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Schlei-Bote

03. Dezember 2016 | 03:36 Uhr

Capitol-Lichtspiele in Kappeln : Die Leere des Kinosaals

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Polster, Teppich, Podest: Die „Capitol-Lichtspiele“ investieren 30.000 Euro in eine neue Innenausstattung.

Heute noch und morgen, dann hat das Warten ein Ende. Am Donnerstag öffnen die „Capitol-Lichtspiele“ nach einer zehntägigen Frischzellenkur wieder ihre Türen, und eigentlich hätte es kaum einen besseren Moment geben können, um für einen gewissen Zeitraum zu schließen. „Das Wetter war so gut, wahrscheinlich hätten wir ohnehin vor fast leerem Saal gespielt“, sagt „Capitol“-Betreiberin Carmen Schrief – und steht tatsächlich mitten in einem vollkommen leeren Kinosaal. Derzeit fehlen nämlich nicht nur die Besucher. Derzeit mangelt es an Sitzgelegenheiten im „Capitol“. Für ein Echo reicht der Effekt des gänzlich unbelebten Kinosaals derweil noch nicht. Für ein äußerst spezielles Raumgefühl aber schon.

Am Sonntag vor einer Woche sind die Stühle rausgeflogen. 109 Exemplare, alle haben Schrief und ihr Partner Michael Wittkoswki selber ausgebaut, selber in den Container geschleppt, anschließend sämtliche Armlehnen und Stuhlfüße ausgiebig geschrubbt. „Wasser- und Lappenwechsel waren wirklich sehr oft angesagt“, sagt Carmen Schrief. Staub, Popcornreste, überhaupt Überbleibsel von Kinobesuchern der vergangenen 15 Jahre hatten ihre Spuren hinterlassen.

Auch auf dem Holzpodest. Das musste an einzelnen Stellen ausgebessert werden, ehe der gut 110 Quadratmeter große Raum mit neuem Teppichboden ausgelegt werden konnte – übrigens der gleiche wie bisher: anthrazit, nicht entflammbar und mit nicht gesundheitsschädlichem Teppichkleber befestigt. Beide Aufgaben haben Schrief und Wittkowski übrigens den Profis überlassen, genauso wie die Malerarbeiten im vergangenen April, als Decke und Wände frische Farbe erhalten haben.

Heute nun werden endlich die neuen Polster für die Kinosessel geliefert – und aus Dunkelblau wird ein dunkles Violett, die eingestickte Sitznummer blinkt künftig in Silber. Michael Wittkowski sagt: „Eigentlich hatten die alten Stühle gar nicht viel von ihrer Polsterung verloren, waren aber doch an einzelnen Stellen durchgescheuert oder hatten geplatzte Nähte.“ Ein Profi-Team versieht nun ab heute die alten, blitzblanken Stühle mit den neuen Polstern, und am Ende werden Carmen Schrief und Michael Wittkowski gute 30.000 Euro ausgegeben haben, 30 Prozent davon als Zuschuss der Filmförderung. Wittkowski ist überzeugt: „Es ist gut angelegtes Geld, immerhin müssen wir mit dem Heimkino konkurrieren.“ Auch Schrief hält die Investition für angebracht. „Der Saal und die Technik sind die Herzstücke eines Kinos“, sagt sie. „Die Menschen sollen sich wohlfühlen und ein gutes Filmerlebnis haben.“

Nach der Umstellung auf die digitale Vorführung vor gut vier Jahren und neuer Innenausstattung des Saals in den vergangenen zehn Tagen hat das „Capitol“ nun die Voraussetzungen für einen gelungenen Kinoabend geschaffen. Wer am Donnerstag „Conni & Co.“ sehen wird, kann sich als Erster davon überzeugen.

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erstellt am 13.Sep.2016 | 07:15 Uhr

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