zur Navigation springen

Schlei-Bote

09. Dezember 2016 | 07:00 Uhr

Kappeln : Bücherei steht vor Generalüberholung

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Regalsysteme, Beleuchtung, Bodenbeläge, Möblierung: Die Stadtbücherei soll im kommenden Jahr komplett umgestaltet werden.

Die Stadtbücherei soll im kommenden Jahr eine grundlegende Auffrischung erfahren. Dafür zumindest sprach sich jüngst der Ausschuss für Jugend, Kultur, Sport und Schulen (JKSS) aus, der seine Sitzung ausnahmsweise in eben diese Bücherei verlegt hatte. Und während die Verwaltung zwar auch eine vollständige Überarbeitung der Räume anstrebte, diese aber nach und nach realisieren wollte, einigten sich die Politiker schließlich darauf, die Veränderungen gleich in einem Stück umzusetzen. Büchereileiterin Petra Herzig war hinterher im besten Sinne überrascht, als sie sagte: „Es ist toll, diesen Rückhalt für die Bücherei zu spüren.“

Allerdings hatte Herzig selber bereits im Vorfeld Fakten sprechen lassen, die an der Bedeutung der Stadtbücherei keine Zweifel aufkommen ließen. So sind die Besucherzahlen der Einrichtung seit Jahren relativ konstant: Auf 47.248 im Jahr 2013 folgen 40.377 im Jahr 2014 und 45.911 im Jahr 2015. „Und das“, sagte Herzig, „obwohl die Bücherei im vergangenen Jahr 100 Stunden weniger geöffnet war als 2014“. Und bis Ende Juni dieses Jahres waren bereits 24.202 Besucher dort – die Tendenz ist also ähnlich. Auch die Zahl der aktiven Nutzer, also derjenigen, die im Jahr mindestens ein Medium ausleihen, ist verhältnismäßig gleich bleibend, wenn auch etwas rückläufig: In den Jahren 2013 bis 2015 veränderte sie sich von 1626 über 1568 auf 1463. „Die Hälfte der Nutzer kommt aus Kappeln“, erläuterte Herzig, zehn Prozent sind Touristen mit Monatsausweisen. Diese aktiven Nutzer haben im vergangenen Jahr 77.408 Entleihungen vorgenommen bei einem Bestand von 23.911 Medien. Den intensivsten Umschlag erleben dabei die digitalen Medien, den geringsten die Sachbücher. Über Bilderbuchkino und Themenkisten erreicht die Bücherei Kindergärten und Schulen, über Seniorenboxen die ältere Generation, für Flüchtlinge hat sie Literatur in speziellen Sprachen im Angebot. Außerdem bietet sie anderen Vereinen wie Casa Kappeln oder der Volkshochschule einen Veranstaltungsraum.

Gleichwohl datiert ihr Ausstattungsstand zurück auf 1973, das zumindest warf Thomas Johannsen von der Stadtverwaltung in den Raum. „Und deshalb ist es ganz sinnvoll, einige Veränderungen anzugehen“, sagte er weiter. Vor allem bei Veranstaltungen sei aufwendiges Umräumen erforderlich. Die Büchereizentrale hatte bereits auf Anfrage von Petra Herzig die Räume der Bücherei genauer unter die Lupe genommen und dabei unter anderem festgestellt, dass nach standardisierten Berechnungen eine Bücherei für eine Stadt von Kappelns Größenordnung 550 Quadratmeter umfassen sollte. Tatsächlich ist Herzigs Refugium 265 Quadratmeter groß. Weitere Beobachtungen: Es fehlen Mitarbeiterräume, Flächen für effiziente Medienpräsentation, für den Ausleihbereich und für entspanntes Lesen. Die Möblierung wirkt gestückelt und passt nicht recht zusammen. Ein schlüssiges Einrichtungskonzept mit einzelnen Abteilungen ist nicht erkennbar. Auch Wandfarbe, Bodenbelag und Beleuchtung sollten erneuert werden. Die Verwaltung hatte als wichtigste Maßnahme die Neugestaltung der Ausleihzone ausgemacht, in der die Bücher bei Aus- und Rückgabe gescannt werden. Für den Bereich sind 23.100 Euro veranschlagt. Die Materialkosten für die komplette Umgestaltung und Erneuerung inklusive eines neuen Regalsystems, neuer Tische und Stühle, Sitzgelegenheiten für Kinder und Zubehör schätzt die Büchereizentrale auf knapp 98.000 Euro. Davon ausgenommen ist die Gestaltung einer neuen Teeküche, deren Kosten aber laut Thomas Johannsen nicht das JKSS-Budget übernehmen muss.

Thomas Grohmann (CDU) sprach sich als erster gegen eine Splittung der Arbeiten auf mehrere Bauabschnitte aus. „Wir sollten kein Stückwerk veranstalten“, sagte er. „Lieber einmal alles vernünftig machen anstatt die Maßnahme auf lange Zeit zu strecken und dafür immer wieder den Büchereibetrieb zu unterbrechen.“ Marta Kraft (CDU) argumentierte ähnlich, wünschte sich aber genauere Angaben zu anfallenden Handwerkerkosten. Auf Nachfrage schätzte Petra Herzig derweil die erforderliche Schließzeit der Bücherei bei einem Umbau in einem Rutsch auf zirka sechs Wochen.

Einstimmig einigte sich der Ausschuss darauf, die Neugestaltung der Bücherei 2017 in einem Bauabschnitt umzusetzen und die dafür erforderlichen Kosten bis zur Hauptausschusssitzung im September zu ermitteln.

zur Startseite

von
erstellt am 21.Jul.2016 | 07:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen