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Schlei-Bote

09. Dezember 2016 | 05:00 Uhr

Wirtschaft und Touristik Kappeln GmbH : Auf der Suche nach einem Profil

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

„Kappeln kann nicht alles sein“: Die WTK will nach dem Personalwechsel mit Akteuren der Stadt eine Strategie erarbeiten.

So richtig regelmäßig ist Lara Zemite noch nicht in ihrem neuen Büro anzutreffen. Seit zwei Wochen ist sie Kappelns Stadtmanagerin bei der Wirtschaft und Touristik Kappeln GmbH (WTK), und mindestens ebenso lange ist sie überwiegend in der Stadt unterwegs. „Ich bin dabei, mich vorzustellen, Menschen kennenzulernen und Gespräche zu führen“, sagt Zemite. Und das funktioniert nun mal einfach besser, wenn man auf eben diese Menschen zugeht. Gemeinsam mit dem neuen WTK-Geschäftsführer Max Triphaus ist die Gesellschaft derzeit dabei, sich zwar nicht komplett selbst zu hinterfragen, aber zumindest das ein oder andere auf den Prüfstand zu stellen und sich dabei neu zu sortieren. Wie das eben meistens so ist, wenn an vorderster Stelle ein personeller Wechsel ansteht.

Max Triphaus definiert die grundlegende, weil alles Künftige bestimmende Aufgabe so: „Wir wollen die Strategie und die Ausrichtung der WTK komplett überprüfen, um uns an der ein oder anderen Stelle vielleicht auch weiterzuentwickeln.“ Leisten will das der neue Geschäftsführer, der sich zurzeit an mindestens einem Tag in der Woche in Kappeln aufhält, gemeinsam mit Lara Zemite. Die neue Stadtmanagerin kommt gebürtig aus Niedersachsen, ist aber in Hamburg aufgewachsen und verbrachte von der elften Klasse an acht Jahre in Lettland, der Heimat ihrer Familie. Dort schloss sie auch ihr Geografie-Studium ab und legte im Anschluss ein Studium der Stadt- und Regionalentwicklung an der Uni Kiel oben drauf. Noch heute sagt Zemite: „Der Ostseeraum hat mich immer sehr angezogen.“ Eineinhalb Jahre arbeitete sie in Hamburg im Projektmanagement, eine Zeit, über die sie selber sagt, sie habe sie „organisatorisch und betriebswirtschaftlich weitergebracht“. Der freie Posten der Stadtmanagerin in Kappeln habe sie dann an ihre eigentliche Passion erinnert und ihr die Möglichkeit eröffnet, „wieder ein bisschen mehr von mir selber einzubringen“. Lara Zemites Bewerbung war eine von 35, die Max Triphaus, dem bisherigen WTK-Geschäftsführer Jürgen van Schöll und dem Vorsitzenden der WTK-Gesellschafterversammlung, Frank Nissen, vorlagen. Vier Kandidaten wurden eingeladen, drei erschienen. Max Triphaus sagt: „Frau Zemite hat uns unter anderem mit ihrer Kreativität überzeugt.“ Während der ersten drei Monate wird ihr Jürgen van Schöll noch zur Seite stehen – „ein Übergang“, sagt Triphaus, „den wir ganz gut hinbekommen haben“.

Derweil erlebt Lara Zemite inzwischen die Stadt Kappeln, durch die sie anlässlich der vergangenen Heringstage schon einmal als Besucherin geschlendert ist, mit einem neuen, bewussteren Blick. „Ich nehme die Stadt als sehr offen wahr“, sagt sie. „Die Menschen sind interessiert an einer gemeinsamen Arbeit. Ich erfahre viel Zuspruch und bin gut empfangen worden.“ Aus diesen Worten spricht bereits Zemites Grundeinstellung: „Es ist wichtig, dass man Ideen und Veranstaltungen gemeinsam trägt“, sagt die neue Stadtmanagerin. „Das erhöht die Erfolgschancen und kann identitätsstiftend wirken.“ Und dann wird sie doch noch etwas konkreter. „Schön wäre es, eine stärkere Verbindung von Hafen und Innenstadt zu schaffen“, sagt Zemite. „So kann man mehr als nur einen Punkt erleben und ein Gefühl für die ganze Stadt erzeugen.“

Für die unmittelbare Zukunft wollen die Stadtmanagerin und der Geschäftsführer die Schlüsselakteure aus Verwaltung, Politik und Vereinen zusammensammeln und mit deren Input eine Marschrichtung für die Stadt erarbeiten. Max Triphaus sagt: „Eine Stadt von Kappelns Größenordnung kann nicht alles sein und wollen. Die Stadt braucht ein Profil und sollte für etwas stehen.“ Am Ende soll so eine Strategie entstehen, die die WTK der Stadt aber eben nicht aufdrücken will. Stattdessen setzt die Gesellschaft auf den Austausch. „Es wäre falsch, etwas vorzugeben“, sagt Triphaus. Vielmehr sind andere dazu aufgerufen, Ideen und Vorstellungen einzubringen, damit eine Richtung dabei herauskommt, der sich im Idealfall alle anschließen können. Ein noch zu gründender Marketingbeirat soll der WTK helfen, ihre eigene Arbeit zu reflektieren. Grundsätzlich gilt, auch das stellt Triphaus klar: „Was gut läuft, machen wir weiter.“ Ansonsten aber: Steht die Strategie fest, wird überprüft, ob eine Veranstaltung hineinpasst oder eben nicht. Klar ist auch: Für einen solchen Strategiewechsel ist die Aufrichtigkeit aller Beteiligten ein entscheidender Schlüssel. Lara Zemite sagt: „Die Türen sind offen.“ Wer mitarbeiten will, muss nur hindurchgehen.

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erstellt am 15.Jul.2016 | 07:15 Uhr

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