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Schlei-Bote

10. Dezember 2016 | 02:17 Uhr

Kappeln : Feuer in 32 Meter Höhe bekämpfen

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Die erste Drehleiter der Stadt soll für mehr Sicherheit sorgen. In Notfällen musste bislang die Eckernförder Wehr anrücken.

Es war ein richtiger Festtag. Blaulicht erstrahlte, Konfettikanonen gingen los und zahlreiche Feuerwehrleute und Schaulustige standen Spalier, als der Wagen mit der neuen Drehleiter der Feuerwehr Kappeln-Ellenberg vor dem Ellenberger Gerätehaus erschien. Frühmorgens um 8.30 Uhr startete die Überführungsaktion in Karlsruhe, wo die Endfertigung erfolgte, und gegen 19.15 erreichten die acht Feuerwehrmänner, die abwechselnd fuhren, das Gerätehaus in Ellenberg.

Das langersehnte Gerät wurde auch direkt vorgeführt, so mussten Bürgermeister Heiko Traulsen und Bürgervorsteherin Dagmar Ungethüm-Ancker gemeinsam mit Gemeindewehrführer Dirk Schadewaldt hoch hinaus, um das neue Gerät zu testen. Immerhin kann die Drehleiter bis auf 32 Meter ausgefahren werden.

„Ganz schön hoch, aber man fühlt sich hier in sicheren Händen“, erklärt Ungethüm Ancker. Die acht Feuerwehrleute waren zwei Tage in Karlsruhe und haben sich eigens für die Drehleiter schulen lassen. „Das ist wirklich eine beeindruckende Technik und wir sind froh, dass die uns endlich zur Verfügung steht“, freut sich Schadewaldt, der zusammen mit seinen Kollegen an der Schulung teilgenommen hat. „Wir werden unser Wissen jetzt an andere Kollegen weitergeben, damit wir möglichst flexibel sind und viele Wehren das Gerät einsetzen können“, erklärt der Gemeindewehrführer weiter.

Für den Bürgermeister war es bereits das zweite Mal in so einem Leiterkorb zu stehen: „Man merkt sofort, dass hier Leute am Werk sind, die wissen was sie machen und in der Lage sind diese ausgetüftelte Technik zu bedienen“, erklärt Traulsen, der sich für die Drehleiter stark gemacht hat. Die Feuerwehr freut sich, dass letztendlich alles so zügig ging, denn sie haben die Leiter im Juni in Auftrag gegeben und konnten sie bereits ein halbes Jahr später abholen.

Eine Drehleiter für Kappeln sei schon seit dem Bau von höheren Häusern in den 70er Jahren im Gespräch gewesen, erklärt Schadewaldt. So seien die Häuser in Ellenberg rund 28 Meter hoch. Bisher musste in Notfällen eine Leiter aus Eckernförde oder Schleswig angefordert werden, was natürlich sehr zeitaufwändig ist. In diesem Jahr sei das bestimmt vier Mal vorgekommen, so Schadewaldt. „Da kann man die zeitlichen Hilfsfristen nicht einhalten“. Im Rahmen der Brandschutzbedarfsplanung im Jahre 2010 wurde dann erneut festgestellt, dass die Beschaffung einer Drehleiter vonnöten ist. „Es gibt mehrere höhere Bauten, die nur einen Fluchtweg haben, da braucht man eine Drehleiter, um die Menschen aus dem Gebäude zu bekommen“, erklärt der Feuerwehrmann.

„Wir haben dem Bürgermeister eine Deadline gesetzt, bis Silvester muss sie da sein!“, so der Gemeindewehrführer und betont, dass damit vielen Menschen in Not geholfen werden kann. Die neue Drehleiter hat auch ihren Preis. Doch die Stadt konnte sich über Zuschüsse vom Kreis und vom Land freuen und musste die 630  000 Euro nicht allein stemmen.

Die Drehleiter wird nun in einem Radius von 30 Kilometern eingesetzt. Die Ankunft des neuen Fahrzeugs mit Drehleiter wurde noch am selben Abend bei Grillwurst und Bier gefeiert.

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erstellt am 15.Okt.2016 | 09:15 Uhr

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