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Kappelner Heringszaun : Fördergelder für ein Wahrzeichen

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Von den Kosten für den Neubau des Heringszauns werden 85 Prozent bezuschusst. Damit ist die große Variable des Projekts klar.

Es ist ziemlich genau ein Jahr her: Damals hatte sich die Aktivregion Schlei-Ostsee dafür ausgesprochen, den Neubau des Kappelner Heringszauns mit Fördermitteln zu unterstützen, die aus einem insgesamt 1,4 Millionen Euro großen Topf stammen und die damit großzügiger ausfallen könnten, als wenn die Aktivregion als alleiniger Förderer auftreten würde. Problem dabei: Über die Mittel dieses Topfes entscheiden alle 22 Aktivregionen im Land gemeinsam, der Heringszaun also muss als sogenanntes Poolprojekt auch Menschen überzeugen, die sich sonst um Angelegenheiten im Amt Kellinghusen, in Timmendorfer Strand oder auf Fehmarn kümmern. Seit dieser Woche ist klar: Das hat funktioniert. Für den Neubau des Heringszauns fließen aus dem Europäischen Meeres- und Fischereifonds 85 Prozent der förderfähigen Kosten oder – nach heutiger Kalkulation – 370.000 Euro. „Mit diesem Beschluss“, sagte Ulrich Bendlin von der Kappelner Stadtverwaltung und maßgeblicher Organisator des Verfahrens, „ist eigentlich klar, dass der Neubau zu 100 Prozent umgesetzt wird“.

Wie bereits im Vorfeld angeklungen war, war der Heringszaun das einzige Poolprojekt, sodass ein möglicher Wettbewerb mit einer anderen Idee aus einem anderen Beritt von vornherein ausschied. Ulrich Bendlin, der bei der entscheidenden Sitzung dabei war, berichtete hinterher dennoch nicht ohne Stolz: „Es war ein einstimmiges Votum für den Heringszaun, weil die Leute einfach von diesem Projekt überzeugt waren.“ Dieses Projekt beinhaltet zunächst den Abriss des in den vergangenen Jahren immer wieder geflickten Wahrzeichens der Stadt und den anschließenden Neubau. Der ist erforderlich, weil das Holz des Heringszaunes durch die Bohrmuschel stark in Mitleidenschaft gezogen ist und kaum noch Stabilität aufweist. Ein neuer Zaun aus Tropenholz soll die Muschel fernhalten. Nach Stand der Dinge werden für das Projekt insgesamt rund 430.000 Euro vonnöten sein.

Und Ulrich Bendlin weiß auch schon, wie es weitergeht. „Die erforderliche Vorprüfung zur Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie läuft schon“, sagte er jetzt. Das ist die Vorstufe zur FFH-Verträglichkeitsprüfung, die wiederum Bedingung für den Zuwendungsbescheid ist. Aber: „Die Naturschutzbehörden haben uns schon signalisiert, dass das Projekt aus deren Sicht unbedenklich ist“, so Bendlin weiter. Liegt der Bescheid vor, kann die Ausschreibung starten, nötig ist zudem ein umfangreiches Genehmigungsverfahren. „Das wird spannend“, prognostizierte der Verwaltungs-Fachmann. „Und dabei kann es auch passieren, dass wir das ein oder andere Detail unserer Planung anpassen müssen.“ Eine fast folgerichtige Konsequenz, wenn die Gruppe der Beteiligten wächst. „Wenn Experten mitreden, ändert sich meist noch etwas“, sagte Bendlin. „Aber ich empfinde das als bereichernd.“

Als Erleichterung empfand derweil Dieter Clausen die gute Nachricht der Aktivregion. „Das ist wirklich eine positive Überraschung, und wir freuen uns sehr darüber“, sagte der Vorsitzende des Verschönerungsvereins. Der Verein bemüht sich seit Jahrzehnten um den Erhalt des Heringszauns und wird einen eigenen, nicht ganz unerheblichen Teil dazu beitragen, um die Kosten zu stemmen, die nicht durch Fördermittel abgedeckt sind. Clausen sagte zudem: „Für uns ist das deshalb auch ein Zeichen, dass unsere Bemühungen nicht umsonst gewesen sind.“

Was noch fehlt, ist der städtische Eigenanteil. Der jedoch scheint sich nach dem Urteil der Aktivregion durchaus im Rahmen des Machbaren zu bewegen. Die Zeit der Flickschusterei scheint endgültig vorbei zu sein.

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erstellt am 08.Apr.2017 | 12:30 Uhr

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