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Schlei-Bote

27. März 2017 | 12:58 Uhr

Kappeln : Entlassfeier am Gymnasium: Abschied von der „zweiten Familie“

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

157 Abiturienten erhielten ihre Abschlusszeugnisse.

Das war sie also, die Entlassfeier des Doppeljahrgangs. Die Klaus-Harms-Schule hat ihren 157 Abiturienten einen stimmungsvollen Abend bereitet. Dazu war man ausnahmsweise in die Sporthalle gezogen und hatte 800 Sitzgelegenheiten geschaffen, denn eben dieser Platz war nötig, um die Absolventen, die entweder acht (G  8) oder neun Jahre (G  9) am Kappelner Gymnasium verbracht hatten, mit ihren Familien und Freunden angemessen unterzubringen. Und eins war nach knapp drei Stunden klar: Dieser Doppeljahrgang war eben das nicht, kein Zusammenschluss von zwei separaten Schülergruppen, die durch eine viel diskutierte Schulnovelle zu einer Art Zwangsehe verpflichtet worden waren. Sondern einfach ein äußerst großer Abschlussjahrgang, der mit einem fröhlichen und ehrlichen Miteinander überzeugte.

Schon Schulleiter Thomas Hellmuth räumte gleich zu Beginn alle Zweifel aus. „Sie sind als Jahrgang sehr schnell zusammengewachsen“, sagte er in Richtung der Abiturienten. „Das zeugt von Ihrer hohen sozialen Kompetenz.“ Gleichwohl offenbarte er, Probleme mit dem Abi-Motto „Abios Amigos, erst Siesta, dann Fiesta“ gehabt zu haben und sagte mit einem Augenzwinkern: „Man könnte im Rückblick meinen, Sie hätten Ihre gesamte Schulzeit in einer Art Dämmerzustand verbracht.“ Derweil gratulierte der amtierende Bürgermeister Rainer Moll den Gymnasiasten zum Bestehen „eines außerordentlich wichtigen Teils Eures jungen Lebens“ und wünschte ihnen einen „reibungslosen Übergang ins reale Leben“. Für einen kurzen Ausflug zurück in die heile Welt des Gymnasiums sorgte danach die Schulelternbeiratsvorsitzende Brigitte Hansen, als sie jedem Buchstaben im Alphabet einen schulischen Begriff zuordnete und so etwa an B wie Bundesjugendspiele, H wie Hausaufgaben oder K wie Klausur erinnerte. Ihr Rat an die Abiturienten: „Entscheidend ist, sich nicht zu schnell entmutigen zu lassen.“

Ausgestattet mit Flipchart und Edding gestalteten die beiden Elternvertreter Kerstin Frahm und Stephan Ernst-Schneider eine im besten Sinne aus der Art gefallene Ansprache, in die sie viele persönliche Dankesworte, Wünsche und auch elterliches Leid während der anstrengenden Prüfungsphase einbauten. Für die Lehrerschaft forderte Dr. Jörg Heinke die Abiturienten auf, sich nicht ausschließlich auf Sicheres und Ordentliches zu verlassen, sondern: „Hört in Euch hinein, um herauszufinden, wofür ihr Euch begeistern könnt. Hört auf das, was Euch nicht loslässt und was Ihr nicht loslassen wollt.“ Dass es zumindest an diesem Abend vor allem die gerade ausklingende Schulzeit war, die die Absolventen noch nicht loslassen wollten, offenbarten die drei Schüler Broder Ernst, Maximilian von Hobe und Jonas Mikulsky. Die drei Abiturienten sprachen von ihrer Schule als einem „vertrauten Umfeld“, von einer „zweiten Familie“, von „Freunden fürs Leben“. Broder Ernst fasste das Wichtigste aus zwölf beziehungsweise 13 Jahren Schule so zusammen: „Wichtig ist nicht das, was man tut. Sondern dass man es mit ganzem Herzen und ganzer Leidenschaft tut.“

Broder Ernst war es auch, der danach für seinen, wie es der stellvertretende Schulleiter Dietmar Hilscher formulierte, „bemerkenswerten Einsatz für die Schulgemeinschaft“ und für seinen nicht weniger bemerkenswerten Abi-Schnitt von 1,0 eine Extra-Auszeichnung erhielt. Alix von Kaehne und Marlena Bultmann erhielten ihre Ehrung für ihr Engagement bei der Integration von Flüchtlingen, Kevin Jacobsen, Maj-Britt Langenstein, Thies Mohr, Britta Klein, Sabina Wrochniak und Stella Reusch für ihr schulisches Kunstprojekt „Ausstellungsreif“ und Jonas Mikulsky für seine langjährigen und intensiven Anstrengungen in der Schülervertretung. Für Broder Ernst und Johanna Dankers gab es danach noch eine spezielle Urkunde des Deutschen Altphilologenverbandes für ihre Leistungen im Fach Latein, für Sophie Röhling von der Gesellschaft der Deutschen Chemiker für ihre Erfolge im Fach Chemie und für Philine Reisdorf von der Deutschen Mathematikervereinigung für ihre Leistungen in der Mathematik. Und schließlich war es Zeit für die Zeugnisausgabe und den langsamen Abschied von der „zweiten Familie“.

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erstellt am 11.Jul.2016 | 08:30 Uhr

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