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Schlei-Bote

11. Dezember 2016 | 07:09 Uhr

Kappeln : „Ein Camping-Gefühl kommt nicht auf“

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Die Aldi-Kunden akzeptieren das Verkaufszelt als Übergangslösung.

Tag eins für das Aldi-Verkaufszelt. Zwei Tage nach Erteilung der Baugenehmigung standen gestern bereits ab 8 Uhr die ersten Kunden vor der Eingangstür an der Wassermühlenstraße. Doch übermäßig voll war es am Eröffnungstag nicht.

„Manche wollten ja schon zur Umbauphase einkaufen. Da hingen draußen am Zelt noch gar nicht unsere Schilder. Doch heute ist es wie ein normaler Eröffnungstag“, sagt Marktleiter Andreas Schäffer. Die Aldi-Verkaufs-leiterin für den Bereich Angeln, Melanie Fehrl, führt die „normale“ Kundenfrequenz auch auf die fehlende Werbung zurück, da die Baugenehmigung erst vor Kurzem erteilt wurde. Schäffer sagt: „Manche mussten sich durchfragen, wo sie uns finden.“

Im 800 Quadratmeter großen Verkaufsraum dominieren beige farbene Grobspanplatten als Fußbodenbelag und die weiße Satteldachkonstruktion den optischen Eindruck. Ansonsten die üblichen Regale. Im Hintergrund brummt das Gebläse der Klimaanlage. „Wir können hier kühlen und heizen, haben Strom- und Wasseranschluss und wir backen hier auch“, sagt Schäffer. Und Melanie Fehrl findet: „Die Lagerung der Produkte ist keine Herausforderung.“ Schäffer ergänzt: „Wir mussten hier nur etwas umstrukturieren und die Regale anders anordnen.“ Denn dieser Bau habe sechs statt vorher fünf Gänge. „Da müssen wir uns auch erst zurecht finden“, meint der Marktleiter.

Aldi-Kundin Brigitte Liedmeier aus Stoltebüll nennt das Zelt einen Kompromiss, „mit dem ich für den Übergang gut leben kann“. Das Angebot sei im Prinzip das Gleiche wie in Mehlbydiek. „Nur die Parkplatzsituation finde ich hier etwas schwierig“, meint die 70-Jährige zu den 50 Stellplätzen.

Für Wolfgang und Marlene Mertens aus Würselen bei Aachen ist es das erste Mal, dass sie bei einem Discounter Lebensmittel im Zelt einkaufen. „Das ist natürlich nicht so schön wie in einer normalen Filiale“, sagt Wolfgang Mertens. Und Marlene Mertens findet: „Ich kenne das drüben in Melbydiek, doch das hier ist kleiner.“ Doch das täuscht, denn das Zelt ist zwar kürzer als der alte Markt, doch dafür breiter und insgesamt sogar etwas größer. Orientierungsprobleme haben die beiden Urlauber jedenfalls nicht. Wolfgang Mertens meint: „Wir kommen hier zurecht.“

Horst Schadewaldt aus Kappeln sagt: „Ich bin extra heute Nachmittag gekommen, ich dachte, ist es dann nicht so voll wie am Vormittag.“ Schadewaldt sucht nach seiner Mittagsmahlzeit. Die Ordnung findet er hier etwas anders als drüben. Mit der Behilfskonstruktion kann er ansonsten ganz gut leben. „Sonst müsste ich doch rüber fahren nach Ellenberg. Die Brücke ist dann schon ein Handicap,“ findet der Senior. Das Einkaufen im Zelt macht Melanie Ebsen aus Rabenholz nichts aus. „Hauptsache ist doch, dass alles vorhanden ist.“ Und ihr zwölfjähriger Sohn Richard findet das Zelt „in Ordnung“.

Andreas Schäffer sagt: „Ich bin ja selbst Camper, aber wie im Zelt fühle ich mich eigentlich nicht.“ Als die Mitarbeiter von den Zeltplänen erfuhren, seien sie erst überrascht gewesen und hätten sich gefragt, wie das werden soll, erzählt der Marktleiter. Die Verwunderung der Mitarbeiter könne er gut nachvollziehen. Doch er sei von Anfang an bei Umbau dabei gewesen. „Je länger ich hier bin, desto mehr wurde das mein Aldimarkt“, sagt Schäffer und merkt selbst nicht, dass er gar nicht mehr von einem Zelt spricht.  

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erstellt am 26.Mai.2016 | 07:00 Uhr

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