zur Navigation springen

Schlei-Bote

09. Dezember 2016 | 14:44 Uhr

Projekt der Klaus-Harms-Schule : Dem großen Komponisten auf der Spur

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Zehntklässler der Klaus-Harms-Schule beschäftigen sich fächerübergreifend mit Mozarts Requiem.

Wie kann man Schüler für klassische Musik begeistern? Kreiskantor Thomas Euler sowie die Gymnasiallehrerinnen Henrike Reinckens und Andrea Beland haben darauf eine ungewöhnliche Antwort: mit Mozarts Requiem, der Totenmesse.

Die Schüler des Ästhetischen Profils der Klaus-Harms-Schule beschäftigen sich anlässlich einer Aufführung des Propstei-Chores Angeln am 13. November mit Mozarts letztem Werk. Sein Requiem mussten Mozarts Schüler fortführen, denn der große Komponist starb noch vor dessen Vollendung 1791. „Wir haben parallel im Musik- und im Kunstunterricht das Thema Requiem ins Zentrum gestellt“, sagt Henrike Reinckens. Für Euler, der das Projekt angeschoben hat, ist das eine sinnvolle Verbindung: „Wenn Musik und Kunst zusammenkommen, befruchten sie sich gegenseitig.“ Euler will auf diese Weise auch die Jugendlichen für klassische Musik interessieren. „Das darf aber aber nicht nach dem Motto ablaufen: Geht da mal hin. Wir müssen vielmehr für die Schüler daraus ein Erlebnis machen, und das Erlebnis, das macht dann etwas mit den Schülern“, meint Euler. Folgerichtig ist nicht nur der Inhalt des Projektes außergewöhnlich, sondern auch dessen Umsetzung.

Die Zehntklässler versuchen, sich Mozarts Werk von verschiedenen Seiten zu nähern. Dabei beschäftigen sie sich nicht allein mit der Musik, sondern auch mit der Chormusik, dem Text, dem Inhalt, wie Tod, Totenmesse und Ewigkeit. Sie malen das Kirchenschiff der St. Nikolaikirche, in dem der Propstei-Chor auftreten wird. Außerdem geht es um den Farbklang der Musik ebenso wie um das Farbspektrum des Kircheninnenraums, in dem das Requiem aufgeführt wird. „Chor und Kirche stellen den regionalen Bezug her“, so Reinckens. Die Werke der Schüler werden bei der Aufführung in der Kirche zu sehen sein, von den Schülern gewählte Farbmotive per Beamer in das Kirchenschiff übertragen.

Henrike Reinckens verspricht sich viel von der Verbindung der einzelnen Fächer. „Ich gehe davon aus, dass das Requiem bei diesen unterschiedlichen Perspektiven auch eine neue Bedeutung erhält. Dieser umfassende Ansatz ist eine intensive Erfahrung, die kann kein normaler Unterricht leisten“, meint die Kunstlehrerin.

Eine ganz neue Bedeutung und eine intensive Erfahrung mit Musik haben dabei schon manche Schüler erhalten, etwa bei einer Chorprobe. Um die Wirkung des Chores unmittelbar zu erfahren, durften die Jugendlichen während des Gesangs mittendrin stehen. Eine Schülerin sagte danach: „Ich fand das erst befremdlich, doch dann war es viel schöner als auf einer CD.“

Die 15-jährige Amelie Schützler kennt einige Stücke des Requiems durch ihre Großmutter. „Ich finde die Musik schön“, sagt die Gymnasiastin. Luisa Wintermann macht das Projekt Spaß. Ihre Klassenkameradin findet das auch und begründet das damit, dass jede Gruppe ein anderes Stück bearbeitet. Amelie Schützler meint: „Alle von uns beschäftigen sich mit verschiedenen Themen. Das ist sehr individuell. Manchmal frage ich mich schon, wie das am Ende aussieht. Doch irgendwie glaube ich auch, es wird gut.“ Und die 15-jährige Antonia von Riesen meint: „Es ist das erste Mal, dass wir unser Wissen oder das gerade Erlernte selbst anwenden können. Und dass unsere Werke später nicht nur in der Klasse, sondern auch in der Öffentlichkeit gezeigt werden, das sorgt für einen zusätzlichen Stimmungseffekt.“

Kreiskantor Thomas Euler glaubt, dass die Jugendlichen Mozarts Werk schon sehr nahe gekommen sind. „Was einige zu einzelnen Stücken geschrieben haben, hat mich beeindruckt.“ Beim Blick auf die konzentriert arbeitenden Schüler glaubt Euler fest an den Erfolg des Projektes. Solche Musik sei zwar nicht alltäglich, aber dennoch aktuell. „Man muss die Jugendlichen einmal über diese Hürde bringen, dann erfahren sie: Das ist ja wirklich gut“, so der Organist. Vielleicht beschäftigen sich nicht alle weiterhin mit klassischer Musik. „Doch wenn es nur drei oder vier sind, dann“, so Thomas Euler, „ist schon viel gewonnen“.

> Der Propstei-Chor Angeln führt Mozarts Requiem, am Sonntag, 13. November, ab 15.30 Uhr in der St.Nikolaikirche auf.

zur Startseite

von
erstellt am 27.Okt.2016 | 07:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen