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Schlei-Bote

07. Dezember 2016 | 13:37 Uhr

Klaus-Harms-Schule Kappeln : Ein Talent am Auslöser

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Die Klaus-Harms-Schule eröffnet die „Galerie der jungen Talente“: Christian Storm zeigt seine Begabung mit dem Fotoapparat.

Eigentlich ist Christian Storm Naturwissenschaftler. Zumindest auf dem Papier, und vermutlich auch aus Überzeugung. Der 16-Jährige besucht die Klaus-Harms-Schule und hat seinen akademischen Schwerpunkt im naturwissenschaftlichen Profil gesetzt. Daneben allerdings steckt in ihm ein Künstler, und als solcher hat ihm seine Schule jetzt eine Plattform eingerichtet, von der im besten Falle noch viele Schüler nach Christian profitieren sollen. Der 16-Jährige ist der erste, der seine künstlerischen Neigungen auf diese Weise nach außen tragen darf: in der „Galerie der jungen Talente“.

Henrike Reinckens ist überzeugt: „Viele unserer Schüler leisten Dinge, die im Unterricht aus unterschiedlichen Gründen keinen Niederschlag finden können“, sagt die Kunstlehrerin. Sie arbeiten im Stillen, teilen ihre Ergebnisse vielleicht mit Freunden oder der Familie, so gut wie nie aber mit der größeren Öffentlichkeit. Das war auch bei Christian Storm so. Unter seinen Klassenkameraden war Christians Instagram-Profil (eine Online-Plattform zum Teilen von Fotos und Videos) zwar bekannt, als er dann aber Henrike Reinckens einen Datenstick mit knapp 80 seiner Fotos in die Hand drückte, kam diese aus dem Staunen nicht heraus. „Ich konnte gar nicht glauben, was er da fabriziert hat“, sagt die Lehrerin heute noch anerkennend. Der Gymnasiast entpuppte sich nämlich als begabter Fotograf.

Auslöser dafür war ein Praktikum bei Foto Guth vor zwei Jahren, danach investierte Christian Storm in eine Kamera und entdeckte seine Freude am Fotografieren. „Meistens entstehen meine Bilder spontan“, sagt der 16-Jährige. „Ich gehe raus, sehe ein Motiv und fotografiere es.“ So wie die kleine Maus im Gebüsch des heimischen Gartens. „Manchmal warte ich aber auch extra auf eine Situation“, sagt der Schüler. So wie beim Mähdrescher mitten im Getreidefeld, das er an etlichen Abenden bewusst angesteuert hat. Klar ist, Landschaft und Natur haben es Christian dabei besonders angetan. Seine Bilder zeigen farbintensive Sonnenuntergänge oder kontrastreiche Blüten in Nahaufnahme. Keines wirkt willkürlich, vielmehr mit geschultem Blick komponiert und durchdacht. Und: Keines davon ist im Nachgang bearbeitet worden.

18 von Christians Bildern hängen im Format 30 mal 45 Zentimeter gerahmt und mit Passepartout in der Schul-Cafeteria. Gemeinsam mit Henrike Reinckens hat er sortiert, ausgemessen, zugeschnitten, Möbel verrückt. Reinckens sagt im Rückblick: „Es war eine unglaubliche Arbeitsaktion.“ Entstanden ist so die erste „Galerie der jungen Talente“, die finanzielle Unterstützung vom schuleigenen Förderkreis und von Foto Guth erhalten hat. Steven Kosanke, Mitarbeiter des Unternehmens, kann sich noch gut an seinen ehemaligen Praktikanten erinnern. „Wir haben viele Praktikanten, manche stechen heraus. Christian tat das ganz besonders, weil er einfach ein so ausgeprägtes Interesse an der Fotografie hatte“, sagt Kosanke. Auch deshalb habe man die „Galerie der jungen Talente“ gerne unterstützt. Und eben das ist es, was Henrike Reinckens immer noch schwärmen lässt. „Es ist schon besonders, wie sich bei Christian das technische Wissen und der gestalterische Blick so gut vermischen“, sagt die Kunstlehrerin.

Ginge es nach der Schule, ist Christian Storm das erste einer ganzen Reihe junger Talente, die den öffentlichen Raum der Schul-Cafeteria für sich nutzen. Reinckens sagt: „Wir haben einige Talente in der Warteschleife.“ Sie müssen sich nur nach draußen trauen.

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erstellt am 19.Mai.2016 | 07:15 Uhr

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