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Schlei-Bote

10. Dezember 2016 | 13:53 Uhr

Kappeln : Hinter die Kulissen der Tafel blicken

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Verein lädt morgen zum Tag der offenen Tür ein. Wegen steigender Kunden-Nachfrage sucht die Organisation weitere Mitarbeiter.

Viel zu tun hat die Kappelner Tafel. Am morgigen Sonnabend will der Verein, der Bedürftige mit Lebensmitteln versorgt, sich der Öffentlichkeit präsentieren. Von 10 bis 16 Uhr gibt es dann im Begegnungszentrum (Bez), Ellenberger Straße 27, sowie im nahe gelegenen Vorratslager einen Tag der offenen Tür. Dort können dann auch Bedürftige erfahren, wie sie an einen Berechtigungsschein für die Essensausgabe der Kappelner Tafel gelangen.

„Wir betreuen um die 600 Personen in 200 Haushalten von Steinbergkirche bis Damp“, sagt der Pressesprecher des Vereins, Dirk Kellermann. Seit 2012 besteht die Tafel selbstständig als Nachfolgerin des vom Sozial-Forum gegründeten „Tischlein-Deck-Dich“. Auch wenn Armut kein Alter kennt, so stellen Senioren doch die größte Altersgruppe der einheimischen Kunden. „Die Altersarmut hat zugenommen“, weiß Kellermann zu berichten. In den vergangenen Jahren zählen zunehmend auch Flüchtlinge zur Klientel. „In letzter Zeit hat sich die Struktur der Armut durch die Flüchtlinge verändert“, sagt der Tafel-Mitarbeiter. Zudem gibt es unter den Flüchtlingen sehr viel weniger Senioren. Bei Fragen hilft der vier Sprachen sprechende Syrer Murad Issa, selbst Flüchtling, als Dolmetscher. „In dieser ganzen Zeit, in der es unseren Verein gibt, kannte die Zahl unserer Kunden nur eine Richtung, nämlich nach oben“, sagt Kellermann.

Dass die Kappelner Tafel diese wachsende Nachfrage bedienen kann, führt Kellermann auf die Unterstützung der Bevölkerung und der Unternehmen zurück. Alle Geschäfte, Supermärkte und Bäckereien in der Region würden täglich angefahren. Dazu gibt es neben den Sachspenden – vornehmlich Lebensmittel – auch Geldspenden, beispielsweise zur Unterhaltung des Kühlfahrzeugs. „Alle ziehen mit, es herrscht eine tolle Spendenbereitschaft, ohne die könnten wir unsere Aktivitäten gar nicht durchführen, denn wir erhalten ja keine staatlichen Zuschüsse“, betont der Pressesprecher.

Daher hoffen die Mitarbeiter der Kappelner Tafel am Tag der offenen Tür auch weitere Spender und neue Helfer zu gewinnen. Derzeit besteht das Tafel-Team aus 35 ehrenamtlichen Helfern. Diese sind unter anderem als Fahrer tätig, um Lebensmittel abzuholen oder um einem Dutzend Familien, die gesundheitlich beeinträchtigt sind, Gemüse oder Brot nach Hause zu fahren. Andere Mitarbeiter geben freitags zwischen 13 und 15 Uhr Lebensmittel im Bez aus oder helfen beim Auf- beziehungsweise Abbau der Ausgabestelle.

1500 Euro benötigt die Tafel Monat für Monat, um finanziell über die Runden zu kommen. „Wir sind dankbar für jede Spende, denn für uns zählt jeder Euro“, sagt Dirk Kellermann. Am morgigen Sonnabend will die Kappelner Tafel der Öffentlichkeit ihre Arbeit vorstellen und den Spendern zeigen, was mit ihrem Geld gemacht wird. Suppe und Getränke sorgen an diesem Tag für das leibliche Wohl.


> Wer sich für eine Tätigkeit bei der Kappelner Tafel interessiert, kann im dortigen Büro unter
✆ 01  71  /  9  37  78  36 anrufen.

 

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erstellt am 30.Sep.2016 | 07:30 Uhr

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