zur Navigation springen

Schlei-Bote

10. Dezember 2016 | 23:33 Uhr

Kappeln : Eine Tanne geht auf die Reise

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Mitarbeiter des Bauhofes transportieren den Weihnachtsbaum für den Rathausmarkt mitten durch die Innenstadt.

Es ist kalt am Hafen, doch rund 100 Zuschauer haben sich beim Bronzefischer eingefunden, um den Weihnachtsbaum auf seinem Weg zum Rathausplatz zu begleiten. Über einen Tampen hängt der Baum an einem Radbagger. Nun soll das Fahrzeug den Baum zum Rathausplatz transportieren. Die Verantwortlichen, Mitarbeiter des Bauhofes, Stadtelektriker Andreas Isaack und Lutz Brückner von der gleichnamigen Tiefbaufirma machen einen entspannten Eindruck.

„Die eigentliche Herausforderung liegt schon hinter uns“, meint Andreas Isaack. Um 14 Uhr ist der elf Meter lange Koloss in einem Privatgarten in Rabenkirchen gefällt worden. Auch da war die Tanne schon am Radbagger befestigt, damit der Baum nicht umfällt und seine Zweige dabei zerstört. Dann ging der Transport von Rabenkirchen über die Bundesstraße nach Kappeln. „Da muss man zwischen den Ampeln und Laternen fahren, doch die Polizei hat alles abgesperrt, und aus Sicherheitsgründen fahren wir nur nachts“, sagt Isaack. Die Baumhöhe von elf Metern, die Breite von sechs Metern und das Gewicht von rund drei Tonnen entspricht dem Durchschnitt der vergangenen Jahre.

„Doch dieses Mal ist der Baum wirklich schön gewachsen“, sagt Helga Thurau, stellvertretende Vorsitzende des Wirtschaftskreises Pro Kappeln. Dass der Baum schon jetzt geschlagen ist, heißt nicht, dass er zu Weihnachten keine Nadeln mehr hat. „Die kleinen Tannen werden jetzt ja auch schon geschlagen“, weiß Bauhofmitarbeiter Erwin Petersen. Petersen wird die Tanne seitlich am Tau führen. Für ihn ist der Tannenbaum-Transport keineswegs nervenzehrend. „Wir sind mit Lust und Laune dabei, die Aktion hat sich im Laufe der Jahre ja auch mehr und mehr entwickelt, bis dahin dass jetzt auch die Kinder dabei Laterne laufen“, sagt Petersen. Früher war der Baum still und leise aufgestellt worden, heute ist es ein öffentliches Ereignis.

Lutz Brückner steigt in den Radbagger und zündet den Motor. „Ich sehe hier nur grün, ein riesiges Stück Baum.“ Er fährt quasi blind. „Ich muss auf die Zeichen und Kommandos der Bauhofmitarbeiter achten. Die sind auf dieser Tour meine Augen“, so Brückner. Etwa 1200 Meter ist die Strecke vom Bronzefischer über den Dehnthof bis zum Rathausplatz lang. Die ersten Meter sind zum Warmfahren. Nur wenn am Hafen Autos entgegenkommen, wird es schwieriger für die Akteure. Am Dehnthof wird es eng. Hier heißt es nach oben und zur Seite schauen. Mal gilt es eine Laterne, mal ein Werbeschild zu „umkurven“. Rund 45 Minuten benötigt das Weihnachtsbaum-Team für die 1,2 Kilometer bis zum Rathausplatz. Mittlerweile haben sich dem Zug mehr als 200 Menschen angeschlossen. Als der schwebende Baum den Rathausplatz erreicht, ertönt Blasmusik. Nun kommt eine weitere knifflige Aufgabe. Der Radbagger fährt auf das Loch eines Kanaldeckels zu. In dem Loch befindet sich eine mit Beton ummantelte Hülse, die den unteren Teil des Stammes aufnimmt. Ein Meter tief wird der Stamm abgesenkt. „Dann schlagen wir Keile zwischen Stamm und Hülse, um den Baum zu stabilisieren“, sagt Petersen. Fünf Minuten steht der Baum. „Also fahren kann der“, sagt Dennis Franke über Brückners Fahrkünste auf dem Radbagger. Franke ist einer der Zuschauer am Rathausplatz. „Das ist eine schöne Aktion, denn mit dem Baum kommt dann ja auch erst die weihnachtliche Stimmung auf“, so Franke. So richtig zum Weihnachtbaum wird die Tanne aber erst in der nächsten Woche. Dann wird sie nochmals ausgerichtet und geschmückt. Und dann kann die Adventszeit kommen.

zur Startseite

von
erstellt am 12.Nov.2016 | 11:30 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen