zur Navigation springen

Schlei-Bote

28. Mai 2016 | 13:45 Uhr

Sandkoppel in Nieby : Bagger machen Weg frei für Feriendorf

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Die Gebäude auf ehemaligem Kasernengelände an der Sandkoppel werden derzeit abgerissen. Der Investor hofft auf grünes Licht der Behörden bis Ende April.

Fast alles ist weg. Sieben marode Gebäude der ehemaligen Sandkoppel-Kaserne liegen bereits in Trümmern. Derzeit werden die letzten Bunker mit Baggern und Schaufelladern freigelegt und die klaffenden Löcher anschließend mit Kies verfüllt. Lediglich für einige Lkw-Garagen gibt es noch eine kurze Gnadenfrist, denn sie werden zur Zwischenlagerung von unterschiedlichen Materialien benötigt, darunter Metallteile, die noch wiederverwendbar sind. Berge von geschredderten Steinen aus Beton und Kalkstein sind als Überreste der Gebäude übriggeblieben: Sie sollen später als Füllmaterial beim Straßenbau im künftigen Feriendorf am Rande der Geltinger Birk dienen.

Der Kappelner Investor Norbert Essing (Gut Roest) war gestern Vormittag wieder einmal auf einem Rundgang durch das acht Hektar große Ex-Kasernengelände, das sich als Riesenbaustelle mit matschigem Untergrund darstellt. Mitten im Geschehen traf er den Tiefbau-Unternehmer Holger Timm aus Roikier (Gemeinde Steinbergkirche), der mit stattlichem Aufgebot an Einsatzkräften und Maschinen seit Mitte Januar die Abriss- und Buddelarbeiten ausführt. Einige mit Bändern markierte einheimische Gehölze bleiben nicht nur im Randgebiet des künftigen Bauareals erhalten – aufgrund einer freiwilligen Übereinkunft, die Essing mit Umweltschützern getroffen hat.

Zu einer handfesten Überraschung führte bei den Abbrucharbeiten unlängst die Entdeckung einer gefährlichen Fundsache: In einem Versteck wurde völlig intakte Pistolen- und Gewehrmunition entdeckt, keine Hinterlassenschaft der Soldaten, sondern offenbar ein Depot von unbekannten Eindringlingen, die in den Bunkern heimliche Schießübungen veranstalteten. „Wir haben die Munition der Polizei übergeben und damit einen Beitrag zu mehr Sicherheit für die Dorfbewohner geleistet“, sagt Essing.

Um auf der Sandkoppel eine „tabula rasa“ zu schaffen, brauchte der Roester Eigentümer keine behördliche Genehmigung. Allerdings räumt er ein: „Ich bin durchaus ein gewisses Risiko eingegangen und habe im Voraus eine Summe im hohen sechsstelligen Bereich aufgewendet.“ Zwei Jahre nach den ersten Planungen für sein Feriendorf mit 41 reetdachgedeckten Komfort-Häusern, in denen es auch komplett ausgestattete Küchen geben wird, fehlt noch die endgültige Zustimmung der Niebyer Gemeindevertretung zum Bebauungsplan und das obligatorische Okay des Kreises Schleswig-Flensburg sowie der Landesregierung. Eher als eine Formalie betrachtet Norbert Essing die bevorstehende Entlassung des Sandkoppel-Bereichs (nebst zwei Hektar außerhalb des noch umzäunten Kerngeländes) aus dem Landschaftsschutzgebiet. Der Investor hofft darauf, dass die letzten Hürden der Planung bis Ende April zu überspringen sind und er Anfang Mai die Erschließungsarbeiten in Auftrag geben kann.

Die Ära der Bundeswehr endete in Nieby 1995 nach 26 Jahren. Die auf der einsam gelegenen Sandkoppel stationierte Funkmeldegruppe 31 der Marine war eine mobile Einheit. Alle Einrichtungen zur Herstellung von Fernmeldeverbindungen – unter anderem zur Einsatzunterstützung – waren in Kraftfahrzeugen installiert. Die Fernsprechvermittlung im Bunker gehörte zum Standard.

Norbert Essing ist überzeugt davon, dass sich sein Feriendorf-Projekt zu einem touristischen wie wirtschaftlichen Volltreffer entwickeln wird, weil es an der schleswig-holsteinischen Ostseeküste den Charakter eines Unikats einnimmt. Essing: „Längst treffen bei uns rundum positive und ermunternde Stimmen aus ganz Deutschland ein.“


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen