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Schlei-Bote

07. Dezember 2016 | 19:33 Uhr

Kappeln : Auf der Rennmaschine zum Sieg

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Abschluss der Speckregatta: Die Farr 280 von Michael Eder ist schnellste einheimische Yacht. Das Blaugelbe Band geht nach Hamburg.

Der Gewinner des Blauen Bandes des Arnisser Segelclubs (ASC) für das schnellste einheimische Schiff ist Michael Eder mit seiner „4Sale“, einer Farr 280. „Das ist eine richtige Rennmaschine, gemacht um Regatten zu gewinnen“, sagte ASC-Vorstandsmitglied Frank Germighausen. Und diesem Anspruch wurde die „4Sale“ am Sonntag auch gerecht. Die 28-Fuß-Yacht von Eder und Steuermann Eric Genthe absolvierte am Sonntag die 14 Seemeilen lange Regattastrecke in 2,36,40 Stunden gesegelter Zeit, so schnell wie kein anderes Schiff im Verein.

Den Vogel schoss aber Niclas Lange aus Hamburg ab. Mit seinem Katamaran „Bis der Dachs kotzt“ war er in dem 30 Schiffe umfassenden Regattafeld mehr als 38 Minuten schneller als die „4Sale“ und ließ der Konkurrenz beim Kampf ums Blaugelbe Band für das schnellste auswärtige Schiff keine Chance. Die Regattabahn legte Lange in unter zwei Stunden, nämlich in 1,58,21 Stunden zurück. „Der Niclas Lange war so schnell, der ist förmlich übers Wasser geflogen“, meinte ASC-Sportwart und Regattaleiter Sven Tuszewski. Lange war sogar so fix unterwegs, dass er zudem auch in berechneter Zeit mit 2,35,43 Stunden bei der Wertung für den großen Silberteller des ASC, den Bug vorne hatte. Bei der berechneter Zeit erhalten die Yachten je nach Bootstyp Zeitgutschriften bzw. Abschläge auf die gesegelte Zeit, damit die unterschiedlichen Bootsklassen in der Wettfahrt vergleichbar sind. Auf dem zweiten Platz in dieser Wertung landete Thedje Ancker mit seinem „Waldmeister“ (H-Boot) in 2,42,27 Stunden vor Roland Richter mit „Isebill“ vom Segelverein Arnis in 2,43,49 Stunden berechneter Zeit. Am längsten unterwegs war Lars Meyborg mit der „Mazurka“ (3,45,35). Solange musste Regattaleiter Sven Tuszewski an der Ziellinie ausharren.

Tags zuvor wurde die Speckregatta ausgetragen. Die Wettfahrt fand in gewohnter Weise auf einem rund sieben Seemeilen langen Regattakurs zwischen Karschau, Sieseby und Winnemark/Boknis statt. Die einzelnen Startgruppen wurden im Fünf-Minuten-Rhythmus gestartet. Den Dreieckskurs mussten die Teilnehmer der Starts eins bis sechs zweimal durchfahren, die Teilnehmer des Jollenstarts (Start 7) nur einmal. Den Kurs hatte ASC-Vorsitzender Peter Boltz am Morgen des Regattatages ausgesteckt.

Bei der Speckregatta sind vier ASC-Mitglieder als Sieger aus den sieben Starts hervorgegangen. In Gruppe 1 gewann nach berechneter Zeit Bo Teichmann auf seinem Trimaran „Puls 600“ vom Typ Corsaire, der auch in der Gesamtwertung vorn lag. In der mit 18 Booten teilnehmerstärksten Gruppe 2 siegte Thedje Ancker („Waldmeister“/H-Boot). Ancker verteidigte damit in dieser Gruppe seinen „Titel“ aus dem Vorjahr. Den sogenannten Bente-Cup sicherte sich Alexander Vrolijk (Golden Snatch „Bente“/Bente), in der Gruppe 6. Und über die kurze Bahn war beim Start 7 das Nachwuchsduo Phillipp Huber und Lena Burchard auf dem 29er erfolgreich.

Die Startgruppen drei bis fünf entschieden jeweils auswärtige Schiffe für sich. In der dritten Gruppe war Sven Dose vom SV Arnis auf seinem „Wanderfalke“, einem 30er-Jollenkreuzer erfolgreich. Als Sieger vom vierten Start ging Klaus Birkhoff mit seiner „Triton“, einer Knarr, hervor. Birkhoff wiederholte damit seinen Erfolg aus dem Vorjahr. Und beim fünften Star sicherte sich Dirk Schwertfeger SC Eckernförde auf seinem Folkeboot „Ina“ den Sieg. Abends stand die Siegerehrung auf dem Programm. Dabei ging niemand leer aus. Alle Teilnehmer erhielten ihr Fleischpaket.

Sportlich lief die „Speckregatta“ problemlos ab. Allerdings gab es dabei einen dramatischen Zwischenfall. Wegen eines Kabelbrandes an Bord musste die Feuerwehr eingreifen und die Besatzung in Karschau an Land holen. Personen wurden nicht verletzt, die Schadenshöhe ist nicht bekannt. Das Boot jedoch wurde komplett zerstört.

Die Speckregatta ist auch immer der Zeitpunkt, an dem der ASC verdiente Mitglieder mit dem begehrten „Spanferkel-Stander“ auszeichnet. Der Gewinner wird vorher ausgesucht, aber bis zum Regattatag geheim gehalten. Mit der Ehrung sind auch ein paar Verbindlichkeiten verbunden, die der „Spanferkel-Stander“-Gewinner akzeptieren muss. Eine davon ist, dass er am Ruder sitzen muss, wenn er die Ziellinie der Speckregatta passiert. Und er muss im Spätherbst den Vorstand zum Spanferkelessen einladen. In diesem Jahr war Claus Nissen Gewinner des „Spanferkelstanders“. Damit wollte ihn der ASC für seinen langjährigen Einsatz als Vorstandsmitglied und als zweiten Vorsitzenden ehren.

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