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Schlei-Bote

04. Dezember 2016 | 23:20 Uhr

Mühle „Amanda“ in Kappeln : Ein „Kulturpol“ für die Stadt

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Museum, Café, Trauzimmer, Tourist-Info: Der Architekt Gregor Sunder-Plassmann hat zwei Varianten für das Mühlenumfeld entworfen.

Die Mühle also soll als Erste in den Genuss der Städtebaufördermittel kommen. Im Juni hatte die Stadtvertretung entschieden, Fördermittel aus dem Städtebauförderungsprogramm „Kleinere Städte und Gemeinden – überörtliche Zusammenarbeit und Netzwerke“ zu beantragen. Als ersten Schritt will die Stadt damit die Mühle „Amanda“ und ihr unmittelbares Umfeld in Angriff nehmen. Konkret sollen damit der Kauf des Umfeldes sowie die Erstellung eines Nutzungskonzeptes finanziert werden. Und eben dieses Konzept hat Architekt Gregor Sunder-Plassmann bereits erarbeitet und Verwaltung sowie Vertretern des Kreises und der Kappelner Fraktionen vorgestellt. Sunder-Plassmann bietet dabei zwei Varianten an, über die er selber sagt: „Sie sind beide in sich stimmig, ich habe noch keine Präferenz.“

Grundsätzlich hält der Architekt viel davon, die Mühle in den Fokus des künftigen Tuns zu rücken. „Sie bildet einen Gegenpol zur Tiefe der Stadt“, sagt Sunder-Plassmann. „Außerdem ist sie bereits ein kultureller Magnet und wird stark frequentiert.“ Die Chance zu nutzen und das Gelände in Gänze zu überplanen, nennt er daher „eine glückliche Wahl“ und die Konstellation auf dem Areal „ein sehr schönes historisches Ensemble“. Zu diesem Ensemble gehören neben der Mühle der frühere Schweinestall, das alte Wohnhaus des Müllers, das bereits vorhandene und vor einigen Jahren instandgesetzte Sägewerk als „working museum“ und, wie Sunder-Plassmann sagt, „zwei sehr schöne romantische Gärten, die zwar vernachlässigt wurden, aber Potenzial haben“. Ausreichend Orte und Gelegenheiten also, der Stadt zu einer durchdachten und sehenswerten Anlaufstelle zu verhelfen. Was könnte sich der Architekt nun vorstellen?

„Die Mühle in sich ist schlüssig“, sagt Gregor Sunder-Plassmann. Heißt in dem Fall: Die Tourist-Info (TI) der Ostseefjord-Schlei GmbH (OFS) verschwindet, das Trauzimmer wandert ins erste Obergeschoss. Auf diese Weise könnte auch das viel diskutierte Brandschutzproblem entspannt werden, wenn etwa die Einhausung der Treppe eben nur noch bis ins erste Geschoss reichen muss. Um das Sägewerk etwas zugänglicher und erlebbarer zu machen, sollte ein Zaun ein Stück nach hinten verschoben werden.

In der ersten Variante, die Sunder-Plassmann geplant hat, findet die TI ihren Platz im vorderen Teil des Schweinestalls, genauso wie die Wirtschaft und Touristik Kappeln GmbH (WTK), die derzeit im Bauhof untergebracht ist. Im rückwärtigen Teil wäre Platz für Exponate des noch im Entstehen begriffenen Stadtmuseums. „Es wäre eine prägnante Lage für die TI, weil man direkt darauf zu läuft“, sagt der Architekt. Im Müllerhaus ist in dieser Alternative ein Café untergebracht, keine Vollgastronomie, vielmehr ein Anlaufpunkt für Museumsbesucher und Gelegenheit für den Sektempfang nach der Trauung in der Mühle. Sunder-Plassmann: „Der Grundriss ist gut und klar gegliedert und eignet sich für diese Art der Nutzung.“ Der Garten unter dem Magnolienbaum könnte ebenfalls zur Bewirtungsfläche werden.

Variante zwei bietet das Gegenteil: Café und Museum im Stall – „eine klassische Kombination“, sagt der Planer, die auch Synergieeffekte beim Personal verspricht –, TI und WTK im Müllerhaus. Zudem könnte in diesem Fall aus dem Café leicht ein Vortragsraum werden, der dazugehörige Garten läge in diesem Fall etwas geschützter nach hinten.

Grundsätzlich gilt: Der Baukörper des Stalls bleibt erhalten, wird aber saniert. Auch die Rohbaustruktur des Müllerhauses ist in Ordnung – gute Voraussetzungen für Sunder-Plassmanns Grundidee: „Mir ist es wichtig, mit dem Charakter der Gebäude zu spielen, statt ihn zu negieren. Die Sehnsucht nach authentischen Orten ist groß.“ Im Oktober soll die Politik eine Entscheidung darüber treffen, welche Variante es am Ende sein soll. So oder so kann das gelten, was Gregor Sunder-Plassmann so beschreibt: „Die Oberstadt erhält ihren eigenen Kulturpol, zumal das Kunsthaus Hänisch in Sichtweite liegt. Dann gibt es nicht nur in Berlin eine Museumsinsel.“

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erstellt am 17.Sep.2016 | 08:00 Uhr

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