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Schlei-Bote

03. Dezember 2016 | 07:52 Uhr

Neukappeln : Kleingärten vor ungewisser Zukunft

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Zwei Jahre nach dem Ende der Kleingartenkolonie Neukappeln ist noch keine Nutzung für das Grundstück in Sicht.

Was geschieht mit dem Areal der ehemaligen Kleingartensiedlung Neukappeln? Nachdem der Kleingartenverein das Grundstück verlassen hat, steht es leer. Zuletzt gab es Beschwerden von Anwohnern, weil Unbekannte dort unbefugt Müll entsorgt hatten. Die Verwaltung hat daraufhin Olaf Lausen als Grundstückseigentümer aufgefordert, den Unrat zu beseitigen. Das ist auch geschehen. „Schön ist jedoch was anderes“, sagt Bürgermeister Heiko Traulsen über das Areal, auf dem noch die Reste der Gartenlauben auf zwei großen Haufen lagern.

Angefangen hatte die Entwicklung mit einer „deutlichen Pachterhöhung“ des Eigentümers wie der Vorsitzende des Kleingartenvereins Reinhard Samuelsen damals sagte. Der Kleingärtnerverein ging dagegen vor Gericht und unterlag. Laut Samuelsen kam es daraufhin zur fristlosen Kündigung durch den Eigentümer. Im Mai 2013 verließ der Verein das Areal. Und im März des darauf folgenden Jahres wurde das Gelände mit Planierraupen geräumt.

Doch wie das Gelände künftig genutzt werden soll, ist noch unklar. „Das Areal ist mit der Nähe zur Innenstadt gut gelegen, doch es bleibt die Frage, wie viel Wohnbauprojekte die Stadt verträgt“, meint Traulsen und verweist auf die Schleiterrassen und das Bauvorhaben in Mehlby. Sicher ist, dass das Grundstück, das derzeit noch als Dauergrünlandfläche eingetragen ist, für ein Wohnbauprojekt im F- und B-Plan umgewidmet werden müsste.

Lausen selbst, der derzeit im Ausland weilt, wollte laut Bürgermeister bis Ende Mai erklären, was er mit dem Gelände vor hat. Das ist laut Traulsen bislang nicht geschehen. Doch Lausen schien bisher ein Projekt für barrierefreies und altersgerechtes Wohnen zu favorisieren. Einer dafür nötigen Umwidmung steht Bauausschussvorsitzender Volker Ramge (CDU) keineswegs grundsätzlich entgegen. „Ein Gelände mit Kleingartennutzung werden wir an dieser Stelle wohl nicht mehr zurückbekommen“, meint Ramge. Die künftige Nutzung hängt laut Ramge in erster Linie vom Grundstücksbesitzer ab. „Der Eigentümer muss Vorstellungen für das Gelände haben. Wenn er eine spritzige Idee hat, dann setzen wir uns gerne mit ihm zusammen.“ Doch wisse er nicht, was Lausen vorhat. Allerdings weist Ramge darauf hin, dass die Zuwegung zu dem Areal über die Bundesstraße 199 problematisch wird.

Ähnlich äußert sich auch der Vorsitzende des Umwelt- und Verkehrsausschusses, Michael-Sven Schattka (Grüne). „Das Straßenverkehrsamt des Kreises hat deutlich gemacht, dass es eine Zufahrt von der Bundesstraße nicht haben will“, so Schattka. Der Fraktionsvorsitzende der Grünen meint ebenfalls, dass der Eigentümer den Prozess in Gang bringen müsste. Die bisherige Entwicklung bedauert er. „Ich bin nicht glücklich darüber, dass die Siedlung der Kleingärtner platt gemacht wird, um mit einer anderen Nutzung den Reibach zu machen.“ Schattka kann sich an der Stelle gut einen parkähnlichen Parkplatz vorstellen, wie es ihn bereits in Lüneburg gebe. „Nur ist damit sicherlich kein großes Geld zu verdienen“, räumt er ein. Und die Chancen, dass die Stadt das Grundstück erwirbt, stuft er derzeit als gering ein. Er setzt auf eine geordnete Diskussion, sobald es konkrete Pläne gibt. Den derzeitigen Zustand des Areals unmittelbar am Eingang der Stadt beurteilt Schattka als für Kappeln nicht förderlich. „Touristisch“, so Schattka „ist das eine schlimme Situation“.

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erstellt am 13.Jul.2016 | 07:15 Uhr

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