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Schlei-Bote

10. Dezember 2016 | 00:23 Uhr

Hans-Christian-Andersen-Schule Kappeln : Die Mieter stehen Schlange

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

16 Institutionen möchten in das ehemalige Förderzentrum einziehen . Eine Arbeitsgruppe soll den Belegungsplan erarbeiten.

Es ist fast ein Jahr her, dass das frühere Förderzentrum in der Hindenburgstraße eine Schule gewesen ist. Seitdem ist viel passiert. Die anfänglichen Pläne, das gut 50 Jahre alte Gebäude in eine reine Unterkunft für Flüchtlinge zu verwandeln, sind mittlerweile der Idee, vielfältige Nutzungen zuzulassen, gewichen. Hintergrund war der ausgeprägte Wunsch von Vereinen nach verfügbaren Räumen in der Stadt. Während der Sommermonate konnten eben diese Vereine einen Antrag beim Ordnungsamt einreichen, um ihr Interesse an einer Nutzung der ehemaligen Förderschule zu bekunden. 16 Institutionen (haupt- und ehrenamtliche) ergriffen die Gelegenheit, und der Sozialausschuss befasste sich nun erstmals mit einer möglichen Raumaufteilung unter den Interessenten. Allerdings betonte der Ausschussvorsitzende Helmut Schulz (SPD) mehrfach, dass das vorliegende Konzept lediglich ein Vorschlag sei, der weder Verbindliches noch Endgültiges beinhalte. Eine erste Richtschnur allerdings lieferte er dennoch.

Allan Schmuck, Auszubildender der Stadtverwaltung, gab dem Ausschuss eine sorgfältig ausgearbeitete Präsentation an die Hand, mit der er nach eigenen Worten, der Politik „eine Entscheidungsgrundlage“ zur künftigen Nutzung des Förderzentrums liefern wollte. Aufgeteilt nach Alt- und Neubau sowie nach Keller, Erd- und Dachgeschoss stellte Schmuck zunächst den Ist-Zustand anhand von Bildern vor, ehe er die mögliche Umnutzung umriss.

Bereits im Juni ist in den früheren Bereich der Schulleitung die städtische Koordinierungsstelle für Flüchtlingsarbeit eingezogen, und auch die Evangelische Familienbildungsstätte (FBS) nutzt einen Teil der ehemaligen Büros. „Das soll auch so bestehen bleiben“, sagte Allan Schmuck. Ebenfalls im Erdgeschoss des Altbaus kann sich der Auszubildende das Schlei-Orchester, das unter anderem einen Probenraum benötigt, sowie die Kreismusikschule vorstellen, die die alte Aula für Konzerte nutzen könnte. Auch für die Vereine „Frauenzimmer“ und „Team Works“ sei es denkbar, Teile des Erdgeschosses als Kurs- beziehungsweise Sporträume zu belegen. Für das Erdgeschoss im Neubau (früher hauptsächlich Klassenräume) schlug Schmuck den Einzug einer neuen Kindertagesstätte vor, sowie der FBS mit weiteren Kursen, des „Sozial-Forums“ für ambulante Kinder- und Jugendarbeit, der Gemeinschaftsschule mit Inklusionsarbeit und – soweit nach den jüngsten Entwicklungen noch relevant – der Volkshochschule.

Der Keller des Altbaus verfügt über einen Fahrradkeller, in dem Schmuck gedanklich bereits die Fahrradwerkstatt untergebracht hat. In der ehemaligen Lehrküche samt Essbereich verortete der Auszubildende das Jugendzentrum, wies aber gleichzeitig darauf hin, dass für die einwandfreie Nutzung der Küche etliche Umbauten erforderlich seien – darunter etwa eine neue Belüftung, ein Notausgang und Brandschutzarbeiten. Auch den Keller im Neubau könnte das Jugendzentrum, das ja intensiv mit dem Gedanken spielt, einen zweiten Standort auf Angelner Seite zu etablieren, für sich veranschlagen. Dazu Schmuck: „Das bietet sich an, weil Lärm im Keller nur gering außen ankommt.“

Im Dachgeschoss des Altbaus, ehemals mit Waschraum, PC-Raum, Archiv und Hausmeisterwohnung ausgestattet, könnte eben der PC-Saal wieder in seinem ursprünglichen Sinne aktiviert werden. „Das wäre sinnvoll, weil es genug Vereine gibt, die Computer nutzen wollen“, sagte Schmuck. Das Dachgeschoss des Neubaus geht in der ersten Planung in Gänze an die Wirtschaftszentrum Handwerk Plus GmbH (WHP), die dort in zwei früheren Klassenräumen Sprachkurse für Flüchtlinge anbieten könnte. Grundsätzlich habe, so Allan Schmuck, bei den bisherigen Überlegungen zum Raumkonzept gegolten: „So effektiv wie möglich.“ Deshalb seien auch Mehrfach-Belegungen zu unterschiedlichen Zeiten eingeflossen.

Das weitere Vorgehen sieht nun so aus: Eine sechsköpfige Arbeitsgruppe unter der Leitung von Helmut Schulz wird ein zunächst abschließendes Raumkonzept für das Förderzentrum erarbeiten, inklusive aller anfallenden Kosten. Dazu sind individuelle Absprachen erforderlich sowie ein enger Austausch mit den Interessenten. Auch deshalb kündigte Ordnungsamtsleiterin Helga Lorenzen einen „langwierigen Prozess“ an, der nach einer gewissen Zeit weitere Anpassungen nötig machen könnte. Corinna Graunke (CDU) nannte die geplante Herangehensweise einen „sehr sinnvollen Vorschlag“. Das sah der Rest des Ausschusses genauso und gab der Gründung der Arbeitsgruppe einstimmig grünes Licht.

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erstellt am 28.Okt.2016 | 07:30 Uhr

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