischer Pfadfinder nahm der Harrisleer Stammesleiter Kontakt mit den „Green Angel Scout“ im fernen Indien auf. 2014 reisten „Polarsterne“ und Pfadfinder anderer Gruppen nach Littiguda und blieben wegen einer Jugendgruppenleiter-Ausbildung drei Wochen dort. Im März dieses Jahres folgte ein erneuter Besuch: Diesmal halfen sie beim Aufbau der dortigen Kirche. Zudem wurden ökologische Projekte in Sachen Wasser und Müll auf den Weg gebracht. Die Besuche sollen, so Alexander Fick, fortgesetzt werden.

Jetzt aber sind neun Inder hier und genießen das Sommerlager. Es gefalle allen sehr gut, sagt der Seelsorger aus Indien. Klar, dass er und seine Mit-Scouts auch den Kochlöffel im Sommerlager geschwungen haben. Das war eine völlig ungewohnte Kost für die Deutschen und Amerikaner und ziemlich scharf. Schmunzelnd fügt er hinzu, „dass wir eine Vorliebe für Brötchen mit dickem Schoko-Aufstrich entwickelt haben“.

Man versteht sich gut und deshalb sollen die Pfadfinder-Kontakte zwischen Deutschland und Indien fortgesetzt werden.


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