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Schlei-Bote

04. Dezember 2016 | 21:27 Uhr

Modellbahn-Schau in Kappeln : Eine Landschaft aus Fliegendraht und Leim

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Schattenbahnhof, Drehscheibe, Panoramabild: Volker Hollenberg bastelt weiter an seiner Modellbahn-Ausstellung.

Bislang waren es manchmal nur nackte oder grün verkleidete Tische, auf denen die Gleise der kleinen Lokomotiven verliefen. Doch allmählich putzt sich die kleine Modellbahn-Ausstellung am Hafen heraus. „Die Besucher betrachten eben auch die Landschaft, denen muss man schon was bieten“, sagt der Inhaber der Ausstellung, Diplom-Ingenieur Volker Hollenberg.

Dazu haben Hollenberg und sein Team an Mitstreitern in den vergangenen Monaten teilweise die Strecken der Anlagen neu verlegt und die Landschaft rund um die Bahngleise liebvoll gestaltet. Richtig weit fortgeschritten ist das Vorhaben bereits bei der Anlage Nummer eins von Norbert Köppe und Holger Kippenberg. Hierbei handelt es sich um eine Spur-N-Modelleisenbahnanlage, bei der an der Wand hinter dem Tisch ein Panoramabild die Eisenbahnlandschaft aufgreift. Kleine Häuser mit Autos – natürlich alles in der passenden Größe. „Der Maßstab ist bei einer Modelleisenbahn wichtig. Das muss passen, alles andere geht nicht“, sagt Hollenberg.

Insgesamt acht Anlagen plus eine Kinderbahn sind in dem rund 90 Quadratmeter großen Ausstellungsraum untergebracht. Und es nicht nur die Optik, die hier aufpoliert wurde, auch technische Raffinessen wurden verbaut wie Drehscheiben für die Züge, die auf diese Weise schnell die Gleise wechseln können. So eine Drehscheibe haben zwei seiner Mitstreiter bei der Spur 0 selbst hergestellt und dazu den Motor eines Akku-Schraubers in diese Scheibe eingebaut. „Als Modelleisenbahnbauer muss man sich zu helfen wissen. So eine Drehscheibe kostet in der Größe neu über 2000 Euro“, erklärt Hollenberg.

Besonders stolz ist der Ausstellungsinhaber auf die Anlage 4, eine Spur H0, die mitten im Raum steht. „Auf dieser Anlage haben wir einen neungleisigen Schattenbahnhof“, erklärt der Modellbahn-Fan. Das bedeutet, dass der Bahnhof unter der eigentlichen Landschaftsplatte der Anlage (im Schatten) angelegt ist. „Der ankommende Zug sucht sich dort dank elektronischer Steuerungselemente automatisch ein freies Gleis, sind acht besetzt fährt er auf dem freien neunten Gleis durch, um nicht den Bahnhof zu blockieren“, erläutert der Diplomingenieur. Vieles ist in der kleinen Modellbahnausstellung noch im Bau, an manchem fehlt noch der Feinschliff.

Auf der Anlage Nummer 6, einer Spur 0 mit 32 Millimetern Spurbreite, ist noch vieles im Entstehen. Dort kann der auch ungeübte Beobachter noch erkennen, wie Zeitungsseiten aus der Modelllandschaft hervorschauen. Diese Landschaft stellen Modellbahn-Fans aus Fliegendraht und Zeitung her, darauf streichen sie dann ein Gemisch aus Wasser und weißem Holzleim, später wird diese Konstruktion trocken und hart. Als Gebüsch dient ein natürliches Gewächs von der Schlei. „Das Kraut hat meine Lebensgefährtin am Ufer gefunden“, so Hollenberg. Ansonsten ist diese Anlage Nummer 6 voll digital, von den Sound- bis zu den Lichteffekten. Noch ist nicht alles fertig auf dieser Anlage. Doch warten die Modelleisenbahnfreunde auch noch auf eine Dampflok, die BR (Baureihe) 50, ein Güterzug, der in den 1950-Jahren verbreitet war. Bei diesem Modell lässt die Lok ihren Dampf „dynamisch“ aus Zylindern und Schornstein ab. Sechs Wochen soll es dauern, bis das künftige Prunkstück der Ausstellung in Kappeln ist. Immerhin können sich Hollenberg & Co. die Wartezeit mit dem Basteln an der Anlage gut vertreiben.

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erstellt am 17.Mai.2016 | 07:15 Uhr

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