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Schlei-Bote

04. Dezember 2016 | 11:09 Uhr

Stadtverwaltung Kappeln : Das Zahlengenie sagt „Tschüss“

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Kämmerer Klaus Blöcker verlässt in dieser Woche nach mehr als 45 Dienstjahren die Verwaltung.

Im Rathaus steht ein wichtiger Wechsel an. Klaus Blöcker, städtischer Kämmerer seit 1977 und seit 45 Jahren Mitarbeiter der Stadtverwaltung, gibt in dieser Woche seinen Posten ab.

Schon in der Schule war Klaus Blöcker ein Zahlengenie. „Ich bin von Haus aus ein Zahlenmensch. In der Schule waren Mathematik, Physik und Chemie meine Lieblingsfächer.“ Seine Großmutter hatte ihn bei der Stadtverwaltung vorgemerkt. Mit den Worten: „Melde dich da mal.“ Der Enkel tat wie ihm geheißen und sagte später über diese Entscheidung: „Im Nachhinein war ich sehr froh darüber. Der Bereich Finanzen war mein Ding.“

Am 1. September 1971 fing Blöcker seine Lehre an. Sechs Jahre später wurde er Kämmerer. Schon in den Jahren zuvor hat er die Haushalte der Gemeinden des Amtes Kappeln-Land erstellt. Später als Kämmerer hat der gebürtige Rabeler in einigen Jahren acht verschiedene Haushalte aufgestellt. Allein 39 städtische Haushaltssatzungen hat Blöcker in dieser Zeit zu Papier gebracht. Das Schlimmste, was ihm nach Fertigstellung einer Haushaltssatzung passieren konnte, war, dass die Politik den Haushalt vertagte. „Dann ist ein Monat Arbeit in den Sand gesetzt“, so Blöcker. Denn zum nächsten Termin muss die Haushaltssatzung dann wieder auf den neuesten Stand gebracht werden, Änderungen, die sonst in einem Nachtragshaushalt ihren Niederschlag gefunden hätten.

Daher hat der 63-Jährige immer einen guten Kontakt zur Politik gesucht und auch Vorträge in den Fraktionen angeboten. „Ich habe das als Bringschuld angesehen.“ Eine Herausforderung war die Umstellung von der Kameralistik auf die Doppik, weil nunmehr alle Vermögenswerte der Stadt ermittelt werden mussten. Dennoch war dies für den Finanzexperten ein richtiger Schritt, weil die Bilanz dadurch aussagekräftiger sei.

Doch als Kämmerer hat er nicht nur Haushaltssatzungen aufgestellt. „Die richtig spannende Aufgabe in diesem Beruf ist die Finanzierung der Projekte“, so Blöcker. Im Hochbau zählen dabei der Bau des Rathauses 1984 bis 1986 ebenso dazu wie im Tiefbau die Neugestaltung des Areals zwischen Schmiede- und Wassermühlenstraße mit Einrichtung der Parkplätze wie auch der Neubau des Zob. Auch die Entwicklung des Gewerbegebietes Mehlbydiek Ende der 70er-Jahre fällt in diese Zeit.

Als Klaus Blöcker anfing, in der Kämmerei zu arbeiten, da gehörten damals noch Steueramt, Liegenschaften sowie Wirtschaft und Touristik zu der Abteilung dazu. Gemeinsam mit dem Verschönerungsverein und dem Fremdenverkehrsverein richtete diese Abteilung auch die ersten sechs Heringstage aus. „Es war eine sehr abwechslungsreiche Tätigkeit“, erinnert er sich.

Als Blöcker seinen Dienst bei der Stadt antrat, hatte diese 4500 Einwohner, und Kopperby und Ellenberg waren noch selbstständig. Die Hochzeit der Stadt kam mit der Marine. Die Butterschifffahrt lockte eine Million Passagiere im Jahr nach Kappeln, und die sorgten für gute Umsätze in der Stadt.

„Die Stadt hat sich in all den Jahren toll entwickelt“, meint Blöcker. Ob es so weitergeht, ist seiner Ansicht nach schwer einzuschätzen. Neben dem Konjunkturaufschwung habe die Stadt von den zuletzt niedrigen Zinsen profitiert. Und mit Blick in die Zukunft appelliert er an die Politiker: „Man sollte sich darauf besinnen, wichtige Projekte mit breiter Mehrheit durchzuplanen und abzuarbeiten.“ Seine langjährige Kollegin Ute Sohrt sagt über ihren Vorgesetzten: „Wenn jemand nach so langer Dienstzeit geht, geht auch ganz viel Erfahrung verloren. Das ist schon ein Einschnitt für die Stadt Kappeln.“

Ihm selbst fällt der Abschied nicht schwer. „45 Jahre sind dann auch mal genug“, sagt Blöcker. Nun will er sich mehr Zeit für Familie und Freunde nehmen und mehr Fahrrad fahren. Einen Arbeitstag hat Klaus Blöcker aber noch vor sich. Am Freitag verabschiedet er sich von seinen Kollegen im lockeren Kreis. „Und darauf freue ich mich schon.“  

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erstellt am 28.Sep.2016 | 07:15 Uhr

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