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Schlei-Bote

09. Dezember 2016 | 03:09 Uhr

Maasholm : „Nis Randers“ kommt weiter zum Feiern

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Hafenparty mit bunten Wasserfontänen und Fischbrötchen. Seenotrettungskreuzer zieht erst 2018 nach Olpenitz um.

Tausend Leute und mehr kamen am Wochenende zur diesjährigen Hafenparty nach Maasholm, und viele Besucher harrten sogar bis in den späten Abend aus, als in bunt angestrahlten Wasserfontänen die Brücken und Stege zu glühen schienen.

Mitten in diesem Spektakel dabei: der Seenotrettungskreuzer „Nis Randers“, der mit seiner Bordkanone für starke Salven mit Wasser-Munition sorgte. Überhaupt stand der Kreuzer schon tagsüber im Mittelpunkt des Interesses. Denn für ihn sowie für die Besatzung und die Maasholmer Rettungsstation bahnen sich erhebliche Veränderungen an. Den Vormann Dirk Höper, hauptamtlicher Chef der Station und an Bord des Rettungsschiffs, und seinen Crewmitglieder fragten die Landratten beim „open ship“ Löcher in den Bauch.

Zu den Besuchern auf dem Kreuzer zählte beispielsweise der siebenjährige Max aus Berlin. „Das Jahrbuch 2016 der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger nehme ich mir natürlich mit“, sagte er. Ein kurzer Schnack mit dem Vormann – und dann trat er – wie vorgeschrieben – rückwärts den Weg vom Oberdeck über steile Treppenstufen nach unten an.

Spannende Neuigkeiten konnten die Besucher von der Crew erfahren. So steht laut Höper inzwischen fest, dass die Verlagerung der Station für den Kreuzer der Rettungsprofis nicht schon im nächsten Jahr, sondern frühestens 2018 nach Olpenitz vollzogen werden kann. Der anfängliche Zorn über die Entscheidung der Bremer DGzRS-Zentrale scheint weitgehend verflogen. Stattdessen hat sich bei allen Betroffenen ein nüchternes, realistisches Denken eingestellt.

Die „Gnadenfrist“ für den Kreuzer-Standort Maasholm hängt mit dem Alter der „Nis Randers“ zusammen. Das Schiff aus dem Baujahr 1990 wird von den Bremern in zwei Jahren nicht mehr zur Rettung eingesetzt, sondern, wie Dirk Höper darlegte, entweder verkauft oder als Ausbildungsschiff verwendet. Den einheimischen Seenotrettern wird dann ein neuer Kreuzer zur Verfügung gestellt: ein 19,90 Meter langer, 5,50 Meter breiter und mit 1,90 Meter Tiefgang ausgestattetes Fahrzeug, das dank seiner drei Propeller und dem fast 1700 PS starken Motor das Wasser mit 22 Knoten Spitze durchpflügen kann. „Unser neuer Kreuzer wird erst Mitte 2018 von der Fassner-Werft in Bremen für rund sechs Millionen Euro gebaut“, weiß der 51-jährige Vormann, ein ehemaliger selbstständiger Maasholmer Fischer, aus der Bremer Zentrale.

Der Haken dabei: Das künftige Schiff ist um genau drei Meter kürzer als die „Nis Randers“. Dies hat zur Folge, dass die bislang benötigten vier Kojen im Neubau keinen Platz mehr finden. Am Standort Maasholm könnten die zehn Crewmitglieder in ihren Wohnungen übernachten, im Ostseeresort Olpenitz hingegen benötigen sie dicht am Hafensteg gelegene Unterkünfte. Nach dem derzeitigen Stand der Dinge ist vorgesehen, dass der Olpenitzer Hafenbetreiber ein Extragebäude für die Retter errichten lässt, und die DGzRS dann die Räumlichkeiten pachtet. Aber auch dieses Vorhaben lässt sich nicht im Handumdrehen realisieren.

Was nach dem Standortwechsel die künftige Präsenz der Hauptamtlichen bei Hafenfesten und an deren Highlights in Maasholm betrifft, so wird es nach Höpers Worten keine Abstriche geben. „Wir kommen dann hierher, genauso wie zur Kieler Woche und zu den Kappelner Heringstagen.“ Von Olpenitz nach Maasholm schafft es der Kreuzer ohnehin in drei bis fünf Minuten.

Seit rund 100 Jahren besteht die Maasholmer DGzRS-Station und es wird sie weitergeben, allerdings nach Abzug der Hauptamtler nur noch mit einer Freiwilligen-Crew – so wie in Langballig, Gelting-Mole, Damp und Eckernförde. Im Gespräch ist auch, dass das von den Freiwilligen besetzte Rettungsboot „Wuppertal“ in absehbarer Zeit durch einen modernen Neubau ersetzt werden soll.

Neue Besucherströme werden von den Veranstaltern auch zum Saisonausklang am Sonntag, 18. September, erwartet. Dann findet ab 13 Uhr der vermutlich letzte Maasholmer Motorradgottesdienst statt, und die „Nis Randers“ lässt wieder die Biker an Bord.

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