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Schlei-Bote

04. Dezember 2016 | 21:21 Uhr

Amt Kappeln-Land : Gemeinden müssen tiefer in die Tasche greifen

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Amt hat höhere Ausgaben als Einnahmen. Kostenbeitrag der vier Kommunen an der Kappelner Verwaltung steigt um 2,5 Prozent auf 227.100 Euro an.

Neun Einwohner mehr als im vergangenen Jahr zählt das Amt Kappeln-Land und hat mit 1424 Seelen nur ganz knapp einen weiteren Tiefstand in seiner Historie vermeiden können. Rechtzeitig stellte der Amtsausschuss in seiner jüngsten Sitzung im Arnisser Rathaus die finanziellen Weichen für das Haushaltsjahr 2017. Darin ist verankert, dass zwar insgesamt 279.800 Euro eingenommen werden, gegenüber den Ausgaben aber eine Lücke von 20.100 Euro entsteht. Eine besondere Aufregung unter den vier Mitgliedern des Amtsausschusses verursachte dieses Finanzloch allerdings nicht.

Weniger zufrieden zeigten sich die Bürgermeister mit dem weiteren Anstieg des jährlichen Kostenbeitrags für die Verwaltung durch die Stadt Kappeln. 227.100 Euro muss die Gemeinschaft des kommunalen Quartetts im nächsten Jahr für die Verwaltungsvorgänge im Kappelner Rathaus hinblättern – ein Anstieg um 2,5 Prozent. Das Ganze hat auch Auswirkungen auf die Amtsumlage, die mit 242.300 Euro berechnet wird. Die Gemeinde Rabenkirchen-Faulück hat mit rund 105.000 Euro den Löwenanteil zu tragen, während die Gemeinde Grödersby mit rund 40.000 Euro relativ günstig davonkommt. Die Stadt Arnis und die Gemeinde Oersberg liegen mit ihren Anteilen jeweils knapp unter 50.000 Euro im Mittelfeld der Zahlungspflichtigen.

Amtsvorsteher Bernd Kugler und die Sachbearbeiterin Ramona Luszcak von der Kappelner Verwaltung hatten im Finanzausschuss den Etat geschmiedet. Eine Kreditaufnahme ist nicht vorgesehen, zumal auf Investitionen verzichtet wird. Doch ist vorsorglich eine Sonderausgabe von 10.000 Euro für die Erneuerung einer maroden Kammer der Kläranlage des ehemaligen Rabenkirchener Amtshauses (Bundesstraße 6) berücksichtigt worden. Der Grödersbyer Bürgermeister Helmut Andresen bemängelte bezüglich dieses Vorhabens, dass es derzeit seitens der Kappelner Gebäudeverwaltung keine Erläuterungen über die Form und Notwendigkeit der technischen Sanierung gebe. Er verlangte Klarheit über den Zustand der Kläranlage, bevor das Geld aus dem Amtshaushalt freigegeben wird. Dieser Auffassung stimmten alle Ausschussmitglieder zu. Vorerst abgelehnt wurde ein Antrag für Bereitstellung von außerplanmäßigen Mitteln für eine umfassende Dachrinnenreinigung am alten Amtshaus.

Im weiteren Sitzungsverlauf entschied sich der Amtsausschuss für einen Verbleib in der Wirtschaftsförderungs- und Regionalentwicklungs-Gesellschaft Flensburg-Schleswig, die sich nach dem Ausstieg der Nord-Ostsee-Sparkasse hinsichtlich der gemeinwirtschaftlichen Verpflichtungen neu aufstellen muss.

Zur Sprache kam außerdem das Problem des Deichschutzes an der Schlei im Bereich Arnis-Grödersby. Aus Grödersbyer Sicht wird eine Erhöhung des nach Marienhof führenden Plattenwegs um 50 Zentimeter für unnötig und nicht finanzierbar gehalten. Zudem würden die ohnehin feuchten Wiesen im Hinterland nur noch extensiv bewirtschaftet, erläuterte Helmut Andresen. Alle Entscheidungen über eine Verstärkung des Arnisser Regionaldeichs stehen laut Kugler noch aus. Von Hochwasser bedroht sind vor allem jene Wohnhäuser in der Nähe des Sportplatzes (Schulstraße), die nicht wie das dortige dänische Schulgebäude auf einem aufgeschütteten Grundstück stehen. Dass die Bürger den Bewuchs am Alten Damm erhalten möchten, widerspricht den Anforderungen des Landesamtes für Küstenschutz.

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