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Schlei-Bote

09. Dezember 2016 | 03:04 Uhr

Kappeln : Immer mehr Ausländer arbeitslos

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Zunahme um 34,4 Prozent innerhalb eines Monats. Jugendliche haben noch gute Chancen auf Ausbildungsplätze.

In der Region Kappeln ist die Zahl der Arbeitslosen erstmals seit Mai wieder vierstellig. Genau 1000 Personen waren im August bei der Agentur für Arbeit arbeitslos gemeldet. Das sind acht mehr als im Juli und entspricht einem Anstieg von 0,8 Prozent. Damit schneidet die Kappelner Filiale im Agenturbezirk am besten ab. Äußerst positiv fällt auch der Vergleich zum Vorjahr aus. Demnach hat die Arbeitslosenzahl in dem Zeitraum um 93 (-8,5 Prozent) abgenommen. Keine andere Geschäftsstelle im Agenturbezirk verzeichnet einen derartigen Rückgang der Erwerbslosen. Die Arbeitslosenquote blieb gegenüber Juli unverändert bei 7,1 Prozent (Vorjahr: 7,7 Prozent). Da die Quoten anderer Filialen sich verschlechterten, machte Kappeln im Ranking der Geschäftsstellen einen Platz gut und steht nunmehr auf dem fünften von sieben Plätzen.

Mit 16  299 Arbeitslosen verzeichnet die Agentur für Arbeit Flensburg für den Monat August den niedrigsten Stand seit 2000. Die Arbeitslosenquote beträgt 6,7 Prozent, nach 6,5 Prozent im Juli und 6,7 Prozent im Vorjahr. „Die Lage auf dem Arbeitsmarkt im Agenturbezirk Flensburg hat sich auch im August weiter verbessert“, behauptet Hans Martin Rump. Als Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Flensburg ist Rump für die Stadt Flensburg wie auch für die Kreise Schleswig-Flensburg und Nordfriesland zuständig. Zwar haben sich die Zahlen gegenüber dem Vorjahr mit einem Rückgang von 2,2 Prozent erneut verbessert, doch im Vergleich zum Juli ist die Zahl der Erwerbslosen mit einem Plus von 2,1 Prozent gestiegen. Doch Rump versichert: „Der Arbeitsmarkt profitiert weiterhin von der guten konjunkturellen Lage und dem positiven Konsumklima.“ Dabei gibt es im Agenturbezirk 5432 mehr Beschäftigte (+ 3,8 Prozent) als noch vor einem Jahr.

Doch der Abstand der aktuellen Arbeitslosenzahlen zu den Vorjahreswerten ist deutlich geschrumpft. Ein Grund dafür ist die Zunahme ausländischer Erwerbsloser. Gegenüber dem Vorjahr beträgt der Rückgang der Arbeitslosen 2,2 Prozent. Rechnet man jedoch die Ausländer heraus, ist die Zahl der deutschen Erwerbslosen innerhalb eines Jahres um 6,7 Prozent gesunken. Doch die Zahl der ausländischen Arbeitslosen ist in demselben Zeitraum um 44,9 Prozent auf 2096 Personen gestiegen. Machte der Anteil der ausländischen Arbeitslosen im August 2015 noch 8,7 Prozent aus, so liegt er mittlerweile bei 12,9 Prozent. „Der schon seit Längerem zu beobachtende Anstieg bei den ausländischen Arbeitslosen ist im Wesentlichen auf die wachsende Anzahl der Flüchtling zurückzuführen“, erklärt Rump. Auch gegenüber dem Juli ist diese Personengruppe um 8,0 Prozent angestiegen. In Kappeln wuchs deren Zahl innerhalb eines Monats um 34,4 Prozent auf 82 Personen. Gegenüber dem Vorjahr ist dies eine Steigerung um 24,2 Prozent.

Deutlich angestiegen im Vergleich zum Vormonat ist auch die Zahl der 15- bis unter 25-jährigen Arbeitslosen. 2255 Menschen zählen im Agenturbezirk zu diesem Kreis, das bedeutet einen Anstieg um 8,6 Prozent. In Kappeln sind nun 135 Personen von 15 bis 24 Jahren arbeitslos, das sind 12,5 Prozent mehr als im Juli und 4,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Dafür scheint sich nun die Lehrstellensituation zu verbessern. Ende August waren im Agenturbezirk noch 854 Bewerber unversorgt und 790 Ausbildungsstellen unbesetzt. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sank die Zahl der unversorgten Bewerber um 4,2 Prozent. Die Zahl der unbesetzten Ausbildungsstellen stieg dagegen um 28,9 Prozent. „Der Endspurt am Ausbildungsmarkt ist auch vier Wochen nach Ausbildungsbeginn noch in vollem Gange. Jugendliche ohne Zusage für einen Ausbildungsplatz haben noch gute Chancen. Die aktuellen Zahlen zeigen, dass die Betriebe noch eine große Anzahl an Ausbildungsplätzen anbieten“, so Rump.

In Kappeln waren Ende August noch 81 Bewerber unversorgt (-12 Prozent gegenüber dem Vorjahr) und 61 Ausbildungsstellen unbesetzt (+190,5 Prozent). Pressesprecher Christian Groborsch sagt dazu: „Viele junge Bewerber sind arbeitslos und haben sich auch auf eine Schule oder ein Studium beworben. Dort hoffen sie noch auf einen Zuschlag.“ Und zur hohen Zahl unbesetzter Stellen sagt Groborsch, dass viele Betriebe sich nun an die Agentur wenden, die zuvor auf Mund-zu-Mund-Propaganda gesetzt hätten oder denen ein Bewerber abgesprungen sei. „Für manche Betriebe war auch noch nicht der richtige Bewerber da, die hoffen nun noch auf einen Nachschlag.“ Insgesamt sei die Situation zu dem Zeitpunkt nicht ungewöhnlich. „Diesen Effekt erleben wir jedes Jahr wieder. Ich rechne damit, dass sich die Zahlen im Oktober drastisch reduzieren.“

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erstellt am 01.Sep.2016 | 18:17 Uhr

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