zur Navigation springen

Schlei-Bote

10. Dezember 2016 | 15:51 Uhr

Lindaunis : Neue Brücke kommt ein Jahr später

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Die Deutsche Bahn spricht von „zu vielen Unabwägbarkeiten“ bei der Querung der Schlei in Lindaunis.

Der Neubau der Brücke bei Lindaunis wird sich um ein Jahr verzögern. Dies bestätigte der Pressesprecher der Deutschen Bahn, Egbert Meyer-Lovis, auf Anfrage des Schlei Boten. Demnach ist es Ziel der Deutschen Bahn, den Schienenverkehr nunmehr Ende 2019 über die neue Brücke rollen zu lassen statt wie bisher vorgesehen im Jahre 2018. Der Straßenverkehr könne voraussichtlich früher als die Bahn die neue Verbindung nutzen. Das neue Bauwerk soll die 1924 errichtete Schleibrücke in Lindaunis ersetzen, bei der es im vergangenen Jahr aufgrund zahlreicher Pannen zu umfangreichen Reparaturen und Sperrungen gekommen war.

Zur Begründung des neuen Zeitplans sagte Meyer-Lovis: „Wir müssen für die Brücke Dämme aufschütten, und die Deutsche Bahn muss erstmals bei einem Brückenbau umfangreiche Risikoanalysen nach EU-Recht anstellen. Das alles birgt gewisse Unabwägbarkeiten.“ Das Aufschütten der neuen Dämme für die Fundamente ist nötig, da der Neubau nicht an alter Stelle, sondern zwölf Meter östlich versetzt errichtet wird. Allein für die Verdichtung und Stabilisierung dieser Dämme wird laut Bahn ein Jahr veranschlagt.

Auch der Bau der neuen Brücke sei anspruchsvoll, da es sich um ein individuelles Bauwerk mit komplizierter Technik handle, welches teilweise außerhalb des Regelwerks konstruiert werden müsse. „Das bedingt intensivere Planungen abseits von Standardlösungen“, so Meyer-Lovis. Ob angesichts dieser Verzögerung und des aufwendigen Verfahrens noch die kalkulierten 46 Millionen Euro für das Bauwerk ausreichen, erscheint zumindest fraglich. „Der Entwurf einer Realisierungs- und Finanzierungsvereinbarung wird Anfang März an das Land versendet“, sagte der Pressesprecher zu diesem Thema.

Die Entwurfsplanung des Projektes ist abgeschlossen, der Beschluss für die Genehmigung des Plans seitens des Eisenbahn-Bundesamtes wird für April erwartet. Demnach verläuft die Linienführung der neuen Brücke parallel zur bestehenden. Zu den Bauarbeiten sagte Meyer-Lovis: „Der Verkehr wird aufrecht erhalten, trotzdem wird es zu geringfügigen Behinderungen kommen. Die Schifffahrt wird nicht eingeschränkt.“ Generell könne die Schlei immer passiert werden, Sperrungen würden nur kurzfristig erfolgen.

Gerade im vergangenen Jahr musste der Verkehr auf der Straße wie auf dem Wasser immer wieder Sperrungen der Brücke in Kauf nehmen. Mal waren Teile vom Gegengewicht heruntergefallen oder das Gestänge der Verriegelung musste erneuert werden oder die Hydraulik-Zylinder versagten. Die Brücke machte als Dauerbaustelle von sich reden. Für Aufsehen sorgte im vergangenen Sommer eine Sperrung der Anlage, weil der Klappmechanismus zwei Tage lang wegen der hohen Temperaturen nicht regulär öffnete. Deswegen kamen etliche Segler weder in die Schlei hinein noch aus der Schlei heraus. Zudem ist die Brücke besonders für Fahrradfahrer ein Unfallschwerpunkt, weil sie keinen Radweg hat. Fahrradfahrer landen so häufig mit den Reifen in den Gleisen und stürzen.

Damit soll nun in drei Jahren Schluss sein. Fahrradfahrer müssen dann nicht mehr die Straße nutzen. Meyer-Lovis spricht angesichts der nun in den Blick genommenen Fertigstellung fürs Jahr 2019 von einem „engagierten Zeitplan“. In Stein gemeißelt scheint das aber auch nicht zu sein. Denn wie der Mitarbeiter der Deutschen Bahn sagte, bringe das Aufschütten der Dämme wegen der unvorhersehbaren Reaktion des Baugrundes Chancen und Risiken mit sich.

zur Startseite

von
erstellt am 13.Feb.2016 | 08:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen