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Schlei-Bote

04. Dezember 2016 | 09:20 Uhr

Waabs : Die Meister der springenden Steine

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Bei der ersten Steine-Ditsch-Weltmeisterschaft wurden vier Titel vergeben. Fortsetzung 2017 mit mehr Begleitprogramm geplant.

24 Teilnehmer traten zur ersten inoffiziellen Weltmeisterschaft im Steine-Ditschen am Waabser Strand an. Trotz Regenwetters war die Veranstaltung ein voller Erfolg, eine Fortsetzung soll 2017 folgen. Vier Weltmeister in zwei Disziplinen wurden unter der Beobachtung von rund 200 Zuschauern gekürt. Unter den Teilnehmern waren auch acht Kinder.

Der Wettkampf der besonderen Art wurde am Strand des Ostsee-Campingplatzes der Familie Heide ausgetragen. Veranstalter waren die Ostseefjord-Schlei GmbH (OFS)und Familie Heide, die in Zusammenarbeit mit der Event-Agentur „Peddals and Fins“ aus Flensburg unter der Leitung von Christoph Mantz das Spektakel auf die Beine stellten. Vor Ort liefen bei Mandy Lenz von der OFS die Fäden zusammen.

Die Tradition des Steineweitwurfs ist so alt, dass ihre erste Erwähnung in historischen Schriften des antiken Griechenlands zu finden ist. Kein geringerer als Homer berichtet in seinen Erzählungen von diesem Zeitvertreib, wenn er den mythischen Held Herkules Kampfschilde über das Wasser schleudern lässt. Die Menschen – auch schon im alten Griechenland – verfügen nicht über solche Götterkräfte und warfen deshalb schon vor vielen Hundert Jahren neben den üblichen Steinen auch Austernschalen oder sogar Münzen über die möglichst spiegelglatte Wasseroberfläche.

Die Teilnehmer der ersten Steine-Ditsch-WM – der jüngste Teilnehmer zählte sieben Jahre, der älteste 83 Jahre – hielten es mit ihren Wettkampfmitteln klassisch und wetteiferten mit selbst gesuchten und sorgfältig auf ihre Wettkampftauglichkeit und Aerodynamik geprüften Steinen vom Strand. Zu gewinnen gab es Stein-Medaillen für alle Teilnehmer und für die Erstplatzierten Pokale aus Stein sowie eine Woche Campingurlaub inklusive Stellplatz auf dem Campingplatz Heide.

Am Ende des Wettkampfes konnte in der Kategorie „Tausend Sprünge“ bei den Erwachsenen Jörg Faltin (im Finale sechs Ditscher) und bei den Startern bis zwölf Jahre Micha Wischmann (im Finale sechs Ditscher) gewinnen. Im „Genauigkeitsditschen“ siegte Jörg Petersen (im Finale drei Treffer im Netz) bei den Erwachsenen und Joost Triphaus (im Finale ein Treffer im Netz) bei den Kindern. Aufgrund des schlechten Wetters war der Zeitplan des Wettbewerbs etwas gestrafft worden. Für Martin Wischmann aus Henstedt-Ulzburg, ein regelmäßiger Wochenendgast auf dem Campingplatz, und seine Söhne Micha (11) und Nico (13 ) kein Problem. Sie waren jedes Wochenende vor dem Wettkampf angereist und hatten vor Ort geübt und die passenden Steine gesammelt. Jeder hatte einen Eimer voll mit Wurfmaterial zum Wettkampf dabei.

Einfach mal aus der Hüfte werfen, das reichte bei dem Wettkampf nicht aus. Die richtige Wurfhaltung – am besten halb hockend mit dem Gewicht auf dem Standbein – und die passende Steinform waren entscheidend für ein erfolgreiches Ditschen der Steine auf der Wasseroberfläche. „Zum Glück“, so Wischmann, „gab es keinen Wind, denn sonst ist ein guter Wurf gar nicht drin.“ Für Micha lief es gut, am Ende wurde er Weltmeister in der Juniorenklasse. Sein Vater jubelte überglücklich und stellte fest, „dass sich so das viele Üben ausgezeichnet hat“. Er selbst und der ältere Bruder Nico gingen leer aus, obwohl es im eigenen Trainingscamp bei Martin Wischmann noch mit zwölf Ditschern sehr gut lief. Die rund 200 Zuschauer auf dem Gelände unterstützten die Wettkämpfer trotz anhaltender Regenschauer. Der Hallensprecher der SG Handewitt, Michael „Holzi“ Holst, gab sein Bestes, um die Stimmung hoch zu halten.

Das diesjährige Motto „Stein“ schlug sich nicht nur im Wettkampfgeschehen wider, sondern war, so Hauptschiedsrichter Christoph Mantz, „ganzheitlich“ angelegt. Auf dem Grill brutzelten „Granitbeißer“ (Bratwurst) und „Steinkracher“ (Currywurst). Am Kuchentresen gab es stilecht „Marmorkuchen“, und als Musik liefen unter anderem die Lieder „Papa was a rolling stone“ und „Like a rolling stone.“

Nicht nur Publikum und Teilnehmer waren angetan von der Veranstaltung, so Mantz, auch die Veranstalter waren zufrieden. So ist jetzt schon sicher, dass es bei einer Ditsch-WM im kommenden Jahr nicht bleiben wird. Die Wettkämpfen sollen mit noch mehr Rahmenprogramm ergänzt werden.

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