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Schlei-Bote

09. Dezember 2016 | 18:28 Uhr

Kleines Bauernmuseum in Steinbergkirche : Korn mahlen und Brot backen

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Der gebürtige Kappelner Peter Hiss zeigt in seinem Bauernmuseum in Steinbergkirche den landwirtschaftlichen Alltag.

Das „Kleine Bauernmuseum“: Das ist die Welt von Peter Hiss. Dort bewahrt der 80-Jährige Geräte und Gegenstände, die in vergangenen Zeiten den landwirtschaftlichen Alltag ausmachten, auf und versteht seine Sammlung als „zusammenhängendes Ganzes“. Hiss, ein Kappelner Jung, fuhr zunächst zur See, bevor er über den zweiten Bildungsweg Lehrer wurde. Er ist mit der Landwirtschaft von Kindesbeinen an vertraut. Sein kleines Bauernmuseum beherbergt über 500 Exponate, und es werden immer mehr – jüngst hinzu gekommen sind ein Sackheber, eine Wippkiste und ein Schleifstein.

Ursprünglich ging die Überlegung des pensionierten Lehrers dahin, die von ihm gesammelten alten Gerätschaften als Anschauungsmaterial für den Sachkundeunterricht zu verwenden. Ein Klassenraum als Bauernmuseum wäre schön gewesen – doch daraus wurde nichts. Also begann er, seine Bauernmuseum-Idee auf jenem Anwesen in Gintoft, auf dem er mit seiner Frau Irmgard lebt, zu realisieren.

Seinen Besuchern hat Hiss viel zu erzählen, denn er weiß bestens Bescheid. Er hat die Maschinen und Gerätschaften vorsichtig restauriert, und es ist ihm wichtig, die Maschinen von damals zum Laufen zu bringen, sie in ihrer Funktionstüchtigkeit zu präsentieren. Gleich am Eingang gibt es einen Standmotor von 1910, ein Einzylinder-4-Takt-Motor, 300 Kilogramm schwer mit einer Leistung von drei PS. Hiss greift zu der an der Wand hängenden Kurbel und bringt die Schwungräder auf Touren. Mit einem satten „Toff-Toff“ setzt sich der alte Motor in Bewegung. Nach 300 Umdrehungen hat er seine Standgeschwindigkeit erreicht. „Das ist mein bestes Stück“, sagt Hiss.

Durch eine „Schnack“-Tür erreicht der Besucher das eigentliche Museum. Dort fällt zunächst eine mit alten Werkzeugen ausgestattete Werkstatt auf – inklusive stabiler Hobelbank und altem Schraubstock. In der Mitte steht eine Tochbank (Schnitzbank) – in alter Zeit ein weit verbreitetes Gerät zum Einspannen und Bearbeiten von Holz – wie beispielsweise das Anspitzen von Pfählen.

Dann wird es bäuerlich – mit allem, was ein Bauer einst für die Feldarbeit benötigte: Schwung- und Karrenpflug, verschiedene Eggen wie „Gänsefuß“, Knick- und „Kilometer“-Egge. Es gibt eine Einzelsaatmaschine und eine Hacke, die man mit Muskelkraft über das Feld zog. Zu den Kleingeräten gehören die „Hungerharke“, mit der nach Abmähen eines Feldes die letzten Kornähren aufgenommen wurde.

An anderer Stelle wird die Veränderung in der Landwirtschaft in Gestalt eines
15 PS starken Deutz-Traktors des Baujahres 1953 deutlich. „Mit dieser Technisierung“, so Hiss, „ging der Niedergang der alten Landwirtschaft einher“. Denn die Seele des Bauernhofes, die Pferde, nach denen sich fast alles richtete, verschwanden aus dem landwirtschaftlichen Alltag.

In einem anderen Raum gibt es eine Anlage, mit der ehedem Korn auf einem kleinen Betrieb verarbeitet wurde. Ein Elektromotor von 1922 treibt eine Welle an, die mit einem Stiftendrescher und einer Kornreinigungsmaschine verbunden ist. Auch eine Schrotmühle ist an die Welle angeschlossen. Außerdem gibt es eine Strohhäckselmaschine. Um zu demonstrieren, wie das alles funktioniert, liegen Garben bereit.

Zu dem kleinen Bauernmuseum gehören auch ein funktionstüchtiger Steinbackofen, ein Kleintierstall, eine Küche mit Herd und Waschkessel, Vorrats- und Backraum, eine Leutekammer und ein Plumpsklo. Interessierte Gruppen können sich für Führungen unter Tel. 0  46  32  / 74  16 anmelden.





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