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Schlei-Bote

23. März 2017 | 13:28 Uhr

Klaus-Harms-Schule Kappeln : Mit Kreide und Kamera gegen Gewalt

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Vier Klaus-Harms-Schülerinnen landen beim „Europäischen Wettbewerb“ weit vorne.

Noch immer ist die Klaus-Harms-Schule die einzige Schule im Kreisgebiet Schleswig-Flensburg, die sich am „Europäischen Wettbewerb“ beteiligt – und das mit konstantem Erfolg. Schüler sind dabei aufgerufen, sich mit einem wechselnden Oberthema kreativ auseinander zu setzen, in diesem Jahr drehte sich alles um „Gemeinsam in Frieden leben: 2016 – Europäisches Jahr gegen Gewalt an Frauen“. Für zwei Schülerinnen des Kappelner Gymnasiums gab es am Ende einen Landes-, für zwei weitere den Bundespreis.

Pauline Villbrandt, Ann Sophie Rudolf, Dorien Grönwald und Janina Pinzel hatten eigene Stop-Motion-Filme erstellt – also jede Menge einzelne Standbilder aufgenommen und hintereinander gereiht, um so den Eindruck von bewegten Abläufen zu erzeugen. Die beiden Bundespreisträgerinnen Dorien Grönwald und Janina Pinzel hatten sich dabei dem Missbrauch im Internet gewidmet – ein Thema, das die 18-jährige Janina so begründete: „Es ist ein Punkt, an dem uns die Gewalt selber treffen kann.“ Die 17-jährige Dorien berichtete von einem aufwendigen Storyboard, das erstellt werden musste, von 1500 Einzelbildern, die für den knapp dreieinhalbminütigen Film nötig waren und von drei Tagen, die allein der Schnitt in Anspruch genommen hat. Die Hintergrundmusik hatte Janina Pinzel selber komponiert und auf dem Klavier gespielt. Herausgekommen ist ein Film, der mit Kreidemotiven auf der Schultafel eine höchst eindringliche Geschichte erzählt.

Mit Tafel und Kreide haben auch die beiden Landespreisträgerinnen gearbeitet. Ihr knapp zweieinhalbminütiger Film besteht aus insgesamt 1454 Bildern, und auch Pauline Villbrandt (17) betonte: „Die meiste Zeit ging für den Schnitt drauf.“ Gemeinsam mit Ann Sophie Rudolf hatte sie sich mit der Gewalt am Arbeitsplatz, in der Öffentlichkeit und Zuhause beschäftigt und dabei zu einem ungewöhnlichen Mittel gegriffen: einer leeren Toilettenpapierrolle, die sie vor die Kamera-Linse geklemmt hat. Die 16-jährige Ann Sophie erklärte: „Damit wollten wir den Eindruck erwecken, als würden wir diese Situationen im Schein einer Taschenlampe aufdecken.“

Lehrerin Henrike Reinckens sprach von insgesamt „großartigen Ergebnisse“, die die gesamte Klasse eingereicht habe. Und auch Schulleiter Thomas Hellmuth nannte die Filme „eindrucksvoll“. Den beiden Landespreisträgerinnen überreichte er Urkunden, Buch-Gutscheine und etwas Süßes. Die beiden Bundespreisträgerinnen wurden im Kieler Landeshaus geehrt und erhielten ebenfalls Urkunde und Buchpreise sowie einen mit 150 Euro dotierten Sonderpreis der Kultusministerkonferenz. Landesweit hatten knapp 450 Arbeiten der Landes-Jury vorgelegen, 15 Beiträge aus Schleswig-Holstein konnten auf Bundesebene punkten.

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erstellt am 24.Mai.2016 | 12:00 Uhr

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