zur Navigation springen

Schlei-Bote

05. Dezember 2016 | 19:44 Uhr

Heringszaun in Kappeln : Bis zum Neubau wird weiter geflickt

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Die politische Entscheidung zum Ersatzbau des Heringszauns wird nach der Sommerpause erwartet.

Inzwischen ist es vier Monate her, dass die Aktivregion Schlei-Ostsee dem Neubau des Kappelner Heringszauns einen entscheidenden Schub in die richtige Richtung gegeben hat. Damals hatte sich die Arbeitsgruppe Fischerei dafür ausgesprochen, Kappelns Wahrzeichen als sogenanntes Poolprojekt anzumelden, das dann in einem mit 1,4 Millionen Euro gefüllten Fördertopf des Europäischen Meeres- und Fischereifonds landet. Einziger Haken: Der Heringszaun muss sich in diesem Fall dem Wettbewerb mit anderen Poolprojekten stellen. Eine Zusage über den Fluss von Zuschüssen sowie über deren tatsächliche Höhe steht daher auch noch aus. Und auch wenn Ulrich Bendlin, bei der Stadtverwaltung zuständig für das „Projekt Heringszaun“, einräumt, dass das Bauwerk über die Jahre mehr und mehr gelitten hat, betont er gleichzeitig: „So lange bis die Zusage kommt, flicken wir weiter.“

Ohnehin wartet Bendlin noch auf die endgültige Entscheidung, ob am Ende die Brutto- oder die Nettokosten des Ersatzbaus förderfähig sind. „Das ist die Variable, die noch fehlt, bevor ich damit in die Politik gehen kann“, sagt er. Die Aktivregion ging zuletzt von Gesamtkosten für den Bau in Höhe von 450.000 Euro aus. Ungeachtet dessen wird das Procedere weiterhin einige Zeit in Anspruch nehmen, unter anderem weil der Heringszaun denkmalgeschützt ist, weil er in einem FFH-Gebiet steht, weil die Schlei eine Bundeswasserstraße ist – lauter Umstände, die darauf hindeuten, dass verhältnismäßig viele Stellen mitreden werden wollen. Derzeit rechnet Bendlin damit, der Politik nach der Sommerpause eine Beschlussvorlage präsentieren zu können, Ende 2017 könnte dann der Startschuss für die eigentlichen Arbeiten fallen. Denn klar ist: Auch die Stadt wird der Zaun etwas kosten. „Aber“, sagt Bendlin, „wir arbeiten daran, das in einem überschaubaren Rahmen zu halten“.

Allerdings räumt er ein, dass Verzögerungen auch während des Genehmigungsverfahrens nicht ausgeschlossen werden können – „wenn etwa eine Behörde noch eine ganz eigene Idee auf den Tisch legt“. Und ob es bei der in der Vergangenheit favorisierten technischen Lösung mit zusätzlichen Seitenarmen, Eukalyptusholz als Baumaterial und Geogitter unter Wasser bleibe, „weiß man nie so richtig“. Daher baue er auch auf Unterstützung des Landesamtes für Denkmalschutz, damit der neue Heringszaun am Ende in seiner Optik möglichst dicht an den ursprünglichen heranreicht.

Befürchtungen, wonach der Heringszaun womöglich nicht bis zum Start der Bauarbeiten durchhalten könnte, verneint Ulrich Bendlin. „Es gibt Bereiche, in denen er nicht mehr so stabil ist wie früher. Einzelne Stützpfeiler stehen zum Beispiel nicht mehr ganz so massiv im Boden“, sagt er. „Aber die Flickarbeiten sind gut gemacht, und es besteht nicht die Gefahr, dass der Zaun komplett wegbricht.“ Natürlich stehe aufgrund der offenbar wirklich positiven Aussichten auf Fördermittel der Neubau im Fokus. So lange es aber der Stadt finanziell und personell möglich sei, den Zaun bis zum tatsächlichen Neubau weiter in Schuss zu halten, soll das auch passieren. Bendlin: „Es wird nicht so sein, dass der Heringszaun irgendwann plötzlich in der Schlei herumschwimmt.“

zur Startseite

von
erstellt am 22.Jul.2016 | 07:30 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen