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Schlei-Bote

24. Juli 2014 | 21:17 Uhr

Cannabis - die unterschätzte Gefahr

vom

Experten warnen vor leichtfertigem Umgang mit der Einstiegsdroge / Schwarzmarktpreise in Schleswig: fünf bis zwölf Euro pro Gramm

Schleswig | Wer sich in der Szene auskennt, wird schnell fündig. Die Droge Cannabis ist in Schleswig weder ein seltener noch ein teurer Artikel. Zwischen fünf und zwölf Euro kostet ein Gramm Marihuana, für das etwas weniger intensive Haschisch sind fünf bis neun Euro zu bezahlen. Konsumiert wird die Droge vor allem von jungen Leuten. Kriminalbeamter Jörn Reichel, bei der Schleswiger Kripo zuständig für die Bearbeitung von Drogendelikten, kennt ihre Motive: "Die jungen Konsumenten wollen cool sein und sind neugierig."

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Doch diese vermeintliche Coolness kann zu schweren gesundheitlichen Schäden führen. Denn Cannabis-Produkte sind bei weitem nicht mehr so harmlos wie vor 20 Jahren, als ein "guter Joint" auf manchen Partys zum guten Ton gehörte. "Der Wirkstoffgehalt ist heute deutlich höher als früher", sagt Reichel. Einige Experten sprechen von einer Steigerung um den Faktor drei, einige halten sogar dies für zu niedrig. Hintergrund sind Hanfanpflanzungen in Gewächshäusern. Ein optimales Pflanzenwachstum mit entsprechenden Wirkstoffwerten ist die Folge.

Was kann geschehen ? Uwe Friedrichs von der "Brücke" und Andreas Creutzberg vom Betreuungsverein haben regelmäßig mit Drogenkonsumenten zu tun. Sie wissen: Wer mehrere Male einen Joint geraucht hat, kann in eine akute Psychose geraten. Nehmen die Betroffenen zusätzlich Alkohol ein, wird der negative Effekt noch verstärkt. Die Mitarbeiter der Schleswiger Polizei-Zentralstation sehen sich mindestens einmal im Monat Jugendlichen gegenüber, die im Drogen- und Alkoholrausch völlig ausgeflippt sind. Die Betroffenen fallen auf durch eine hohe Aggressivität und eine sehr geringe Schmerzempfindlichkeit. "Die sind kaum zu bändigen", sagt ein Beamter.

Das Problem Cannabis ist allgegenwärtig. Kinder und Jugendliche sind nach den Erkenntnissen der Polizei nur in den Grundschulen sicher. "Alle anderen Schularten sind betroffen", so Kripomann Reichel. Wurde das Problem vor

20 Jahren noch weitgehend totgeschwiegen, gehen die Lehrer heute anders an die Sache heran. Die Pädagogen seien sensibilisiert, scheuten sich nicht mehr, die Polizei um Hilfe zu bitten, macht Reichel deutlich. Er stellt den Lehrern ein gutes Zeugnis aus: "Die sind sehr kooperativ."

Was den zwanglosen Umgang der Konsumenten mit Cannabis noch verstärkt, ist die irrige Annahme, der Besitz kleiner Mengen sei legal. "Das Gegenteil ist der Fall", so Reichel. Nicht nur die gesundheitlichen, sondern auch die juristischen Folgen würden unterschätzt. Der Besitz eines halben Gramms führe automatisch zur Einleitung eines Ermittlungsverfahrens. Die weiteren Schritte: Die Betroffenen werden vernommen, die Ermittlungsunterlagen zur Staatsanwaltschaft weitergegeben. Dort wird über den weiteren Verlauf des Verfahrens entschieden. Handelt es sich bei der entdeckten Drogenmenge um weniger als sechs Gramm, kann die Staatsanwaltschaft das Verfahren einstellen, bisweilen geschieht dies gegen Auflagen, zum Beispiel Arbeitsstunden in einer sozialen Einrichtung.

