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Schlei-Bote

02. Dezember 2016 | 23:20 Uhr

Kappeln : Hilfe für den Wiedereinstieg

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Aktion im Rathaus wendet sich an Menschen, die nach einer Familienpause zurück in den Beruf finden wollen.

Es gibt etliche Menschen, überwiegend Frauen, die nach einer Zeit im Beruf und einer Unterbrechung aufgrund von Kindererziehung weiterhin erwerbslos oder in Minijobs tätig, aber von behördlicher Seite an keiner Stelle erfasst sind. Welche Möglichkeiten sie haben, trotzdem in ihren alten Beruf zurückzufinden oder einen neuen zu erlernen, soll am Montagnachmittag Thema im großen Sitzungssaal des Rathauses sein. Die gemeinsame Aktion der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Kappeln, des Familienzentrums der Evangelischen Familienbildungsstätte, der Bundesagentur für Arbeit und „Frau & Beruf“ will damit eine Fülle von Informationen bieten und potenzielle Anlaufstellen vorstellen, um den Interessierten zu zeigen, dass sie weiterhin attraktiv für den ersten Arbeitsmarkt sind.

Nach den Worten von Carola Dennda, Gleichstellungsbeauftragte, will man dabei bewusst auf Vorträge und Referate verzichten, stattdessen die Besucher nach einer kurzen Einführung an einzelnen Infotischen individuell beraten. Zu der Veranstaltung, die von 14 bis 16 Uhr stattfindet, gehört auch eine Kinderbetreuung. Birte Lehmpfuhl, Beauftragte für Chancengleichheit bei der Agentur für Arbeit, erhofft sich von dem Nachmittag vor allem, die Menschen zu erreichen, die einen Gang zur Arbeitsagentur für solch eine Beratung als Hemmnis erleben. „Es gibt wirklich viele Angebote der Arbeitsagentur“, sagt Lehmpfuhl und nennt Schlagworte wie Neuorientierung, Fördergelder zur Umschulung oder um einen Abschluss nachzuholen, Ausbildung in Teilzeit. Ihr Appell: „Es ist immer sinnvoll, den Faden wieder aufzunehmen.“

Daran knüpft auch „Frau & Beruf“ an. Die Beratungsstelle richtet ihr Angebot an unterschiedlichen Lebensphasen aus, es geht darum, Kompetenzen zu bewerten und richtig einzuschätzen, um Seminare und Hilfestellung zur Bewerbung. Beraterin Katharina Petersen sagt dazu: „Eben ein ganz praktischer Ansatz.“ Aber auch einer, der dazu beitragen soll, zu erkennen, welche Wege auch nach einer längeren beruflichen Auszeit noch möglich sind. Petersen: „Wir zeigen den Frauen auf, welche Fähigkeiten sie gerade während dieser Zeit gesammelt und verbessert haben. Das Thema Selbstwertgefühl ist enorm wichtig bei einem angestrebten Wiedereinstieg in den Beruf.“ Beratend und begleitend will auch das Familienzentrum tätig sein. Leiterin Tanja Hohmann sagt: „Wir haben unterschiedliche Angebote für Alleinerziehende und jugendliche Mütter. Gerade die zweite Gruppe traut sich nur selten einen Wiedereinstieg zu.“ Der offene Frühstückstreff im Familienzentrum hilft dabei, erste Kontakte zu knüpfen. „Außerdem“, sagt Hohmann, „haben wir ein Netzwerk im Hintergrund, das den Menschen signalisieren soll, dass sie nicht alleine sind.“

Eben das ist der große Anknüpfungspunkt der Veranstaltung am Montag. Carola Dennda sagt: „Unsere Absicht ist es, den Frauen eine erste Plattform zu bieten. Sie können das Netzwerk kennenlernen, die Institutionen, die damit zusammenhängen und sich untereinander austauschen.“ Niederschwellig soll es sein, das betont auch Birte Lehmpfuhl. Von Perspektiven, Potenzialen und möglichen Nischen spricht Katharina Petersen. „Manche entdecken dann vielleicht Talente, von denen sie gar nicht wussten, dass sie sie haben“, sagt sie. Die Besucher kriegen Material an die Hand, Telefonnummern, Namen. Kaffee und Kuchen gibt es auch, Lehmpfuhl sagt: „Es soll einfach eine gute Atmosphäre sein.“ Am Ende soll bei den Frauen so das Bewusstsein entstehen, dass es genug Wege gibt, die sie gehen können. Petersen formuliert das so: „Der Arbeitsmarkt ist ihnen nicht verschlossen.“

> „Zurück in den Beruf – Eine Wiedereinstiegsreise“ findet am Montag, 26. September, von 14 bis 16 Uhr im großen Sitzungssaal des Rathauses statt. Eine Kinderbetreuung wird angeboten. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.


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erstellt am 24.Sep.2016 | 08:30 Uhr

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