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Schlei-Bote

08. Dezember 2016 | 01:22 Uhr

Kappeln : Green Screen: Zuschauer haben die Wahl

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Mehr als 100 Besucher sehen die drei für den sh:z-Publikumspreis nominierten Filme. Prämierung erfolgt am 17. September in Eckernförde.

Am Mittwochabend hat Kappeln gewählt. Doch standen keine Parteien, sondern drei Filme zur Wahl. Das Eckernförder Naturfilmfestival Green Screen machte Station in den Capitol-Lichtspielen. An 14 Standorten des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlages (sh:z) werden die drei für den Publikumspreis des sh:z nominierten Filme gezeigt. Und die Kinobesucher bestimmen am Ende den Sieger.

„Das Festival geht erst in zwei Wochen los, doch wir sind schon mittendrin – dank des Publikumspreises“, sagte Heidi Packschies. Heidi und ihr Ehemann Michael Packschies sind beide Vorstandsmitglieder von Green Screen. Heidi Packschies erklärte unmittelbar vor der Vorstellung, dass der mit 1000 Euro dotierte Publikumspreis bei den Filmemachern sehr begehrt sei.

Sehr begehrt waren auch die im Vorfeld vom Schlei-Boten ausgegebenen kostenlosen Eintrittskarten. Capitol-Betreiber Carmen Schrief und Michael Wittkowski hatten den Kinosaal kostenlos zur Verfügung gestellt. „Das tun wir gerne für diese Veranstaltung“, sagte Wittkowski. Mehr als 100 Besucher dankten es ihm mit großem Applaus.

In diesem Jahr standen drei sehr unterschiedliche Streifen von je 45 Minuten Länge zur Auswahl. Den Anfang machte die österreichische Produktion „Der Strauß – zum Laufen geboren“. Dabei geht es um einen Wettlauf mit der Zeit. Der größte Vogel der Erde muss den richtigen Zeitpunkt zum Brüten wählen, damit seine Jungen kurz vor Beginn der Regenzeit schlüpfen. Eine Straußenfamilie in der Kalahari und eine in der Namib standen dabei im Mittelpunkt. Da kam es bei Balz- und Brutverhalten zu Wiederholungen.

Der zweite Streifen hieß „Die Reise der Schneeeulen“. Der Vogel hat enorme Überlebenskräfte in einer unwirtlichen Natur wie der Sibriens entwickelt und vermag viele hundert Kilometer ohne Nahrung zu fliegen. Zudem stellt der Film noch viele andere Tierarten vor, da geriet allerdings zwischenzeitlich die Schneeeule etwas aus den Augen.

Einen ausgefallenen Ansatz für einen Naturfilm hatte der Streifen „Tiermythen – Die Kinder des rosa Delfins“. Der Film setzt Fabeln in Bilder um. Die indianischen Tiermythen lehren am Amazonas den Respekt vor der Natur. Doch kommen für einen Naturfilm ungewöhnlich viele Menschen vor.

Das Angebot traf offenbar auf die Zustimmung der Kinobesucher. Birgit Bielke war zum ersten Mal dabei. „Diese Filmvorführungen haben mir sehr gut gefallen. Solch tolle Aufnahmen sieht man nicht im Fernsehen“, meinte die Kappelnerin. Auf ihrer Eintrittskarte, die gleichzeitig als Stimmzettel diente, hatte sie den Delfin-Film angekreuzt. Der hatte es auch Ulrich Scheer angetan. „Dieser Film war wahrhafter Naturschutz“, meinte der Kappelner Pensionär. Falk Sauer aus Karby fand alle drei Streifen interessant, doch der Film über die Schneeeule gefiel ihm am besten. „Ich bin das erste Mal hier. Mich hat die Vielfalt beeindruckt. Jeder Film ist auf seine Art interessant.“

Diese Vielfalt hat sich bei Familie Nissen aus Rabel besonders niedergeschlagen. Bei den Nissens hatte jeder der drei Filme seinen eigenen Fan gefunden. Mutter Sylvia war begeistert von der Schneeeule. „Die Bilder und Eindrücke waren am schönsten“, sagte sie hinterher. „Und ich glaube, dass der Drehaufwand einfach der intensivste war. Das fand ich bemerkenswert.“ Dabei war Sylvia Nissen anfangs noch ein wenig skeptisch, ob sie drei Filme am Stück tatsächlich durchhalten würde. „Aber diese Angst ist schnell vergangen“, betonte sie. „Dafür waren die Filme alle wirklich toll und zu unterschiedlich.“ Das Herz von Tochter Luisa hing derweil am Strauß. „Mir hat gefallen, dass sich dieser Film wirklich nur um den Strauß gedreht hat“, sagte die Zwölfjährige. Ihre Schwester Emma hatte ihr Kreuz am Ende für den rosafarbenen Delfin gesetzt. „Die Artenvielfalt, die man am Amazonas entdecken kann, und wie der Mensch damit umgeht, hat mich beeindruckt“, sagte die 14-Jährige.

Gerade dieses Zusammenspiel zwischen Natur und Mensch war es auch, das Thorsten Schacht am meisten imponiert hat. „Es war eine Mischung aus Mensch- und Tier-Doku“, sagte der Kappelner. „Das hat mir sehr gut gefallen.“ Der Kommentar seiner Tochter Katharina über den rosa Delfin fiel noch ein bisschen eindeutiger aus: „So cool“, sagte die Zehnjährige. Und: „Das war total mitreißend.“

Ob der Delfin am Ende wirklich den Schnabel vorn hat oder einer der beiden Vogelfilme gewinnt, ist noch nicht entschieden. Noch steht auf der sh:z-Tournee eine Vorführung in Itzehoe aus. Erst danach werden die Stimmkarten aller 14 Standorte zusammengezählt, bevor dann beim Festival in Eckernförde der Sieger des sh:z-Publikumspreises verkündet wird.

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erstellt am 02.Sep.2016 | 07:30 Uhr

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