Was Reichel stets Sorgen bereitet, ist der mögliche Wechsel der Cannabis-Konsumenten zu härteren Drogen. "Nicht jeder, der Cannabis geraucht hat, nimmt irgendwann härtere Drogen. Aber jeder, der härtere Drogen nimmt, hat vorher Cannabis konsumiert."

von D. Jennert
erstellt am 24.Feb.2012 | 08:12 Uhr

Themen zu diesem Artikel:

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01. | Hans Albers | 29.02.2012 | 07:33 Uhr
Legalize it!!!

Immer wieder diese Märchen! Man sollte mal schauen wie viele der Herren, die täglich gegen das Kraut zum Kampf antreten, dieses auch selber konsumieren. Natürlich alles Sozialversager, aber das mag auch an ihrem Job liegen.
Fakt ist, Cannabis gehört nicht in Kinderhände, dem Stimme ich zu.
Und eignet sich sicherlich nicht zum Konsum von geistig unterprivilegierten.
Aber gerade im Bezug Kontra Alkohol sicherlich eine nicht annähernd so schädliche Substanz, wie eben jener.
Wann hört ihr endlich mit den Lügen auf und legalisiert das Kraut? Dann wenn Politiker nicht mehr Lügen und Statistiken gefälscht werden? Na dann wohl nie. Sei`s drum, hat bisher niemanden interessiert, warum sollte sich was daran ändern?
Gebt das Hanf frei ( Christian Ströbele)!!! Mit solidarischen Grüssen...

02. | Hans Stein | 28.02.2012 | 22:22 Uhr
Alkohol ist ein viel größeres Übel...

...aber wegen der lukrativen Steuereinnahmen lässt man es laufen mit dem Saufen.

Fakten:
2,5 Millionen Menschen sind alkoholabhängig (Quelle DRK), von denen jährlich etwa 40.000 an den direkten oder indirekten Folgen von übermäßigem Alkoholkonsum sterben (und wir diskutieren im Forum über ca. 200 Tote, die keinen Fahrrad-Helm getragen haben -> nur zum Vergleich, nicht böswillig). Weitere 2,7 Millionen betreiben Alkoholmissbrauch. Andere Quellen sprechen von 1,5 bis 1,7 Millionen Alkoholabhängigen. Ist aber egal, es sind in jedem Fall zu viel.

Beim Bierkonsum liegen die Deutschen international an 2. Stelle. Jährlich gibt es 400.000 Arbeitsunfälle wegen Alkohol. Die Kosten alkoholbezogener Krankheiten betragen ca. 20,6 Mrd. Euro pro Jahr (mit diesem Geld könnten wir Griechenland jedes Jahr locker helfen).

Die Mengen nach der WHO: 7 g reiner Alkohol gelten als unbedenklich; 7 g Alkohol entsprechen ca. 1 Glas Bier (0,2 l) oder 1/2 Glas Wein oder 1 1/2 Glas Korn. Dieser Grenzwert gilt für gesunde und erwachsene Menschen.

Hoffentlich hat hier keiner rote Nasen... ;-)

03. | Gegen jeden Extremismus | 28.02.2012 | 20:56 Uhr
Erfahrungen...

Ich kann da nur aus meiner Erfahrung berichten - und da sind alle(!), die in jungen Jahren regelmässige Konsumenten waren, an der Droge hängen geblieben.

Vielleicht ist das eine aus dem statistischen Rahmen fallen Einzelerfahrung - das kann und will ich gar nicht abstreiten. Aber zumindest verbietet mir dieser Erfahrung, an eine Harmlosigkeit von Cannbis zu glauben.

Zum Alkohol: keiner aus dieser Zeit, der regelmässig Akljohol getrunken hat, ist heute Alkoholiker. Meine Wenigkeit inklusive.

04. | Axel Junker | 28.02.2012 | 20:31 Uhr
Pro Legalisierung?

Werte/r "Gegen Jeden Extremismus"

Ihre Schilderung "...ursprünglich fitte Studenten, die bis heute (20 Jahre später) kein Bein auf den Boden bekommen haben, mehrfach im Privat- wie im Berufsleben heftigst abgestürzt sind und in Teilen ein Leben leben, dass sie sich mit Sicherheit nie erträumt haben. Konzentations- wie Bindungsunfähig, flegmatisch, dem Leben mehr oder weniger abgewandt. Familie? Null. Freundeskreis? Wiederholt komplett abgebrochen, aber dank guter Freunde zumindest in Teilen wiederbelebbar.
Ein weiterer hat sich zumindest gefestigt, aber auch das hat gut 20 Jahre und einige wirklich üble Abstürze gedauert. Abfälle in Depressionszustände, die längeren Zeiträumen von Hochstimmung folgten und ein Zusammenleben für die Partner dauerhaft unerträglich machten, gehörten auch hier zum Lebensrhytmus. Einweisungen in Therapieanstalten ebenfalls. ..." ist mir angesichts der Möglichkeit solche sozialen Abstürze auch durch legale Drogen wie Alkohol oder Medikamente hervorzurufen zu allgemein gehalten.

Es gibt eine Unzahl an Cannabiskonsumenten, die gelernt haben mit Cannabis richtig umzugehen. Als "verhaltensauffällig" infolge Konsum dieser Substanz gelten 1,5 - 2,3 % aller Gebraucher.
Ich überlasse es Ihnen zu schätzen wie viele Verhaltensauffällige es durch die Alltags- und Volksdroge Alkohol gibt.

Im Übrigen weise ich zurück "Pro-Legalisierung" zu sein; ich rede vielmehr einer durchgreifenden Entkriminalisierung der Gebraucher das Wort.

05. | Gegen jeden Extremismus | 28.02.2012 | 09:05 Uhr
@Axel Junker

Sie behaupten, meine sehr persönlichen Erfahrungen stammten aus "Hörensagen" oder seien "Spekulation"? Nochmals: es handelt sich um Menschen aus meinem (teils ehemaligem, teils aktuellem) Freundeskreis. 2 davon ursprünglich fitte Studenten, die bis heute (20 Jahre später) kein Bein auf den Boden bekommen haben, mehrfach im Privat- wie im Berufsleben heftigst abgestürzt sind und in Teilen ein Leben leben, dass sie sich mit Sicherheit nie erträumt haben. Konzentations- wie Bindungsunfähig, flegmatisch, dem Leben mehr oder weniger abgewandt. Familie? Null. Freundeskreis? Wiederholt komplett abgebrochen, aber dank guter Freunde zumindest in Teilen wiederbelebbar.
Ein weiterer hat sich zumindest gefestigt, aber auch das hat gut 20 Jahre und einige wirklich üble Abstürze gedauert. Abfälle in Depressionszustände, die längeren Zeiträumen von Hochstimmung folgten und ein Zusammenleben für die Partner dauerhaft unerträglich machten, gehörten auch hier zum Lebensrhytmus. Einweisungen in Therapieanstalten ebenfalls.
Zugegeben sind das alles Einzelfälle - aber mit Sicherheit kein Hörensagen und keine Spekulationen. Genau so wenig wie persönliche und berufliche Erfahrungen von Polizeibeamten nur Spekulationen sind. Man muss nicht selber Kiffen, um die Auswirkungen von Kiffen zu begreifen. Oder wollen Sie mir sagen, auch Heroin und Crystal sollten nur von Leuten beurteilt werden, die selber anhängig sind?

Und Ständig Links von Pro-Legalisierungs Seiten zu posten, vertiegf den Inhalt Ihrer "Argumente" nicht grade.

06. | Axel Junker | 28.02.2012 | 08:23 Uhr
Mea culpa

Für das Herrn Reichel mehrfach angedichtete "t" innerhalb seines Namens und meiner Kommentare bitte ich um Entschuldigung.
Dies ändert jedoch nichts am Inhalt meiner Bemerkungen, die von der persönblichen Überzeugung getragen sind, dass Cannabiskonsum für adulte und psychisch unauffällige Personen deutlich weniger gesundheitsgefährdend ist als Alkohol- oder Nikotingebrauch, mithin als "harmlos" eingestuft werden muss.

Zweifel dürften deshalb auch an der Natürlichkeit des veröffentlichten Bildes geäußert werden. Es ist m.E. gestellt, denn weder hat ein Kriminalbeamter die dienstliche Aufgabe außerhalb von Beschlagnahmungen konfisziertes Marihuana zu "sichten" - noch liegt Marihuana in Dienststellen-Büros einfach so auf den Tischen herum. Womöglich ist der Presse zuliebe sogar von der Haupt-Charge schnell noch etwas Gras in kleine (kleinhandelsübliche) Tütchen umverpackt worden, um den beabsichtigten Effekt zu erhöhen.

Über die Nebenwirkungen von Konsumentenverfolgung und einhergehend pressebedingter Panikmache gibt http://hanfverband.de/index.php/component/content/article/1525 Auskunft

07. | Axel Junker | 27.02.2012 | 16:40 Uhr
Erfahrungen? Vom Hören-Sagen

Gerüchte, Meinungen und Spekulationen ohne fundierte Kenntnis der Sachlage werden überall kolportiert. Da bilden Sie, "Gegen jeden Extremismus" keine Ausnahme. Für die Stammtischhoheit dürfte dieses Gebaren gerade noch ausreichen.
Sollten Sie sich zutreffend informieren wollen, verweise ich gerne auf die mit einem Preis ausgezeichnete Mega-Studie von Frau Dr. Nicole Krumdiek von der Universität Bremen, die Sie als pdf-Datei hier http://www.chanvre-info.ch/info/de/IMG/pdf/NEW_WIE_.pdf wiederfinden.

Zeigen Sie die Studie auch Ihren Freunden aus Gymnasialtagen und fragen Sie zeitnah nach, welchen Unfug sie - vermutlich damals wie heute - aus schierer Unkenntnis verzapft haben.
Man müsste im Grunde davon ausgehen, dass Herr Reichelt auch diesem Freundeskreis angehörte.

08. | Dieter Schmidt | 27.02.2012 | 14:19 Uhr
Schlechter Journalismus

Ich hoffe, dass der Verfasser des Beitrags sich noch einmal genau informiert. Ein Jornalist sollte ordentlich recherchieren können und sich nicht irgendwelche Märchen ausdenken.

Das BKA selbst hat bestätigt, dass es keine wirklichen Steigerungen der THC Konzentration gibt. Darüber hinaus ist es gesundheitlich sogar besser, mehr THC im Gras zu haben, da die leute dann weniger rauchen müssen um High zu werden.
Sprich je mehr THC desto weniger wird die Lunge beim Joint-Konsum belastet.

Darüber hinaus kann ein solches Argument nicht für eine Prohibition stehen. Wenn die Gesellschaft will, dass es nur gewisse THC Konzentrationen gibt, dann soll sie eingreifen und eine Qualitätskontrolle durchführen. Eine geregelte Abgabe durch den Staat kann eine saubere Ware mit einem ermittelten THC- Konzentrationswert garantieren. Vermeintliche Erhöhungen der THC Konzentration sind also ein Argument für eine Legalisierung!

Nebenbei bemerkt, wurde anfang der 70er die Steigerung durch den Indooranbau in den Niederlanden iniziert. Also schon fast vor 40 Jahren! Wir haben also seit 40 Jahren immer das selbe Gras!

Die Einstiegsdrogentheorie wurde schon lange widerlegt!
Wenn man nicht will, dass Cannabiskonsumenten auch zu härteren Drogen greifen, muss man sie von den Dealern fernhalten. Wenn man ihnen erlauben würde, eine Pflanze zum eigengebrauch wie in Belgien anzubauen, dann müssen die Konsumenten nicht mehr in das kriminelle Milieu des Dealers und würden nicht in Kontakt mit Crystal, Heroin usw. kommen!

Darüber hinaus ist die schlimmste Nebenwirkung des Cannabiskonsums die Kriminalisierung.

Ich empfehle jedem interessierten mit dem DHV (Deuter Hanfverband) zusammenzuarbeiten. Wichtige Informationen sind beim DHV auf Facebook oder unter www.hanfverband.de zu finden.

09. | Geli Kruse | 27.02.2012 | 13:50 Uhr
`macht keine bösen Menschen...

Wie oft rückt die Polizei heraus, weil Volltrunkende Agressionen frei setzen? Ich habe in den letzten 20 Jahren noch nie einen Cannabis- Konsumenten getroffen , der sich aufgrund von THC negativ verändert hat. Als Kranken-und Gesundheitspflegerin weiß ich, dass Symptome von Erkrankungen wie bei Multible Sklerose, ADHS oder Regelschmerz bei Frauen gelindert werden können. Wievie Euros gibt der Staat aus für Lebertransplantationen? Wieviel Frauen sitzen in Frauenhäusern, weil der alkoholisierte Partner wieder zugeschlagen hat? Wußten Sie eigentlich dass in Bayern die höchste Verschreibungsrate an Psychopharmaka vorherrscht? Wer mag da noch ins Auto steigen im Wissen, dass hunderte von geschellten Menschen auf deutschlands Straßen unterwegs sind? .... Die Schreie zur Legalisierung von THC (in Maßen) werden immer lauter und es gab in Schleswig Holstein aquch schon Probegänge, wo Ärzte THC Produkte an MS-Patienten angewandt haben- ganz legal. Wieso gehen sie mit diesem Artikel wieder einen Schritt zurück? Braucht Deutschland die Kiffer, um vom Hauptproblem Alkohol abzulenken? Es sollte viel mehr Kraft in die Bekämpung von wirklichen Verbrechern gesteckt werden. Kiffer sind nicht böse.

10. | Gegen jeden Extremismus | 27.02.2012 | 13:24 Uhr
Erfahrungen...

Zitat "Was Reichel stets Sorgen bereitet, ist der mögliche Wechsel der Cannabis-Konsumenten zu härteren Drogen. "Nicht jeder, der Cannabis geraucht hat, nimmt irgendwann härtere Drogen. Aber jeder, der härtere Drogen nimmt, hat vorher Cannabis konsumiert."

Wie immer haben Personen, die tagtäglich mit dem Milieu Kontakt haben, dort ganz andere Erfahrungen gemacht. Und vor 10 Jahren wurde die BZgA von wem geleitet? Nicht nur In Klimafragen wurden da solange Gutachten in Auftrag gegeben, bis das gewollte Ergebnis vorlag.

Und in diesem Fall kann ich ganz sicher feststellen, im meinen Freundeskreis aus Gymnasialtagen mehrere Fallbeispiele zu finden, die meine Worte untermauern.

Und was Extremismus jetzt mit der Ablehnung von Cannabis zu tun hat... nun, da muss man vermutlich erstmal eine rauchen, um das zu verstehen, was? ;)

11. | Axel Junker | 27.02.2012 | 10:54 Uhr
Einstiegsdrogen-Theorie?

Wer gegen jede Form des Extremismus zu sein vorgibt, jedoch weiterhin an der Einstiegsdrogen-Theorie festhält, der/die leidet an aktuem Mangelwissen und hat noch nicht registriert, dass sogar die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) seit Jahren schon Abschied von dieser abstrusen Theorie genommen hat. Nicht allein, weil VOR der Möglichkeit des Kiffens die Fähigkeit zum (Tabak)-Rauchen erworben sein muss - insofern Nikotin die eigentliche Einstiegsdroge ist - sondern auch weil die schlichte Weisheit gilt, dass nicht jeder, der einen Schnupfen hat, auch zwangsläufig eine Lungenentzündung entwickelt.

"Drug.com" als seit 10 Jahren von der BZgA finanziell geförderte Cannabis-Ausstiegs- und Reduzierungshilfe - ein staatliches Organ also - weist darauf hin, dass die sog. "Einstiegsdrogen-Theorie" als widerlegt zu betrachten ist:
http://www.drugcom.de/topthema/dezember-2008-einstiegsdroge-cannabis/

Wer darüber hinaus noch fabuliert "Cannabiswirkstoffe bleiben nachweisbar über Jahre im Körper zurück, ohne das die genauen Auswirkungen bisher bekannt sind", der weiß nichts über die Nachweisbarkeitsdauer von THC-Abbauprodukten in Urin-, Blut-, Speichel- oder Haar-Screenings und deren relativ zügige Umwandlung zu nicht psychoaktiver THC-Carbonsäure.

Wer längst Widerlegtes noh immer wiederkäut und wider besseres offizielles Wissen seine eigene Unwissenheit zur Schau stellt, der sollte überprüfen, ob sein eigener Populismus nicht doch eine Form des Extremismus ist...

12. | Axel Junker | 27.02.2012 | 10:10 Uhr
Europäische Drogenbeobachtungstelle

Die Ergebnisse der Studie über Wirkstoffe-Gehalte in Cannabisprodukten sind zu finden unter: http://www.emcdda.europa.eu/publications/insights/cannabis-potency

13. | Gegen jeden Extremismus | 27.02.2012 | 09:59 Uhr
Verharmlosung

Cannabis ist nachweisbar Einstiegsdroge. Cannabiswirkstoffe bleiben nachweisbar über Jahre im Körper zurück, ohne das die genauen Auswirkungen bisher bekannt sind. Und wer langjährige Cannabiskonsumenten in seinem Freundeskreis hat der weiß, wie verändernd diese Droge wirkt. Und das die Liebhaber - anders als beim Bier - eben oftmals nicht nur am WE danach greifen sondern verhältnismäßig schnell an einem Punkt sind, den Tag ohne Joint nicht mehr ertragen zu können, kann man mit entsprechende Freunden ebenfalls schnell feststellen. Niemand aus meinen Kreisen trinkt vor dem Frühstück ein Pils - aber mehrere drehen zum Kaffee die erste Tüte, anstatt ein Brot zu schmieren.

Diese ständige Verharmlosung von Cannabis-Freunden ist ein Hohn. Das Rauchen wird immer weiter eingeschränkt, erschwert, sozial geächtet. Und gleichzeitig tut man so, als wenn ein bisschen aufgedröhselter schwarzer Afghane aus einer Zigarette einen Friedens- und Heilsbringer macht.

14. | Axel Junker | 27.02.2012 | 09:43 Uhr
Cannabis-Lügenpropaganda statt Aufklärung?

Vorab: Cannabis gehört nicht in Kinder- oder Jugendhände. Sachgerechte Berichterstattung und wahrheitsgemäße Aufklärung aber sind das Mindeste, was man neugierigen Kids heutzutage angedeihen lassen sollte.

Dazu gehört, dass man endlich von den Lügen "gestiegener Wirkstoffgehalte" Abstand - und die Studien-Ergebnisse der Europäischen Drogen-Beobachtungstelle (EMCDDA) zur Kenntnis nimmt, die seit 1997 KEINEN signifikanten Anstieg der THC-Gehalte in Haschisch- oder Marihuanaprodukten ausweist. Es gibt bestenfalls geringe Schwankungen bei den Durschnittswerten. Diese Schwankungen hinsichtlich Reinheit und Stärke von Cannabis sind jedoch FOLGEN des strikten Verbots. Der Zweck des geltenden Betäubungsmittelrechts, die Volksgesundheit zu schützen, wird mit der Kriminalisierung weicher Drogen gerade nicht erreicht. Also gilt es Konsumenten zu entkriminalisieren wie dies bereits in Portugal, in den Niederlanden, in Spanien, in Tschechien und in einigen Kantonen der Schweiz praktiziert wird. Die schädlichste Nebenwirkung des Cannabiskonsums ist und bleibt die Strafverfolgung, auch wenn Herr Reichelt dies im Interesse der Wahrung seines Berufsstandes anders sehen muss. Seiner Behauptung, "dass jeder, der härtere Drogen nimmt, zuvor auch bereits Cannabis konsumiert hat", kann deshalb mit Verweis auf die legale Verfügbarkeit der harten Droge Alkohol bereits der Wind aus dieser offensichtlichen Gehirn-Blähung genommen werden.

Wer Kinder, Jugendliche und auch konsumwillige Erwachsene mit dreister Lügenpropaganda durchseucht, muss sich ergo nicht wundern, dass scheinbaren Autoritäten heftige Skepsis und Misstrauen entgegengebracht wird, die schließlich in eigenen, in persönlichen Erfahrungen münden. Und wer weiterhin über die "Gefährlichkeit" des Cannabis doziert, sollte sich mühen Belege über diebezügliche Todesfallzahlen zu beschaffen, damit die Lächerlichkeit auch vollkommen wird.

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