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Schlei-Bote

04. Dezember 2016 | 21:21 Uhr

Niesgrau : Camper und Boote statt Fährverkehr

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Der Hafen Gelting-Mole war einst Ausgangspunkt für Fahrten nach Dänemark – heute verfällt die Kaianlage, weil das Geld für eine Sanierung fehlt.

Abgesperrt und verwaist fristet der Kai des ehemaligen Fährhafens von Gelting-Mole derzeit ein trauriges Dasein. Nichts mehr erinnert an die Jahre, als von dort aus noch die dänischen Fähren „Gelting Süd“ und davor die „Sydfün“ nach Faaborg auf Fünen aufbrachen und ganze Hundertschaften von Fahrgästen die an Bord befindlichen Supermärkte belagerten, um sich zollfrei mit Waren einzudecken. Die deutschen und dänischen Schnäppchenjäger stiegen in die Fährschiffe am Kai über ein zweistöckiges Treppenhaus ein, aber dieses Gebäude fiel bereits vor zwei Jahren der Spitzhacke zum Opfer. Doch wenige Schritte entfernt davon dümpeln rund 420 Segelyachten und Motorboote an den Stegen.

Johannes Petersen, Verwaltungschef der Sportboothafen-Gesellschaft Gelting-Mole, hat dieses Kapitel der Hafengeschichte längst zu den Akten gelegt. „Eine Sanierung der Kaianlage hätte Kosten von rund 300.000 Euro verursacht, und wir erkannten, dass sich diese Investition für uns nicht lohnen würde“, erklärte er auf Anfrage. Der von einer dänischen Initiativ-Gruppe vor einigen Jahren gestartete Versuch, eine Wiederbelebung der Gelting-Faaborg-Route für Urlauber und Ausflügler zu erreichen, scheiterte an der mittlerweile unzureichenden Infrastruktur auf Angelner Seite.

Die Fortentwicklung im Niesgrauer Ortsteil Gelting-Mole wird gegenwärtig auf andere Weise realisiert. So endet am kommenden Wochenende die spartanische Unterbringung der örtlichen Freiwilligen-Crew der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS). Johannes Petersen dazu: „Die Zeit der Station in einem Container ist vorbei.“ Die frühere Sauna im Hauptgebäude sei großzügig umgebaut und eingerichtet worden, so dass jetzt die Wachhabenden über mehrere Räume mit einer Gesamtfläche von rund 100 Quadratmeter Nutzfläche verfügen können. Schlafplätze werden nicht benötigt, da die Mannschaft aus freiwilligen Einheimischen besteht, die ihre eigenen Wohnungen in der Nähe haben.

Unterdessen sind auf einer Fläche gleich hinter dem Deich – am Wanderweg in Richtung Wackerballig – die Erschließungsarbeiten für einen modernen Wohnmobilpark in vollem Gange. Es wird mit der Fertigstellung dieser 23 Stellplätze im Spätherbst 2016 gerechnet. Die Reisemobilisten können ab Anfang nächsten Jahres diese Station in maritimer Umgebung ansteuern. Petersen hält es für unnötig, extra Reklame für die neue Freizeitanlage zu machen, „denn die reisenden Leute kommen durch Hörensagen ganz von selbst.“

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