zur Navigation springen

Schlei-Bote

07. Dezember 2016 | 17:26 Uhr

29. Figurentheater-Tage : Lektionen auf dem Schrottplatz

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Das Figurentheater „Hille Puppille“ aus Nordrhein-Westfalen begeistert Kinder der Region.

Hamster Herberts Leidenschaft ist das Sammeln von Dingen, die er auf dem Schrottplatz findet. Sein Motto: Wer hat, der hat. Doch Besitz allein macht nicht glücklich, das muss auch Herbert am eigenen Leib erfahren.

Insgesamt 120 kleine und große Besucher waren gestern in die „Alte Eule“ gekommen, um das Figurentheater „Hille Puppille“ mit seinem Stück „Wer hat, der hat“ im Rahmen der Figurentheater-Tage an Schlei und Ostsee zu sehen. Neben dem Waldorf- und dem DRK-Kindergarten aus Kappeln waren an diesem Vormittag auch ein Kindergarten aus Scheggerott und Tolk extra zum Schrottplatz-Krimi angereist.

Die Vorführung startete mit dem Blick auf einen abendlichen Schrottplatz. Das aus Fässern und Kisten bestehende Bühnenbild belebten nach und nach die plüschigen Statisten, ein Hamster, eine Katze, ein Hund, zwei Ratten und eine Fledermaus – alle mit vollem Körpereinsatz geführt von Hille und Klaus Menning. Seit 27 Jahren präsentiert das Paar als Figurentheater „Hille Puppille“ sowohl eigene Stücke als auch Inszenierungen literarischer Vorlagen hauptsächlich in Schulen und Kindergärten, aber auch auf Festivals, Open-Air-Veranstaltungen und im Rahmen von Aktions- oder Projektwochen. So führte ihr Beruf die beiden Pädagogen auch ins benachbarte Ausland, wie Frankreich und Griechenland, aber auch schon mal nach Mexiko. Sprachliche Barrieren, erklärte Hille Menning, seien dort aber kein Problem gewesen. „Wir haben unser Stück ‚Drei kleine Schweinchen‘ aufgeführt“, sagte sie. „Darin kommen drei Schweine und ein Wolf vor, es wird aber nicht gesprochen, nur gegrunzt.“ Die Stücke von „Hille Puppille“ greifen Themen wie Integration, Zivilcourage, Suchtprävention oder Fremdenfeindlichkeit auf – „gesellschaftsrelevante Themen“, erklärte Hille Menning. „Wir wollen damit unterhalten, aber nicht mit dem erhobenen Zeigefinger“, so die 55-Jährige.

Das Stück „Wer hat, der hat“ dreht sich dagegen um Konsum und Freundschaft. Als Hamster Herbert etwa zwei Telefone auf dem Schrottplatz findet, die eigentlich der Katze und dem Hund gehören, bekundete das aufgeregte Publikum mittels lautstarken Rufen seinen Unmut darüber. Ein gutes Zeichen für Klaus Menning: „Es ist das wichtigste, dass die Kinder in die Geschichte eintauchen. Wenn man sie mit der Inszenierung packen kann, hat man selbst auch Spaß am Spiel.“

Hille und Klaus Menning sind laut eigener Erklärung eher zufällig zum Figurentheater gekommen. Während ihres Pädagogik-Studiums, erklärte Hille Menning, habe sie ein Prospekt des Figurentheaterkollegs Bochum in die Hände bekommen. „Ich fand das Programm supertoll und habe dann dort eine Fortbildung mitgemacht.“ Die Affinität für das Figurentheater, vermutete sie, müsse aber in ihrer Biografie verwurzelt sein: „Als Kind konnte ich mir schon mit Mensch-ärgere-dich-nicht-Figuren auf dem Teppich ganze Welten aufbauen.“ Klaus Menning ist Medienpädagoge und hat zudem therapeutische Ausbildungen im Bereich Gestalt und Psychodrama absolviert. Der 58-Jährige sagte: „Ich habe mich zusammen mit Hille voll und ganz dem Figurentheater verschrieben.“

Alle zwei bis drei Jahre sind „Hille Puppille“ zu Gast bei den Figurentheater-Tagen an der Schlei – eine Einladung, der Hille Menning gern nachkomme: „Wir freuen uns sehr darüber. Es ist jedes Mal ein tolles, buntes Programm für verschiedene Zielgruppen.“ Und auch ihr Mann lobte das Festival an der Schlei. Die Akzeptanz für das Figurentheater sei in der Region sehr groß, erklärte der Dülmener: „Die meisten hier wissen das gar nicht, aber Kappeln gehört zu den renommiertesten und bekanntesten Festivals in Deutschland und spielt in einer prima Liga.“

 

 

zur Startseite

von
erstellt am 09.Mär.2016 | 07:30 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen