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Schlei-Bote

04. Dezember 2016 | 15:20 Uhr

Kappeln : Hilfe für den Archivar

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Fotos, die nicht zuzuordnen sind: In unserer Reihe „Der Stadtgeschichte auf der Spur“ bittet der Schlei Bote die Leser um Unterstützung .

Ein Dutzend rollbare graue Stahlregale ragen auf vier Meter hoch in den Raum. Auf der anderen Seite befinden sich einige Schreibtische. Das ist das Reich von Peter Wengel. Seit der Pensionierung bei der Marine arbeitet Wengel als Stadtarchivar im Ostflügel des Rathauses. Seit nunmehr schon mehr als 20 Jahren registriert und sortiert Wengel dort ältere Unterlagen, die die Öffentlichkeit interessieren. Und die Arbeit geht ihm nicht aus.

Gerade ist ein Aktenstapel der Verwaltung hereingekommen. „Die geben hier alles ab, und ich entscheide, was wegkommt“, sagt Peter Wengel. Es braucht seine Zeit, bis die Unterlagen von der Verwaltung aussortiert werden und dann den Weg zu Wengel finden. Bei Sterbeurkunden dauert es 30 Jahre, bei Heiratsurkunden 80 und bei Geburtsurkunden 110 Jahre. Hinzu kommen alte Kaufverträge, Schriftverkehr oder Baupläne. Vereine oder Feuerwehren überlassen ihm ihre Protokollbücher. Und auch jede Menge Fotos gehören zum Fundus. „Ich habe hier allein 12.000 Papierfotos und 20.000 Negative.“

Doch so manche dieser Fotos kann der 75-Jährige nicht einordnen, weil er die dort abgebildeten Personen nicht kennt oder er nicht weiß, wann und wo die Aufnahme entstanden ist. „Doch was nützt mir ein Foto, das ich nicht zuordnen kann. Jedes Bild habe ich auch auf dem Rechner mit einer Beschreibung.“ Allerdings bei einigen hundert Fotos fehlt eben diese Erläuterung. „Einige Personen kenne ich, aber viele auch nicht“, so der Stadtarchivar. Und da können die Leser des Schlei Boten ihm nun Schützenhilfe leisten. Regelmäßig wird der Schlei Bote ein Foto aus dem Archiv veröffentlichen, bei dem Wengel um Hinweise bittet.

Der Stadtarchivar bewahrt die Unterlagen keineswegs aus persönlicher Sammelleidenschaft. Gerichte, Familienforscher, Historiker und Nachlassverwalter, die Erben suchen, gehören zu seiner Klientel. „Ich habe auch schon Anfragen aus Amerika gehabt.“ Vor Kurzem suchte ein Eckernförder Modelleisenbahnclub für den maßstabsgetreuen Nachbau der alten Kreisbahn von Kappeln nach Eckernförde die Maße eines Signalmastes der alten Drehbrücke. Im Kappelner Stadtarchiv wurde der Club fündig. Die Din A1 Blaupause mussten die Modelleisenbahner aber selbst kopieren. Die ältesten Bestände, die im Archiv lagern, stammen übrigens aus den Jahren 1876/77. Für die Zeit davor findet sich das meiste in den Kirchenbüchern, die aber nicht im Archiv lagern. „Das ist auch ganz gut so, denn die Handschriften zu entziffern, ist nicht ganz leicht“, so Wengel. Doch immerhin gibt es in den Kirchenbüchern Einträge, bei manchen Fotos im Archiv eben nicht. Um die Nachwelt nicht vor derartige Probleme zu stellen, kauft Peter Wengel schon mal Ansichtskarten von heute. Und er fotografiert sobald ein Geschäft in Kappeln neu aufmacht oder schließt. „In 60 Jahren freut sich jemand darüber.“

 

> In der heutigen Ausgabe suchen wir die Namen eines Ehepaares. Die Aufnahme, die wohl aus den 60er-Jahren stammt, zeigt das Paar bei der goldenen Hochzeit. Wer Hinweise zum Foto geben kann, wird gebeten, unter dem Stichwort „Bild 1“ eine Email an stadtarchiv@stadt-kappeln.de zu schreiben oder sich bei Peter Wengel unter Tel. 0  46  42  /  183  62 im Archiv werktags von 9 bis 12 Uhr zu melden. Mittwochs ist der Anschluss nicht besetzt.

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erstellt am 21.Nov.2016 | 07:30 Uhr

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