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Schlei-Bote

02. September 2014 | 20:51 Uhr

Stoltebüll : Der Mensch wird zur Figur und die Figur zum Menschen

vom

Puppenspieler Stephan Teuber geht neue dramaturgische Wege / Stück mit kleiner Maus "Hedwig"

Stoltebüll | Endlich hat "Fips", die große Maus, eine Kollegin bekommen. Das zierliche Mäuschen heißt "Hedwig". Zwar spielt die Neue in einem anderen Puppenspiel die Hauptrolle, doch haben beide ein festes Engagement im Figurentheater "Fantasia" sicher. Diese Bühne in Stoltebüll-Vogelsang hat vor 20 Jahren der Puppenspieler Stephan Teuber gegründet. "Fantasia bin ich", sagt er. Profi ist dieser "Pole Poppenspeeler" schon seit 35 Jahren. Kein Zweifel: Der 64-Jährige ist ein Allround-Talent: Er kreiert und baut seine Handpuppen und Kulissen selbst, entwickelt neue Stücke, befasst sich mit dramaturgischen Aufgaben, lernt seine Texte und fungiert als Schauspieler wahlweise hinter und auf der Bühne.

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Im Programm hat Stephan Teuber derzeit drei Stücke der Marke "Eigenbau". Die fantasievollen Werke aus dem Fantasia-Theater haben Titel wie "Peter Pan rettet die Träume", "Ich wünsch’ mir einen Luftballon" und "Dicke Freundschaft - dünne Fäden". Mit seinem Mini-Ensemble reist er meistens durch ganz Norddeutschland, tritt in Schulen und Kindergärten zwischen Angeln und Hessen auf und hat stets die Herzen seiner jungen Zuschauer erobert. Zu seinem Markenzeichen gehört es, nach den Aufführungen in Workshops die Kinder "hinter die Kulissen" blicken zu lassen. Einer wie Teuber, der in seine Stücke sozialkritische Hinweise versteckt, ist dann "ein viel gefragter Mann".

Der gebürtige Rostocker absolvierte nach dem Abitur zunächst eine Ausbildung zum Zimmermann und Betonbauer. Aber auf Dauer war ein derartiger Brotberuf nicht seine Sache. So trampte Teuber drei Jahre lang durch Südeuropa. "Ich war fasziniert, als ich in der Camargue ein von Ort zu Ort ziehendes Zigeunertheater kennenlernte." Irgendwie sprang damals der Bazillus eines reisenden Künstlers auf ihn über. In Deutschland entschloss er sich für eine autodidaktische Ausbildung zum Puppenspieler. Wichtige Stationen auf diesem Weg war die Kontaktaufnahme zur ehemaligen "Freien Bildungsstätte Idstedt" sowie zum Verband Deutscher Puppenspieler. Seine künstlerische Weiterentwicklung unterstützte vor allem der inzwischen verstorbene Fernseh-Zauberer und Entertainer "Karany" (bürgerlicher Name Heinz Traulsen), der in Schwackendorf ansässig war. Mit Karanys Tochter war Stephan Teuber in erster Ehe verheiratet.

Zum Winteranfang will Stephan Teu ber eine Uraufführung präsentieren. Arbeitstitel: "Hinter dem Horizont". An diesem Spiel hat er seit anderthalb Jahren gearbeitet. Entstanden ist dabei eine neue Spielform, in der ein menschlicher Schauspieler und eine erfundene Figur - sprich die Maus "Hedwig" - gemeinsam auf der Bühne agieren. Ein spannendes Wechselspiel wird vollzogen: Der Mensch, dargestellt von Teuber, wird zur Figur, und die Figur wird zum Menschen. Für die dramaturgische Beratung hat er die Berliner Schauspielerin Edelgard Hansen gewinnen können. In dem Stück geht es um die Freundschaft eines alten, arbeitslosen und verkannten Zauberers zu einer unscheinbaren Maus, die davon träumt, eine Ballerina zu werden. "Für mich bedeutet diese besondere Darstellungsform eine große Herausforderung", bekennt der kreative Mann aus Vogelsang. Was er im Arbeitstitel für sein jüngstes Puppenspiel ergänzend formuliert hat, gilt wohl auch für Stephan Teuber persönlich: "Hinter dem Horizont wartet das Glück."

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von Hans-Joachim Köhler
erstellt am 30.Jul.2012 | 06:58 Uhr

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