zur Navigation springen

Schlei-Bote

04. Dezember 2016 | 09:20 Uhr

Kappeln : Kostenexplosion bei Behelfsparkplatz

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Statt 160.000 Euro sind nun geschätzte 800.000 Euro nötig, um aus der Wiese in Ellenberg einen regulären Parkplatz zu machen.

Die Kosten für die Herrichtung des Behelfsparkplatzes südlich der Wiker Straße in Ellenberg sind aus dem Ruder gelaufen. Als der Parkplatz auf der Prioritätenliste der städtischen Infrastrukturprojekte bei den Fraktionen ganz oben landete, sollte das Vorhaben 160.000 Euro kosten. Nun verkündete Verwaltungsmitarbeiter Ulrich Bendlin im Bauausschuss die bittere Botschaft: „Wir können den Ausweichparkplatz nicht behelfsmäßig herstellen, um Kosten zu sparen.“

Vielmehr seien immer die gleichen Vorschriften zu berücksichtigen. Nicht nur das, der Parkplatz muss auch über eine angemessene Entwässerung verfügen, damit das Wasser nicht von dort über die Regenrücklaufbecken in der Schlei landet. Das bedeutet, dass eine Drainage angelegt werden muss. Und darüber hinaus muss sich der Parkplatz ins städtebauliche Gesamtkonzept einfügen. Das hat zur Folge, dass die ursprünglich angedachte wassergebundene Oberfläche aus recyceltem Asphalt- und Betonaufbruch nicht verwendet werden kann. Stattdessen sollen nun Rasengittersteine und Schotterrasen den Parkplatz in die angrenzenden Grünflächen einfügen.

Nach diesen Änderungen beläuft sich die Kostenschätzung für das Projekt auf 800.000 Euro. „Das ist noch keine Kostenberechnung. Es kann etwas günstiger oder teurer werden, aber dass wir unter 600.000 Euro landen werden, ist unwahrscheinlich“, meinte Bendlin. Der Kauf des angrenzenden Grundstücks für den Parkplatz sei noch nicht vollzogen, aber jederzeit möglich. Und mit Hinweis auf die sehr viel geringer veranschlagten Kosten für das Projekt bei der Prioritätenliste meinte Bendlin: „Wir sollten noch einmal den Bedarf anhand der geschätzten Kosten analysieren.“

Rainer Moll (SPD) sagte: „Von 160.000 auf 800.000 Euro – das ist grob daneben. Da sind einige Strickfehler darin.“ CDU-Fraktionsvorsitzender Matthias Mau meinte: „Es war gewollt, dass wir das Grundstück möglichst schnell kaufen und eigentlich sollte es bis zu den Heringstagen fertig sein. Jetzt mit so einem Verhinderungsplan zu kommen, finde ich schwierig.“ Bendlin erwiderte, dies sei eine ehrliche und verlässliche Planung. „Es gibt keine Zwischenlösung, es gibt nur richtig oder gar nicht“, so Bendlin. Corinna Graunke (CDU) kritisierte: „Eineinhalb Jahre ist nichts passiert, und dann erfahren wir von den gestiegenen Kosten.“ Lars Braack (SPD) schlug vor, den Parkplatz peu à peu zu entwickeln. Bendlin betonte, dass eine Stückelung der Stellplätze möglich sei, nicht aber eine Stückelung der einzelnen Maßnahmen. Volker Ramge (CDU) meinte, man solle für 800.000 Euro auch andere Möglichkeiten ins Auge fassen. Letztlich beschloss der Ausschuss mit sieben Ja-Stimmen, bei einer Enthaltung, dass die Verwaltung einen Tiefbauingenieur für die Grundlagenplanung und Kostenschätzung beauftragt. Die Kosten von 5000 Euro sollen außerplanmäßig bereitgestellt werden.

zur Startseite

von
erstellt am 28.Mai.2016 | 12:30 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen