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Schlei-Bote

04. Dezember 2016 | 19:26 Uhr

Kappeln : Paten geben Jugendlichen Orientierung

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Kappeln setzt aufs Programm „Plan haben“: Das Projekt soll Jugendkriminalität vorbeugen.

Keinen Plan zu haben, bedeutet umgangssprachlich so viel wie keine Ahnung zu haben, etwas nicht zu wissen. So gesehen hatte die Stadt lange Zeit keinen Plan von einem besonderen präventiven Jugend-Betreuungsangebot namens „Plan haben“.

Bei einem Tag der offenen Tür beim Verein „Frauenzimmer“ sprach ein Mitbürger Kappelns Gleichstellungsbeauftragte Carola Dennda erstmals auf diese Patenschaftsinitiative an. „Ich habe dann abends erst mal gegoogelt und festgestellt, dass Norderstedt, Schleswig und Süderbrarup dieses Programm bereits anbieten“, sagt Dennda. Die Gleichstellungsbeauftragte sprach daraufhin den Bürgermeister, die Leiterin des Jugendzentrums, Marion Kasimir, und Kappelns Schulsozialarbeiter Harald Prahs auf „Plan haben“ an. Und von der Stadt Schleswig gab es weitere Informationen und Starthilfen. Doch was genau beinhaltet dieses Jugendprojekt „Plan haben“?

Der Sinn besteht darin, dass Kinder und Jugendliche eine erwachsene Person als ehrenamtlichen Paten erhalten. „Es gibt einfach Themen, die Kinder oder Jugendliche nicht im Bereich der Familie erörtern wollen“, sagt Dennda. „Diese erwachsene Person muss eine Empathie zur Jugend haben und integer sein“, sagt Andrea Matebel vom Verein „Sozial-Forum“, die wie Dennda und Prahs auch Mitglied der Lenkungsgruppe für dieses Projekt ist. Voraussetzung für die Paten ist ein polizeiliches Führungszeugnis und ein Mindestalter von 21 Jahren. Jugendlicher und Pate können zudem gemeinsame Aktivitäten wie Sport treiben, musizieren oder einen Kinobesuch unternehmen. Der Pate soll ein erwachsener Freund sein.

Das Programm hat in London dazu geführt, dass die Jugendkriminalität um 90 Prozent gesenkt wurde. Doch Marion Kasimir stuft das Projekt auch für Kappeln als gut und wichtig ein. „Ein Jugendlicher nimmt einen Rat eher an, wenn er von außerhalb der Familie kommt“, meint die Leiterin des Jugendzentrums. Und noch ein Grund spricht für dieses Programm. „Es gibt unheimlich viele Alleinerziehende in dieser Stadt, Männer wie Frauen. Da kann ein Pate beispielsweise den Gegenpart zur Frau darstellen“, so Dennda. Harald Prahs meint, dass ein Pate beim Schreiben von Bewerbungen behilflich sein könnte. „Es geht darum, einen Weg aufzuzeigen, wie es laufen kann“, sagt der Schulsozialarbeiter. Die Mitglieder der Lenkungsgruppe sind von „Plan haben“ überzeugt. Melanie Harrenberger vom „Frauenzimmer“ sagt: „Wir werden das Angebot in unseren Organisationen bekannt machen.“

Bürgermeister Heiko Traulsen sieht in den Paten einen Mosaikstein von vielen im städtischen Jugendhilfeangebot. „Wenn möglich können wir der Jugend den Plan des Lebens geben, wir haben jedenfalls den Anspruch, dass es klappt.“ Carola Dennda stellt zunächst mal keine große Erwartungshaltung an das Projekt. „Wenn nur ein Patenschaftsvertrag zustande kommt, dann ist das schon ein Erfolg.“

> Am 17. November wird die Stadt im großen Sitzungssaal des Rathauses ab 17.30 Uhr eine Eröffnungsveranstaltung zu dem Projekt „Plan haben“ abhalten. Interessierte (Paten und Eltern) können sich schon jetzt über die Homepage www.plan-haben-kappeln.de oder bei der Gleichstellungsbeauftragten Carola Dennda, Tel. 0  46  42  /  1  83  27 für das Projekt melden.

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erstellt am 26.Okt.2016 | 07:15 Uhr

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