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Schlei-Bote

11. Dezember 2016 | 01:29 Uhr

Kappeln/Brodersby : Das Ende der Strand-Gemeinschaft

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Die beiden Gemeinden gehen künftig bei Rettungsschwimmern getrennte Wege. Gemeinsame Unterkunft für Wachgänger zu klein.

Der Schritt hatte sich angedeutet und am Ende tatsächlich auch niemanden mehr überrascht. Die Gemeinde Brodersby wird zum Saisonbeginn 2017 eine eigene Wache am Schönhagener Strand betreiben und damit die seit zehn Jahren währende Kooperation mit der Stadt Kappeln aufkündigen. Das ist das Ergebnis der Gemeindevertretersitzung von Dienstagabend in Schwansen. Vorausgegangen waren etliche Gespräche, teils von großen Emotionen geprägt, außerdem eine offenbar über einige Zeit gewachsene Unzufriedenheit mit der aktuellen Situation. Inzwischen überwiegt wohl auf beiden Seiten der Wunsch, die Strandsicherung langfristig auf gesündere Füße zu stellen – etwas, das getrennt voneinander besser funktionieren soll.

Die Badeaufsicht in Schönhagen und am Kappelner Hausstrand Weidefeld war bislang ein Gemeinschaftsprojekt der beiden Kommunen Kappeln und Brodersby. Auslöser der derzeitigen Entwicklung war die in diesem Sommer äußerst problematische Versorgung mit Rettungsschwimmern, die dazu geführt hatte, dass in Schönhagen im Juni ein mehrtägiges Badeverbot ausgerufen werden musste (wir berichteten). Schon zu diesem Zeitpunkt hatte Brodersbys Bürgermeister Christian Schlömer gesagt: „Wir müssen raus aus der Kooperation mit Kappeln.“

Die sieht so aus, dass sämtliche Rettungsschwimmer, egal ob für Weidefeld oder Schönhagen zuständig, am Weidefelder Strand untergebracht sind – in einer Unterkunft, die ursprünglich für vier Nutzer ausgelegt war. Mindestens doppelt so viele sind allerdings nach Angaben der Stadt für eine sichere Badeaufsicht an beiden Stränden erforderlich. Die Folge: Es wurde eng im Rettungsschwimmer-Quartier. Auch Strandbetreiber Theo Kalmar sagt: „Es wurde immer unübersichtlicher und hektischer.“ Vor allem aber: „Die gesamte Last der Organisation lag bei mir, denn in Schönhagen gab es nie einen Ansprechpartner.“

Ein Treffen Ende Juni im Kappelner Rathaus zwischen Beteiligten aus Kappeln und Brodersby verlief einigermaßen emotional, gab aber die Richtung bereits vor. Im Rückblick sagt Ulrich Bendlin von der Stadtverwaltung über jenen Termin: „Der Tenor war, dass jeder seiner Wege geht – und zwar aus verschiedenen Gründen.“ Denn das wichtige Ziel eint beide Kommunen nach wie vor: Sicherheit am Badestrand zu gewährleisten. Und dafür ist eine ausreichende Zahl an Rettungsschwimmern schlicht zwingend erforderlich. Bendlin betont: „Es geht dabei zum einen um Attraktivität der Unterkünfte, aber auch um Wertschätzung für die Schwimmer.“ Die nämlich sind Ehrenamtler und so begehrt, dass sie sich ihren Einsatzort aussuchen können. Und ein für vier Personen ausgelegtes Quartier, das acht beherbergen muss, kann nur schwerlich mit Qualität punkten. Das weiß auch Theo Kalmar, dem eine „kleine, richtig nette Wache für vier Wachgänger“ deutlich angenehmer ist als die wachsende Betriebsamkeit der Vergangenheit.

Und während jetzt das gemeindeeigene Strandhus in Schönhagen um eine Rettungswache aufgestockt werden soll, plant Ulrich Bendlin ebenfalls eine spürbare Veränderung in Weidefeld. „Nach der Sommerpause wollen wir in die Politik gehen und um Geld bitten, um die Wachräume aufzuhübschen“, sagt er und betont gleichzeitig: „Theo Kalmar hat sich all die Jahre toll um die vielen Rettungsschwimmer gekümmert, aber auf Dauer ist der Aufwand einfach zu groß.“ Deshalb sei eine Trennung schlicht sinnvoll.

Ganz ausschließen will Bendlin indes eine Zusammenarbeit mit Schönhagen auch in Zukunft nicht. Spätestens bei der Wertschätzung der Ehrenamtler erwartet er wieder Berührungspunkte. „Da reden wir vielleicht über Gutscheine oder Paten für ortsfremde Rettungsschwimmer“, kündigt er an. Vorher allerdings, auch da ist er realistisch, „müssen sich die Wogen wieder glätten“.

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erstellt am 28.Jul.2016 | 07:45 Uhr

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