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Schlei-Bote

05. Dezember 2016 | 05:28 Uhr

Kappeln : Landfrauen wollen sich verjüngen

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Kappelns Ortsverein hat einen Altersdurchschnitt von mehr als 60 Jahren. Ein Grillabend soll Nachwuchs locken.

Die Geschichte der Kappelner Landfrauen ist mittlerweile über 60 Jahre alt. 1952 wurde der Ortsverein in der Schleistadt aus der Taufe gehoben, gerade mal fünf Jahre, nachdem sich die ersten Landfrauen in Schleswig-Holstein zusammengeschlossen hatten. Inzwischen gehören rund 250 Mitglieder zu den Landfrauen – eine durchaus eindrucksvolle Zahl vor allem deshalb, weil sie sich in erster Linie aus den Bewohnerinnen der Stadt und des Amtes Kappeln-Land speist. Bereits in Gelting oder Süderbrarup sitzen eigene Ortsverbände, die ihre Fühler nach Mitgliedern in der Umgebung ausstrecken. Gleichwohl sehen sich auch Kappelns Landfrauen wie so viele Vereine mit dem Phänomen der Mitglieder-Überalterung konfrontiert. Vorsitzende Petra Heide geht davon aus, dass das Durchschnittsalter ihrer Landfrauen bei über 60 Jahren liegt. Eine besondere Veranstaltung soll nun auf spezielle Weise auf den Ortsverein aufmerksam machen. Am 12. September heißt es nämlich: „Was ich schon immer über die Landfrauen wissen wollte“.

In den Anfangsjahren der Initiative gehörten hauptsächlich Frauen, die in der Landwirtschaft tätig waren, zu den Landfrauen. „Heute repräsentieren unsere Mitglieder einen Querschnitt durch alle Berufe“, sagt Petra Heide. Und das offenbart eigentlich auch schon eine der Kernkompetenzen der Landfrauen: Sie gehen mit der Zeit. „Es stand zwar schon immer die Weiterbildung von Frauen im Fokus“, sagt Heide. „Aber die Inhalte haben sich mit den Jahren verschoben.“ Während früher beispielsweise der Umgang mit der Waschmaschine und die Aufzucht von Hühnern die Frauen beschäftigte, setzen sie sich heute mit medizinischen und kulturellen Themen auseinander, belegen Seminare über Rhetorik und Schulungen am PC. Über allem schwebt seit jeher der Gedanke der Gleichberechtigung der Geschlechter. Petra Heide sagt: „Die Landfrauen sind bundesweit der größte Verband, der sich für die Belange von Frauen einsetzt.“

Der Kappelner Ortsverein ist landesweit einer von 176, er ist einem der zwölf Kreisverbände zugeordnet, und seine Mitglieder sind Teil der in Schleswig-Holstein insgesamt 33  000 Landfrauen. „Und wir lassen uns eben nicht nur runterbrechen auf die Idee: Da ist irgendwo ein Fest, die Landfrauen backen Kuchen“, sagt Petra Heide. Es ist kein Groll, der aus ihr spricht, kein Ärger darüber, von außen so wahrgenommen zu werden, sondern vielmehr die echte Überzeugung, tatsächlich ein deutlich breiteres Spektrum abzudecken und anzubieten. Selbstverständlich sind Kochen und Backen weiterhin Teile der Landfrauen, aber eben auch nicht ausschließlich. „Wir sind ein kunterbunter, engagierter Verein“, sagt die Vorsitzende, die selber vor ungefähr sechs Jahren „über ein interessantes Vortragsthema“ zu den Landfrauen gekommen ist. Zu diesem Zeitpunkt lebte Petra Heide noch nicht lange in Kappeln und kann daher aus eigener Erfahrung sagen: „Die Landfrauen sind auch eine gute Möglichkeit, schnell gesellschaftlichen Anschluss zu finden.“

Tatsächlich betonen alle Vorstandsfrauen den großen Sinn für Gemeinschaft innerhalb des Vereins. Beisitzerin Tyra Kandler etwa sagt: „Man freut sich richtig darauf, wenn man zusammenkommt.“ In der Regel passiert das immer montagsnachmittags im 14-tägigen Rhythmus. Um Berufstätigen die Chance zu geben, dabei zu sein, werden aber auch Abendtermine eingestreut. Dann stehen Vorträge, Besichtigungen, Lesungen an. Die Inhalte legt der Vorstand fest, versucht aber nach eigenen Worten Wünsche, die Mitglieder an ihn herantragen, zu berücksichtigen. Ein großes Thema sind zudem gemeinsame Reisen, in diesem Jahr etwa auf der Mosel und zum Schweriner Weihnachtsmarkt, im nächsten auf die Kanalinsel Jersey. Am Montag, 12. September, 18.30 Uhr, wollen sich die Landfrauen nun bei einem Grillabend an der „Alten Eule“ im Hüholz Interessierten ganz unverbindlich vorstellen. Petra Heide sagt: „Es geht darum, Hemmschwellen abzubauen und sich einfach mal miteinander auszutauschen.“ Und ihre Stellvertreterin Annemarie Jessen betont: „Wir verstehen uns als Interessenvertretung aller Frauen aus allen Generationen und allen Berufen.“ In zweieinhalb Wochen soll sich davon jeder überzeugen können.

> „Was ich schon immer über die Landfrauen wissen wollte“: Montag, 12. September, 18.30 Uhr, „Alte Eule“, Hüholz. Anmeldung: Tel. 0  46  42  /  92  26  65 (Petra Heide), Tel. 0  46  42  /  92  36  10 (Annemarie Jessen)

 

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erstellt am 26.Aug.2016 | 07:30 Uhr

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